Dieser Roman war auf meinem Sony schon vorinstalliert. Ein Geschenk sozusagen. Eigentlich wollte ich ihn auch jetzt nicht lesen, aber mit akuter Magen-Darm-Grippe und einer Wärmflasche auf dem Bauch war ich nicht sonderlich mobil und irgendwie öffnete ich das Buch aus Versehen.
Und da es nun schon mal geöffnet war, begann ich gleich zu lesen.
Und ich habe es nicht bereut!
Der kleine Krimi lenkte mich für einige Stunden gut ab! Und was will man mehr, wenn man sich hundeelend fühlt?
Pascha, der uns seine Geschichte als Geist selber erzählt, ist der reinste Antiheld. Ein Kleinkrimineller mit frecher Klappe, drogensüchtig, spielsüchtig und sauch onst mehr als antriebslos. Man sollte meinen, dass er dadurch Sympathiepunkte verliert, aber durch seine immer wieder einfließende Selbstreflektion ist das nicht der Fall.
Im Laufe der Handlung wird dem Leser klar, wie Pascha so abrutschen konnte und Pascha selbst wird klar, wie idiotische er sein eigenes Leben vermurkst hat.
Das ist allerdings kein Grund zum Trübsalblasen!
Aber als dummer Betrunkener, der aus eigener Schuld eine Baustellenüberführung hinuntergepurzelt ist, will er nun nach seinem Tod nun auch nicht da stehen!
Deshalb muss der einzige Mensch ran, der ihn nach seinem Tod hören kann: Der Pathologe Martin Gänsewein.
Und der ist das totale Gegenteil zu Pascha. Ein hochintelligenter Wissenschaftler, kultiviert, aber eher linkisch im Umgang mit dem schönen Geschlecht.
Warum ausgerechnet Martin Pascha hören kann wird nicht erklärt. Das ist auch nicht nötig, damit die Geschichte funktioniert. Es ist eben so.
Das Buch lebt so hauptsächlich von Paschas respektlosen Sprüchen und vom Gegensatz der beiden Hauptcharaktere.
Allzu viel darf man von der Geschichte aber nicht erwarten. Sie lebt hauptsächlich von der Situationskomik. Der Kriminalfall selbst ist eher banal und mehr Kulisse als wirkliche kriminalistische Herausforderung. Zumindest als Leser ahnt man schnell wie die Zusammenhänge aussehen und gerade zum Ende hin, konnte ich nur den Kopf schütteln, weil sowohl Pascha als auch Martin anscheinend einfach nicht nachdenken und naiv/trampelig von einer gefährlichen Situation in die nächste schlittern.
Leider bleiben auch die Nebenpersonen eher blass und sind wenig präsent.
Zum Schluss hin ging mir alles etwas zu schnell. Zwar kann das Ende durchaus so stehen bleiben, ist durchaus witzig und originell, aber ich war schon etwas frustriert, weil man als Leser etwas im Regen stehen gelassen wird. Zum Glück hatte ich dank Sony jedoch gleich eine Leseprobe für den Folgeband auf dem Reader.
Jetzt bin schwer am Kämpfen, ob ich mir nicht die Fortsetzung kaufen soll...
Fazit: Witzige Idee!
