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Autor Thema: Andrew Greig - That summer (In jenem Sommer)  (Gelesen 709 mal)

Kirsten

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Andrew Greig - That summer (In jenem Sommer)
« am: 18. Juni 2009, 14:22:00 »

 

Inhalt
England im Sommer 1940: der Luftkampf um Großbritannien steht kurz bevor. In dieser Zeit treffen Stella, Maddie und die beiden Piloten Len und Tad bei einer Tanzveranstaltung aufeinander. Jeder der vier jungen Leute bringt eine andere Geschichte mit: Stella brach ihre Ausbildung zur Lehrerin ab um an den Radarschrimen zu arbeiten, Maddie ist ein Mädchen das nichts ernst zu nehmen scheint, Len tratt der Luftwaffe aus Begeisterung fürs Fliegen bei und der Pole Tad ist bei der britischen Luftwaffe um sich so an den Deutschen zu rächen die fast seine gesamte Familie ausgelöscht haben.
In der besonderen Stimmung der Ruhe vor dem großen Sturm verlieben sich die jungen Leute ineinander. Lens und Stellas Beziehung scheint von Anfang an für die Ewigkeit geschaffen zu sein während Tad und Maddie durch ihre Beziehung eher den Krieg um sie herum vergessen zu scheinen wollen. Doch auch ihre Liebe kann sie nicht beschützen. Während Tad und Len jeden Tag in der Luft um ihr Leben fürchten müssen erleben die Mädchen auch am Boden die Schrecken des Krieges...

Meine Meinung
That summer erzählt von vier Monaten im Leben von vier jungen Menschen. Jeder von ihnen geht mit dem Krieg auf eine andere Weise um. Stella macht sich oft Gedanken über das deutsche Fräulein das wie sie die Punkte auf dem Radarschirmen betrachtet, Maddie scheint alles auf die leichte Schulter zu nehmen und keinem Flirt abgeneigt zu sein, Len liest in jeder freien Minute und Tad sieht die Fliegerei anscheinend als großen Spaß an.
Keiner von ihnen redet über die Zukunft, sondern scheint nur in der Gegenwart zu leben. Sogar wenn einer der Kameraden abgeschossen wird ist er am nächsten Tag schon vergessen. Die Geschichte wird abwechselnd von Stella und Len erzählt, die die gleichen Ereignisse aus ihrer Sicht erzählen.  Nur wenn sie eine zusammen sind scheint alles andere weit weg zu sein. Sie erleben ein paar gestohlene Tage weil Len bei einem Einsatz verletzt wird und Urlaub bekommt und auch Stella diese Tage frei bekommt. Die Rückkehr in den Krieg ist danach umso schwerer.
Auf dem Buch stand diese Bemerkung "It will be a long time since a book made you care so much". Zumindest auf mich trifft das voll und ganz zu. Andrew Greig beschreibt den Krieg aus der Sicht von vier vordergründig unterschiedlichen Menschen, die doch mehr gemeinsam haben als ihnen bewußt ist. Es ist ein sehr ruhiges Buch, das zum Nachdenken anregt. Eigentlich wie alle Bücher von Andrew Greig, doch dieses hier ist etwas ganz besonderes.
5ratten

Liebe Grüße
Kirsten

EDIT: Deutschen Titel im Betreff und deutschen Amazonlink eingefügt. LG, Saltanah


« Letzte Änderung: 24. Juni 2009, 20:45:38 von Saltanah »
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illy

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Re: Andrew Greig - That summer (In jenem Sommer)
« Antwort #1 am: 20. Oktober 2012, 08:52:59 »

"That summer" ist der Sommer des Battle of Britain, der Phase des 2. Weltkriegs, in dem die Vormachtstellung im englischen Luftraum zwischen britischer und deutscher Luftwaffe entschieden wurde. Das Buch beschreibt diese Monate abwechselnd aus der Perspektive eines jungen Piloten und seiner Freundin, einer Radartechnikerin. Man erlebt durch Leo die Spannung des Luftkampfs ebenso mit wie zuvor das stundenlange Warten auf einen Einsatz, während Stella auf den Radarschirm starrt und betet, dass sie die Symbole korrekt interpretiert und weitergegeben hat. Beide müssen lernen, während des Einsatzes ihr Privatleben inklusive der persönlichen Verluste, die der Krieg sie schon bald erleiden lässt, beiseite zuschieben.

Dabei ist nicht nur der Krieg das Thema von "That summer" und wie man mit der plötzlichen Nähe des Todes umgeht, sondern auch die generellen Veränderungen, die sich in der Gesellschaft ergeben. Die gibt es im Kleinen, in ganz alltäglichen Dingen wie der Kleidung, aber auch im Großen. Es existiert ein übergreifendes "wir stehen gemeinsam zum Vaterland" -Gefühl und die typisch englischen Klassenschranken sind nicht mehr so strikt wie noch zuvor.

Da beiden Hauptfiguren bewusst ist, dass der Krieg ihr Leben jederzeit beenden könnte, leben sie viel stärker für den einzelnen Augenblick, eine Planung bis zum nächsten Wochenende erscheint fast schon langfristig. Über dem ganzen Buch schwebt eine Endlichkeit, ein leidenschaftliches, fast schon verzweifeltes Festhalten am Leben und seinen schönen Augenblicken im Angesicht der eigenen Sterblichkeit. Es gibt einen - viele Jahrzehnte später spielenden  - Epilog, der berichtet, wie es nach diesem Sommer weiterging und der mich mit einer Träne im Auge und einem gleichzeitigen Lächeln zurückließ. Diese Mischung aus Tragik und Lebensfreude, die man in Ansätzen auch zuvor schon immer wieder bemerkt und die einen auch nach Zuschlagen des Buches nicht so schnell wieder loslässt, macht das Buch von der Stimmung her zu etwas Besonderem.

4ratten:marypipeshalbeprivatmaus:
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Re: Andrew Greig - That summer (In jenem Sommer)
« Antwort #2 am: 20. Oktober 2012, 10:44:05 »

Aaaaarghhhhh. Ich wusste schon beim ersten Satz Deiner Rezi, dass Du mal wieder meinen SUB-Abbau sabotieren würdest!  :breitgrins:
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Kirsten

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Re: Andrew Greig - That summer (In jenem Sommer)
« Antwort #3 am: 20. Oktober 2012, 21:14:02 »

@illy: wie schön, dass dir das Buch gefallen hat! Es ist neben "Electric Brae" mein Lieblingsbuch von Andrew Greig. Bei den beiden kann ich mich nicht entscheiden, welches mir besser gefällt. Willst du noch andere Bücher von ihm lesen?

@Valentine: beschwer' dich nicht- das geht mir mit deinen Rezis genauso :zwinker:
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