So,
ich bin durch. Die letzten Kapitel fand ich eigentlich auch alle toll, außer das mit dem Soldaten. Da muss ich meinen Vor
rednernschreibern zustimmen. Das war mir auch zu verwirrend.
Sehr gut gefallen hat mir das Kapitel mit Salim. Da hat er den Auftragskiller geschickt ausgetrickst und wird wohl tatsächlich zum Bollywoodstar werden.
Und die Liebesgeschichte um Ram und Nita fand ich auch super. Ich hatte mit so etwas ja schon gar nicht mehr gerechnet... Das Schicksal von Nita war aber wirklich sehr tragisch. Ihr ist ihre Schönheit zum Fluch geworden. Das kontrastiert schön mit Neelima Kumari (hieß sie so?), der ihre Schönheit zu Ruhm verholfen hat und die sich verzweifelt an den Erhalt der Schönheit klammerte.
Das Finale der Quizshow war wirklich nervenzerreißend! Es kam der wahre Grund für Rams Teilnahme am Quiz heraus und ich hätte ja schwören können, dass der Moderator ihn trotzdem noch einmal reinlegen will und ihm die falsche Antwort nennt. Da hat der gute Ram ja nochmal Glück gehabt, im Gegensatz zum Moderator...
Und warum die Anwältin Ram geholfen hat, wurde auch noch aufgelöst. Da lagen wir wohl alle falsch.

Der Epilog war zwar wieder etwas sehr Happy-End-mäßig (hat mich etwas an Harry Potter VII erinnert), aber es war noch zu verkraften. Witzig fand ich die Aufklärung mit der Glücksmünze. Ich hatte es ja schon fast geahnt...
Mir ist übrigens aufgefallen, dass Sprache in dem Buch eine wichtige Rolle spielt. Ram wird sein Englisch ziemlich oft zum Vorteil. Er bekommt im Waisenhaus einen Nachschlag und hat mehr Macht aufgrund seiner Sprache. Auch als Fremdenführer ist das der Grund, dass er mehr Geld verdient als alle anderen.
Im Gegensatz dazu wird dann Shankar dessen Mangel an Sprache zum Verhängnis. Er kann Ram nicht mitteilen, dass er von dem Hund gebissen wurde und nicht von der Mauer gefallen ist.
Wobei Shankars Sprachproblem auch den Vorteil hatte, dass er nie von der Polizei durchsucht wurde, was Ram dann auch einmal zu seinem Vorteil nutzt.
Alles in allem, hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Obwohl es ja häufig tragische Geschichten erzählt, hilft die leichte Sprache dem Leser, doch nicht daran zu verzweifeln, sondern auch einmal optimistisch zu denken und an das Schicksal zu glauben: auch wenn es nur in Form einer gezinkten Münze daherkommt.
Liebe Grüße,
Dalloway