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Autor Thema: Trudi Canavan - Magie  (Gelesen 1170 mal)

Annabas

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Trudi Canavan - Magie
« am: 31. Mai 2009, 22:33:39 »

Trudi Canavan – Magie



Inhaltsangabe:

Die junge Tessia träumt davon, Heilerin zu werden – doch Frauen ist dieser Beruf verboten, wenn es nach ihrer Mutter ginge, sollte Tessia schnellstmöglich heiraten und Kinder bekommen.
Als Tessia bei einem zunächst harmlos aussehenden Krankenbesuch in Gefahr gerät, tritt ihr magisches Talent zutage. Sie ist ein „Naturtalent“, eine Person mit bisher unentdeckten magischen Kräften und diese müssen ausgebildet werden, zu ihrem eigenen Schutz – so lautet das Gesetz von Kyralia, dem Land, in dem Tessia lebt.
Tessia wird Schülerin von Lord Dakon, dem örtlichen Gutsherren und Magier. Dieser hat bereits in Jayan einen Meisterschüler, und Jayan ist nicht begeistert von Tessias Anwesenheit – er fürchtet, dass der Unterricht der jungen, nicht adeligen Frau seine eigene Ausbildung verzögert und erkennt auch bald die Konkurrenz, denn Tessias Begabung ist beträchtlich und sie lernt sehr schnell.
Tessia lebt sich nach einigen Problemen gut in ihrem neuen Leben ein, aber sie vergisst auch ihr altes Ziel nicht: sie will nun ihre Magie nutzen, um Menschen zu heilen – das ist etwas Neues, denn bisher sind Heiler ausschließlich nicht magisch begabte Männer, und die Magier haben im Gegenzug kaum Interesse an der Heilkunst.
Doch Tessia erzielt mit ihren Methoden Erfolge, die um so wichtiger werden, als Kyralia von den feindlichen Sachakanern aus dem Norden her angegriffen wird. Die sachakanische Armee dringt dabei weit ins Land vor und hinterlässt auf ihrem Weg viele Tote und Verletzte – eine große Aufgabe für Tessia und für die kyralischen Magier, die sich zur Verteidigung des Landes zusammenschließen müssen, um ihre Kräfte zu bündeln und zu verstärken ...

Das Buch wurde als Prequel für Trudi Canavans „Sonea-Trilogie“ („Die Rebellin“ / „Die Novizin“ / „Die Meisterin“) geschrieben.

Der erste Satz:

„Es gab keine schnelle und schmerzlose Methode, eine Amputation durchzuführen, das wusste Tessia.“

Meine Meinung zum Buch:

Nach einigen kleinen Anfangsschwierigkeiten entwickelte sich dieses Buch zu einem fesselnden Lesegenuss, der sich mit der „Sonea-Trilogie“ durchaus messen kann.

Trudi Canavans Stärke liegt meiner Meinung nach in der Entwicklung ihrer Romanfiguren. Es ist schon erstaunlich, wie sie mit einer relativ kurzen Beschreibung auch den kleineren Nebenfiguren einen Charakter und eine lebendige Persönlichkeit verleihen kann. Ihre Hauptpersonen werden sehr sorgfältig entwickelt, so dass sie immer weitere Facetten und schärfere Konturen gewinnen und schließlich einen sehr differenzierten Charakter erhalten haben. Trotzdem gelingt es der Autorin, mich noch mit unerwarteten Wendungen und Reaktionen zu überraschen, so dass die Charaktere bei aller Genauigkeit und bei ausgefeilter Vergangenheit nicht langweilig oder zu leicht durchschaubar werden.

Die Hauptperson dieses Romanes ist Tessia, die Meisterschülerin. Sie wird sehr sympathisch beschrieben und ich habe sie gleich ins Herz geschlossen. Ihren Wunsch, Menschen zu heilen, habe ich ihr auch jederzeit abgenommen, sie agiert äußerst glaubwürdig. Als zweite Hauptperson sehe ich Jayan, ebenfalls Meisterschüler und Tessias Konkurrent, wobei das Konkurrenzgefühl sehr stark auf seiner und weniger auf Tessias Seite steht. Auch Jayan entwickelt sich im Laufe der Geschichte sehr positiv und sein zunächst feindseliges Verhalten Tessia gegenüber wird gut und nachvollziehbar erklärt, so dass er zum Schluss ein ebenfalls sehr glaubwürdiger Charakter ist. Hauptpersonen „in zweiter Reihe“ sind Lord Dakon, Tessias und Jayans Lehrer, der sachakanische Sklave Hanara und Stara, die junge Halb-Sachakanerin. Auch diese Figuren werden sehr schön entwickelt, so dass man mit ihnen zu leben und zu fühlen glaubt. Und wie schon gesagt, gibt es noch eine Vielzahl weiterer, mehr oder weniger bedeutsamer Nebenfiguren, die aber alle ihr eigenes Leben haben.

Mit dem Spannungsaufbau hatte ich zunächst einige Schwierigkeiten. Der Anfang des Buches war sehr interessant, ich lernte die kyralischen Sitten und Gesellschaftsstrukturen kennen, so dass ich mich relativ schnell (wieder) in dieser phantasievollen Welt zurecht gefunden habe. Dann allerdings begann die Geschichte etwas vor sich hin zu dümpeln, die Figuren diskutierten nur noch hin und her, und ich begann mich schon zu fragen, wohin die Autorin eigentlich steuern will, alles erschien mir recht richtungslos und teilweise etwas wirr. Doch ab Seite 200 etwa, mit Tessias Reise in die Hauptstadt Imardin, nahm die Geschichte dann wieder Fahrt auf und ab diesem Punkt mochte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Geschickt fand ich, dass die Autorin aus mehreren Perspektiven erzählt. Zum einen natürlich die kyralische Seite aus der Sicht von Tessia und Jayan, dann aber auch aus der Sicht des feindlichen Volkes der Sachakaner. Dazu führt sie zwei Personen in die Handlung ein: Hanara, der Sklave eines sachakanischen Magiers und Stara, die junge Halb-Sachakanerin, die zu ihrem Vater in dessen Land reist und mit deren Hilfe ich viel über die dortigen Sitten und Gebräuche erfahren konnte. Damit konnte ich auch die inneren Verhältnisse von Sachaka kennenlernen und mit diesen Menschen die „andere Seite“ des Kampfes erleben und war sozusagen mittendrin im Geschehen.

Vom Stil her ist das Buch gut und flüssig zu lesen. Trudi Canavan erzählt die Geschichte chronologisch, ohne Zeitsprünge und Rückblenden, was mir persönlich immer gut gefällt, denn Rückblenden reißen mich oft aus dem Lesefluss heraus. Die Geschichte ist auch in sich geschlossen – wobei es sich die Autorin nicht verkneifen kann, eine interessante Möglichkeit für eine Fortsetzung anzulegen, die ich dann auch wieder sehr gerne lesen würde. Doch wenn es kein weiteres Buch geben sollte, kann dieses durchaus alleine stehen.

Meine Bewertung:    4ratten

Viele Grüße von Annabas    :winken:
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Antw:Trudi Canavan - Magie
« Antwort #1 am: 01. Juni 2009, 00:13:33 »

Danke für die schöne Rezi, Annabas! :winken: Das Buch steht schon länger auf meiner Wunschliste, aber ich werde wohl auf die Taschenbuchausgabe warten, falls es denn eine geben wird.
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Valentine

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Antw:Trudi Canavan - Magie
« Antwort #2 am: 07. Januar 2010, 10:34:48 »

Vielleicht war es für mich nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch - aber ich habe mich bis Seite 100 durchgelangweilt und dann abgebrochen.

Der plötzliche Ausbruch von Magie bei Tessia erinnerte mich doch sehr stark an den Anfang der Sonea-Trilogie, die Figuren fand ich alle nicht wirklich interessant, und die politischen Verwicklungen waren so lang und öde beschrieben, dass ich darauf einfach keine Lust mehr hatte ...
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illy

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Antw:Trudi Canavan - Magie
« Antwort #3 am: 11. Februar 2010, 17:53:46 »

Hauptperson dieser Vorgeschichte zur "Schwarze Magier"-Reihe  ist Tessia, Tochter eines Heilers, die damit hadert, dass sie als Tochter eines Landheilers vermutlich nicht den Beruf der Heilerin ergreifen kann. Ihre Mutter sucht bereits einen Ehemann für sie, während sie sich nur für die Medizin interessiert. Da stellt sich plötzlich heraus, dass sie ein Naturtalent ist - ihr magisches Potential ist so groß, dass es sich ohne Schulung Bahn bricht und der örtliche Lord sie deswegen zur Meisterschülerin nimmt und zur Magierin ausbildet. Ihre Freude darüber hält sich erst in Grenzen, die Möglichkeit durch Magie zu heilen, erweckt aber ihr dann ganzes Interesse. Genau in diesem Zeitraum überfallen Magier aus dem Nachbarreich Sachakan das Land und so wird Tessias Ausbildungszeit durch Krieg geprägt. Ungefähr in der Mitte führt die Autorin noch eine weitere Figur ein, Stara, eine Halbsachakanerin, die als junge Frau in das Haus ihres Vaters beordert wird und die Geschehnisse dort zwar aus dem Blickwinkel einer Außenstehenden, aber doch von innen heraus beleuchtet.

Die Geschehnisse erscheinen, auch im Hinblick auf die Zukunft schlüssig. Stara, die ein neue Zukunft aufbaut, die Entstehung der Ödnis und die Gründung der Magiergilde und besonders ihres Unterzweigs der magischen Heiler. Da möchte man doch gleich noch einmal die ganze Teile lesen und mit dem neuen Vorwissen die Geschehnisse, Völker und Bündnisse aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Offensichtliche Widersprüche sind mir jedenfalls nicht aufgefallen, allerdings kam mir auch nichts wirklich bekannt vor. So ganz glücklich bin ich mit dem Buch allerdings insgesamt nicht geworden. So interessant der Erzählstrang um Stara auch ist - für den Verlauf der eigentlichen Geschichte ist er absolut nicht notwendig. Die Autorin hätte das lieber auslassen und sich eine andere Möglichkeit suchen sollen, um zu zeigen, dass nicht alle Sachakaner Monster sind - und vielleicht ein weiteres Buch nur über Stara und ihre Verbündeten schreiben sollen. Tessia rückt hingegen im Verlauf des Buches immer weiter in den Hintergrund und ist nur noch eine Begleitperson, die mit den ganzen anderen Magiern durch die Gegend reitet und Schlachten ausficht. Ab und zu lässt die Autorin sie jemanden heilen und dabei jedes Mal ein bisschen mehr Magie in den Heilprozess einfließen. Das wirkt aber nicht authentisch, sondern eher so als wolle die Autorin unbedingt die Entwicklung der Heilermagie aufzeigen und Tessia ist dabei nur das Mittel zum Zweck. Canavan entfernt sich leider im Verlauf der Geschichte immer weiter von ihren Figuren und droht dadurch in Langweile abzudriften – zumindest aber verflacht die Geschichte immer mehr.

Ein Hinweis auf das Glossar wäre ganz nützlich gewesen, so habe ich es nur durch Zufall entdeckt - und auch erst, als ich bereits auf Seite 500 war. Soviel ist mir dadurch allerdings auch nicht entgangen.

"Magie" ist eine angenehme Ergänzung zur bestehenden Reihe und vermutlich auch so ganz gut lesbar. An die Qualität der „Schwarze Magier“ – Reihe reicht es allerdings lange nicht heran.

3ratten:marypipeshalbeprivatmaus:

Nachtrag: Nachdem ich jetzt ein weiteres Buch von ihr gelesen habe muss ich nachträglich, für einen korrekten Vergleich das halbe Mäuschen wieder abziehen, es bleiben nur 3ratten übrig
« Letzte Änderung: 05. August 2010, 08:16:38 von illy »
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Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.  (Friedrich Nietzsche)

samea

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Re: Trudi Canavan - Magie
« Antwort #4 am: 25. Januar 2012, 15:53:25 »

Was war bevor die Gilde der schwarzen Magier entstanden ist? Wie kam es dazu, dass die Magier eine Gilde bildeten?

Dieser Frage geht Trudi Canavan im Buch Magie nach. Ihre Hauptdarstellerin Tessia, ist die Tochter eines Heilers. Für alle überraschend zeigt sich, dass sie magische Fähigkeiten hat. Sie wird zur Magierin ausgebildet. Unverkennbar sind hier Parallelen zur "Gilder der schwarzen Mageir" zu erkennen. Dennoch, dieses Buch ist kein Abziehbild der vorher geschriebenen, sondern entwickelt sich eigenständig.  Es werden Einblicke in das Leben der gegnerischen Nachbarvölker Kyralia und Sachaka gegeben. Die Entstehung vieler Gegebenheiten (Verräterinnen, Ödland..), die der Leser aus der "Gilde der schwarzen Magier"  und den Sonea Büchern kennt, werden erklärt. Da das Buch ein eigenständiges Werk ist und die Kenntnis der vorhergegangenen Bücher nicht voraussetzt, ist es auch für Leser, die die "Gilde der schwarzen Magier" und die "Sonea" Bände nicht kennen, verständlich. Das Buch liest sich ausgesprochen flüssig und ich fand es sehr spannend. Eine Absolute Leseempfehlung!

 5ratten
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