

Hercule Poirot hat sich zur Ruhe gesetzt und züchtet in einem kleinen Dorf Kürbisse, als ausgerechnet dort ein Mord geschieht. Ein wohlhabender Mann wird getötet und für die Polizei ist schnell klar, wer der Täter sein muss. Flora Ackroyd, die Nichte des Opfers, kann die Theorie der Polizei jedoch nicht akzeptieren und wendet sich in ihrer Not an Poirot, der den Auftrag sofort annimmt. Wie nicht anders zu erwarten, teilt Poirot die Ansichten der Polizei nicht, wenngleich es ihm auch Probleme bereitet (oder zumindest zu bereiten scheint), den wahren Täter ausfindig zu machen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Dr. Sheppards, dem Arzt des Dorfes. Dieser unterstützt Poirot bei seinen Ermittlungen und schreibt den Fall nieder. Dabei lässt er persönliche Eindrücke und Wertungen mit einfließen - und kommentiert das Vorgehen Hercule Poirots immer wieder, was zu wilden Spekulationen bezüglich des Geisteszustands des Detektivs führt und für den Leser sehr amüsant ist.
Die Handlung wird schnell erzählt, die Abfolge der einzelnen Untersuchungsschritte folgen schnell aufeinander und alle Informationen, die nicht im weitesten Sinne mit dem Mord in Verbindung gebracht werden, werden bei der Erzählung weggelassen. Nun drängt sich der Verdacht auf, dass dies langweilig oder eintönig sein könnte, ist es aber nicht. Dadurch, dass relativ viele Personen als mögliche Täter in betracht kommen (Personal, Verwandte, Freunde) und die möglichen Motive breit gefächert sind, ist die Geschichte dennoch vielseitig und bietet immer wieder neue Aspekte.
Dies wirkt sich natürlich auch sehr positiv auf die Spannung aus. Während des gesamten Buches wird nicht klar, wer letztlich der Täter ist. Immer wieder wechselt die Richtung der Ermittlungen und immer wieder wird so der Verdacht auf eine andere Person gelenkt. Erst ganz kurz vor dem Ende klärt sich alles auf - Hercule Poirot demonstriert einmal mehr seine Überlegenheit. Allerdings geschieht dies in diesem Fall nicht so überheblich, wie es in manch anderem Buch der Fall war, was ich sehr angenehm finde.
Die Figuren werden (mit wenigen Ausnahmen) recht detailliert beschrieben, was sicherlich auch der Tatsache zu verdanken ist, dass nahezu jeder einmal in den Fokus der Ermittler (sei es seitens der Polizei oder Poirots) rückt und dem Leser eine entsprechende Menge an Informationen offenbart wird.
Poirot wird gewohnt korrekt, überlegen und freundlich dargestellt. Sein detektivisches Geschick wird, wie oben bereits erwähnt und wie man es kennt, regelrecht zelebriert. Auch wenn er sich zur Ruhe gesetzt hat und vielleicht etwas aus der Übung ist, „Papa Poirot weiß alles“.
Es ist ein sehr gelungener und vor allem spannender Krimi, der es seinem Leser sehr schwer macht, den Mörder zu erkennen. Ich kann das Buch nur jedem empfehlen.
Meine Wertung:
