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Autor Thema: Michelle Harrison: Elfenseele - Hinter dem Augenblick  (Gelesen 821 mal)

Lúthien Míriel

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Inhaltsangabe: Nie wieder wollte Tanya ihre Großmutter auf Elvesden Manor besuchen, denn niemand will sie dort haben, nicht ihre Großmutter und nicht die Elfen, die zu Hunderten und Tausenden die Wälder um das alte Herrenhaus bevölkern. Doch nun liegt ein ganzer Sommer vor Tanya, und während sie versucht, ihrer Großmutter aus dem Weg zu gehen, stößt sie auf ein Geheimnis: Vor fünfzig Jahren ist ein Mädchen im Wald von Elvesden verschwunden und seitdem hat niemand etwas von ihr gehört.
Tanya ahnt, dass sie die einzige ist, die das Rätsel lösen kann. Denn die Elfen scheinen darin eine entscheidende Rolle zu spielen... .

Meine Meinung: Ich habe das Buch im Laden gesehen und spontan gekauft. Worum es ging wusste ich nicht, weil ich die Inhaltsangabe nicht gelesen habe (es war ein in Folie eingepacktes Buch). Ich konnte folglich nur lesen, was auf der Rückseite stand und das hat sich für mich interessant angehört:
Stell dir vor, die Welt ist bevölkert von Elfen und Feen.
Stell dir vor, du bist die Einzige, die sie sieht.
Stell dir vor, du darfst niemandem von ihnen erzählen.
Du bist ganz allein.

Noch dazu sieht es schön aus.
Hätte ich die Inhaltsangabe gelesen, hätte ich vielleicht geahnt, dass dieses Buch nichts für mich ist. Es ist eher für jüngere Mädchen (11-13 Jahre) geeignet, da Tanya auch selbst in diesem Alter ist und auch, weil die Geschichte sehr einfach gestrickt und auch geschrieben war.
Für mich war vieles langweilig und vorhersehbar, aber was mich vor allem enttäuscht hat, war die Tatsache, dass Elfen hier mit Feen gleichgesetzt werden - sie sind alle kleine Geschöpfe, die zum Beispiel im Mehltopf wohnen. Ich weiß auch nicht, aber meine Vorstellung von Elfen ist anders.

Also für mich kein sehr gutes Buch, aber ich kann mir vorstellen, dass es vielen Jüngeren gefällt. Ich kann deswegen nicht generell davon abraten.

 2ratten

P.S.: Das war dann meine erste Rezi im Forum. :breitgrins: Hoffentlich alles richtig so..
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Pandora

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Antw:Michelle Harrison: Elfenseele - Hinter dem Augenblick
« Antwort #1 am: 31. Mai 2009, 13:39:22 »

Für mich war vieles langweilig und vorhersehbar, aber was mich vor allem enttäuscht hat, war die Tatsache, dass Elfen hier mit Feen gleichgesetzt werden - sie sind alle kleine Geschöpfe, die zum Beispiel im Mehltopf wohnen. Ich weiß auch nicht, aber meine Vorstellung von Elfen ist anders.

Mir fällt immer wieder auf, dass die deutschen Übersetzer/Verlage aus den englischen faerie oder fay grundsätzlich Elfen machen (so passiert bei Maggie Stiefvater, Melissa Marr und ich vermutlich auch hier). Was mich schon wundert, weil doch in dem Fall "Fee" wohl tatsächlich die korrekte Bezeichnung wäre.

Allerdings sind haben die tatsächlichen Elfen aus verschiedenen Mythologien auch nicht viel mit dem zu tun, was wir aus der modernen Fantasy kennen.

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mone

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Antw:Michelle Harrison: Elfenseele - Hinter dem Augenblick
« Antwort #2 am: 08. Februar 2010, 23:48:03 »

Klappentext:
Stell dir vor, die Welt ist bevölkert von Elfen und Feen.
Stell dir vor, du bist die Einzige, die sie sieht.
Stell dir vor, du darfst niemandem von ihnen erzählen.
Du bist ganz allein.
Was wirst du tun?


Meine Meinung:
Hier wimmelt es von Elfen. Aber nicht so edle Geschöpfe wie Legolas und Konsorten, sondern richtige Elfen: klein, bösartig, verschlagen, auf den eigenen Vorteil bedacht, dem Menschen nicht unbedingt wohlgesonnen.

Vor 50 Jahren ist ein Mädchen im Wald verschwunden. Tanya, die den Sommer bei ihrer Großmutter verbringt, will das Rätsel um dieses Mädchen lösen und die Elfen wollen es um jeden Preis verhindern.

Eine spannende Geschichte. Sehr lehrreich.
Wie erreiche ich, daß die Elfen mich nicht sehen?
Wie funktioniert die Sache mit den Wechselbälgern?
Was sind die 13 Schätze?
Wie komme ich ins Elfenland?
Gibt es ein Entkommen aus dem Elfenland?

Wird Tanya das Rätsel lösen können?

Fazit:
Spannend, gut geschrieben und unterhaltsam.
Ein ordentliches Jugendbuch!

 3ratten

P.S.: Ich finde die Bezeichnung Elfen für die hier beschriebenen Geschöpfe korrekt.
         Feen sind meines Wissens immer gut und leuchtend.
         Man darf sich wirklich nicht von Tolkiens Elben (und den unzähligen literarischen  Nachfolgern) irritieren lassen...


LG
Mone


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Lach, wenn´s zum Weinen nicht reicht.

:lesen:

Pandora

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Antw:Michelle Harrison: Elfenseele - Hinter dem Augenblick
« Antwort #3 am: 22. Februar 2010, 00:06:48 »

P.S.: Ich finde die Bezeichnung Elfen für die hier beschriebenen Geschöpfe korrekt.
         Feen sind meines Wissens immer gut und leuchtend.
         Man darf sich wirklich nicht von Tolkiens Elben (und den unzähligen literarischen  Nachfolgern) irritieren lassen...

Im Original sind es allerdings Fairies. Elfen (elves) kommen, sofern Wiki nicht irrt, aus dem germanischen und nordischen Sagenkreis, haben also mit den in diesem (und anderen) Büchern beschriebenen Wesen aus dem keltischen Sagenkreis eher weniger zu tun.
Insofern wäre die passendere Übersetzung tatsächlich "Fee", auch wenn die in unserem Kulturkreis eher postiv besetzt sind. (Wobei, die böse Fee aus Dornröschen...)
Einige Verlage rudern auch tatsächlich wieder zurück, so hat Pan zum Beispiel bei Maggie Stiefvaters "Lamentio" noch nachkorrigiert und aus den Elfen Feen gemacht.
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Tikva

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Re: Michelle Harrison: Elfenseele - Hinter dem Augenblick
« Antwort #4 am: 21. November 2010, 17:28:17 »



Meine Meinung:
Auf dem Cover ist ein Mädchengesicht mit stechend grünen Augen zu sehen. Blätter, die in angenehmen Grün- und Rottönen gehalten sind, umringen ihr Gesicht.
Im Vordergrund, in einer schönen, geschwungenen, weißen Schrift, steht das Wort "Elfenseele". Darunter, in Schwarz gehalten, der Titel "Hinter dem Augenblick".

Dieser Roman ist das Debüt von Michelle Harrison und gleichzeitig der Auftakt einer Serie, in der es um Elfen geht.
Was die Schreibweise und Schilderungen angeht, ist es ein Jugendbuch. Aber es kann auch für Erwachsene ein nettes Abenteuer sein.

Die vierzehnjährige Protagonistin Tanya wird in den Sommerferien zu ihrer Großmutter nach Elvesden Manor abgeschoben. Ihre Mutter kommt mit Tanyas Schusseligkeit und ihrem Zerstörungswahn nicht mehr klar. Auch die Ärzte, bei denen sie schon waren, wissen keinen Rat.
Dabei wäre es so einfach, wenn die Erwachsenen sie auch sehen könnten: Tanyas Leben wird durch Elfen erschwert, die immer alles durcheinander bringen und ihr regelmäßig Ärger einhandeln.
Bei ihrer Großmutter angekommen, stellt sich Tanya auf eine langweilige und eintönige Zeit ein. Denn genauso wenig, wie sie dort sein möchte, will ihre Großmutter Tanya bei sich haben.
Nur Fabian, der Sohn des Hausmeisters, leistet ihr ab und zu Gesellschaft. Fabian kam mir immer wie ein alter Geschichtenerzähler vor. Er wusste zu allem etwas zu sagen und das, was er von sich gab, war immer äußerst informativ.
Ohne ihn wäre Tanya vermutlich auf dem Anwesen versauert. Aber Fabian brachte sie immer wieder aufs Neue dazu, mit ihm nach versteckten Gängen in dem großen Anwesen zu suchen.

Es kommt nur sehr langsam Leben in die Geschichte. Es gab anfangs immer wieder Situationen, die auf mich sehr zäh wirkten, aber doch interessant genug waren, um immer weiterzulesen.
So wirkte es auf mich, als wollte die Autorin mit diesem Auftakt erst einmal ein Grundgerüst erschaffen.
Dadurch wurde alles sehr genau geschildert und ich fühlte mich wie Tanyas Schatten, der ihr überall hin folgte und alles genauso in sich aufnahm.
Das Anwesen von Tanyas Großmutter, der verbotene Wald und das kleine Städtchen Tickey End, nahe Elvesden Manors, wurden sehr anschaulich dargestellt.
Ihr Gefährte Fabian wurde mir, wie Tanya selbst, ausführlich vorgestellt: zwei Jugendliche, die aus Langeweile die seltsamsten Einfälle hatten. Zudem musste Tanya Fabian die Anwesenheit der Elfen verheimlichen, was teilweise sehr schwer war. Ein Beispiel: Salz und Zucker wurden vertauscht, obwohl noch Minuten davor alles geordnet war ...

Ab schätzungsweise der Hälfte des Romans wurde es langsam spannend.
Tanya lernte ein Mädchen namens Red kennen, das, wie sie selbst, Elfen sehen kann. Durch sie erfuhr Tanya etwas sehr Wichtiges über sich und seitdem fühlte sie sich nicht mehr allein mit ihrem Elfen-Problem.
Die Erklärungen über die Elfen, ihr Reich, wie man sich vor ihnen schützen kann und einiges mehr schilderte Red Tanya, so gut es ihr möglich war. Tanya saugte alles wie ein Schwamm auf und war dankbar für jeden einzelnen Tipp.
Kurz darauf ging sie mit Fabian in den verbotenen Wald, um einer alten Geschichte auf den Zahn zu fühlen, die mit einem Mädchen zu tun hat, das vor fünfzig Jahren verschwand.
Im Wald wurde es gar immer dramatischer, denn was dort alles geschah, war äußerst düster und ziemlich merkwürdig ...

Während des ganzen Romans verhielten sich Tanyas Großmutter und Fabians Vater Warwick äußerst seltsam. Bei Warwick hatte ich manchmal den Verdacht, er könne in die Zukunft schauen. Er tauchte oft an Orten auf, an denen Tanya und Fabian etwas "Verbotenes" machen wollten.
Was hinter ihrem merkwürdigen und distanzierten Verhalten steckte, erfuhr ich erst ganz zum Schluss. Und somit wurde eine spannende Brücke zum zweiten Teil von "Elfenseele" geschlagen.

Die Kapitel waren zwar nur durchnummeriert, aber jeder Anfangsbuchstabe wurde sehr groß hervorgehoben und mit süßen kleinen Verzierungen versehen, wie z. B. einer Kerze oder einer Maus.
Auch wurden die Kapitel stellenweise durch Absätze etwas aufgeteilt. Dies wurde ebenfalls schön durch eine kleine Zeichnung hervorgehoben.
Die Sätze waren einfach gehalten und ich kam beim Lesen nicht aus dem Tritt, was bei verschachtelten Sätzen manchmal der Fall ist.

Fazit:
Mit diesem Auftakt, auf dessen zweiten Teil ich mich nun sehr freue, hat die Autorin eine schöne und etwas düstere Fantasiewelt erschaffen.
Ich vergebe diesem Roman drei positive Sterne.

3ratten

Reihenfolge von Elfenseele:
1. Hinter dem Augenblick
2. Zwischen den Nebeln

© haTikva - Nethas Schmökerkiste 17.11.2010
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Kati

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Re: Michelle Harrison: Elfenseele - Hinter dem Augenblick
« Antwort #5 am: 22. November 2010, 09:54:41 »

Hallo Tikva,

ich finde du verrätst etwas viel vom Inhalt.
Zum Glück bin ich schon über die von dir angesprochenen Details "ab der Hälfte des Buches wird spannend.. " [..] hinweg, sonst wäre ich jetzt wohl ziemlich deprimiert.
Vielleicht kannst du diesen Abschnitt für andere Leser in einen Spoiler packen. Danke schön  :winken:

Kati
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Kati

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Re: Michelle Harrison: Elfenseele - Hinter dem Augenblick
« Antwort #6 am: 23. November 2010, 19:04:32 »

Meine Meinung:

Tanya ist ein junges Mädchen, die es scheinbar nicht leicht hat im Leben. Ständig passieren merkwürdige Dinge um sie herum, die ihr angelastet werden. In Wahrheit sind die Elfen schuld, aber das kann sie niemandem erzählen. Würde es jemand glauben? Als das Chaos ihrer Mutter mal wieder über den Kopf wächst, wird Tanya zu ihrer Großmutter nach Elvesden Manor geschickt, ein altes Anwesen mit Geheimgängen, Garten und dem Henkerswald in der Nachbarschaft. Diese Ferien werden vieles verändern und aufdecken, was noch keiner ahnt. Gemeinsam mit ihrem Hund Oberon und Fabian, dem Sohn des Hausmeisters, stürzt Tanya mitten in ein Abenteuer.

Die Story klingt ähnlich wie "Spiderwick" und "Fabelheim". Beide habe ich gemocht und immer gab es Eigenarten, die das jeweilige Buch von den anderen unterschied. In "Elfenseele" einzutauchen, war also eine Art Experiment. Kann es wieder neu und anders werden? Kann es meine Neugier und Phantasie anstacheln?
Am Anfang plätschert das Buch etwas vor sich hin und kann mich nur wenig begeistern. Von meiner Vorstellung, ein zauberhaftes Elfenbuch zu lesen, habe ich mich schnell verabschiedet. Ich weiß nicht einmal, wie ich auf diese Vermutung kam. Vielleicht lag es an dem tollen Titel, der mir einfach ein positives Gefühl suggerierte. Michelle Harrison geht jedoch einen völlig anderen Weg. Die Elfen sind kleine, hässliche Dinger, die fiese Bosheiten im Sinn haben. Tanya bekommt den Ärger täglich zu spüren. Die Athmosphäre ist durchgängig düster und die Geschichte selbst für mich an manchen Stellen sehr gruselig. Der Schauplatz Henkerswald und die mystische alte Villa machten das Feeling perfekt. Hinzu kommt eine Familiengeschichte, deren Geheimnisse man erforschen kann und Charaktere, die für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Natürlich ist es ein Buch für Kids, Erwachsene werden von Vorhersehbarkeiten nicht ganz verschont bleiben. Wenn man sich aber darauf einlässt, kann man - wie ich - ein fieses, spannendes Elfenbuch lesen. Und spannend war es wirklich. Nach einem Drittel wurde das Plätschern vom Anfang zu einem mitreißenden Strom (und fließendes Gewässer soll ja bekanntlich vor garstigen Fabelwesen schützen).  :zwinker:
Das Ende ist durchaus befriedigend und macht mir Lust auf Band 2.

Schöne Hardcoverausgabe mit Lesebändchen und kleinen Kapitelzeichnungen.

Für Kids in Gruselstimmung ab 12 Jahren:  4ratten

Für Erwachsene würde ich eine Ratte abziehen.

LG Kati  :winken:
« Letzte Änderung: 23. November 2010, 19:06:55 von Kati »
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