

In diesem Büchlein hat Seid einige Erzählungen gesammelt, die man sich laut Vorwort in den Dörfern Tschads beim abendlichen Beisammensein erzählt(e). Teils sind dies Geschichten aus der Vergangenheit des Landes, in denen über frühere Herrscher berichtet wird, teils Märchen und Fabeln.
Die historischen Geschichten stießen bei mir auf Abneigung; heldenhaft verklärte Überfälle auf Nachbarländer, die man ja nur sozusagen prophylaktisch vorgenommen hatte, weil die Nachbarn sonst sicher von sich aus angegriffen hätten, mag ich auch in afrikanischem Gewand nicht.
Besser haben mir dagegen die Märchen gefallen, die einerseits in ihrer Tier- und Pflanzenwelt "exotische" Züge aufweisen, andererseits aber auch stark an wohlbekannte Märchen erinnern - wie das eben mit Märchen so ist. In exotischem Setting werden auch hier Geschichten von bösen Stiefmüttern, magischen Gegenständen oder unsterblicher Liebe erzählt.
Dies ist nett zu lesen, wobei mich die Sprache mit einer gewissen Steifheit nicht ganz überzeugen konnte. Oder ist sie vielleicht ein Zeichen von "afrikanischem Englisch", das sich sicher von europäischem oder amerikanischem unterscheidet.
Ein Buch, das aufgrund seiner Kürze schnell gelesen, aber keinen tieferen Eindruck hinterlässt.
