Gerade habe ich das
29. Kapitel gelesen. Inzwischen hat Arabella Strange Lady Pole kennengelernt. Es tat mir so leid, dass Lady Pole nicht in der Lage war, ihr zu erklären, was mit ihr jeden Abend geschieht. Dann hat ihr Mann sie auch noch so weggezerrt, als wäre sie geistig nicht mehr ganz beisammen. Ich frag mich, wie lange sie das wohl noch so aushält. Es muss für sie schrecklich sein. Bisher wurde noch von keinem erneutem Zusammentreffen der beiden Damen berichtet, aber ich stell mir vor, dass die sich wohl ganz gut verstehen könnten. Eventuell kann Mrs Strange ihr auf irgendeine Art und Weise helfen.
Schade fand ich nur, dass Arabella Strange, als sie sich entscheiden musste, an welches Versprechen sie sich halten würde, sie sich für das von Sir Walter entschieden hat. Aber wer hätte es nicht gemacht? Insgesamt ist mir Arabella Strange sehr sympatisch. Sie ist eine Frau, die weiß was sie will und die dann auch versucht das durchzusetzen. Gleichzeitig unterschützt sie ihren Mann ohne dabei sich selbst zu vergessen.
Das ausgerechnet ein Jonathan Strange in den Krieg ziehen will fand ich doch mehr als lustig. Vor allem weil er so eine romantische Vorstellung davon hat, wie es beim Krieg so hergeht und er die Vorstellung hat, dass alle nur auf ihn warten. Ich denke, es tat ihm ganz gut, dass mal nicht alle nach seiner Nase getanzt haben und er sich erstmal beweisen musste. Sehr bezeichnend für seinen Charater fand ich diesen Dialog:
"Can a magican kill a man by magic?" Lord Wllington asked Strange.
Strange frowned. He seemed to dislike the question. "I suppose a magician might," he admitted, "but a gentlemen never could."
Als ich den Satz zuerst gelesen habe, habe ich mich gleich gefragt, ob er sich wohl daran halten wird. Ich bin mir da nicht ganz sicher. Ich könnte mir vorstellen, dass es eine Situation geben wird, in der von seinem Ehrenkodex als Gentleman abweichen muss, um eventuell seine eigene Haut zu retten.
Mr.Norrell hat ja durchblicken lassen, wie besessen er von seinen Büchern ist. Ich konnte es kaum glauben, dass er es lieber in Kauf nimmt, dass sein Schüler in den Krieg zieht, als dass er möglicherweise ein paar Bücher kauft, die er auch haben möchte. Er scheint da wirklich keine Skrupel zu kennen. Allein wie entsetzt er war, als er merkte, dass er ein paar von seinen Schätzen mit nach Portugal müssen. Er tat mir in seiner verschrobenen Art schon fast ein bißchen leid. Aber wie er sich Mrs. Strange bei der Auktion gegenüber verhalten hat, fand ich doch sehr gemein und rücksichtslos. Ich denke, dass das Verhältnis zwischen den beiden entgültig damit dahin ist. Mal sehen wie sich das auswirken wird.