Hallo zusammen!
Stand: Ende Kapitel 4Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hatte bisher schon einiges an Spaß mit Mr Norrell. Seine Art, die gelehrten "Zauberer" durch einen Vertrag von dem Studium der Zauberei fernzuhalten - ja, das verriet schon einiges über ihn und seine Ansichten. Ich finde ihn durch seine Charaktertiefe und seinen Sarkasmus durchaus sympathisch.
Einerseits möchte er anscheinend auch seine Geheimnisse wahren, indem er Mr Segundus daran hindert, von seinem Besuch detailliert zu berichten - andererseits möchte er an die Öffentlichkeit treten und ihr einen modernen Zauberer präsentieren.
Mr Honeyfoot wirkt auf mich auf eine kindliche Weise sehr naiv, besonders wenn man seine Reaktionen in Bezug auf Mr Norrell's sarkastischen Brief und Norrell selbst betrachtet. Was ihn allerdings für mich nicht negativ darstellt. Überhaupt sind mir die meisten Personen, die bisher eingeführt wurden, sehr sympathisch dargestellt.
Die Schilderungen regen mich an einigen Stellen auch sehr zum Schmunzeln an:
Wenn Sie und ich die Macht hätten, durch Zauberei ein uns gefälliges menschliches Wesen zu rauben und auf alle Zeit bei uns zu behalten, und wenn wir die freie Wahl hätten, dann nehme ich an, dass unsere Wahl auf jemanden fallen würde, der bezaubernder wäre als die Mitglieder der Gelehrten Gilde der Zauberer von York, aber dieser tröstliche Gedanke kam den Herren in der Kathedrale von York nicht, [...]
Die Situation auf Mrs Godesdones Feier war auch denkwürdig. Solange Mr Drawlight Mr Norrell für unwichtig hält, beachtet er ihn nicht und reagiert abweisend und unfreundlich auf ihn. Aber sobald er erfährt, dass Mr Norrell selbst vor ihm steht, ist er die Freundlichkeit in Person. Da möchte wohl jemand, dass der kommende Ruhm Norrells auf ihn abfärbt.
Der Schreibstil wirkt sehr lebendig. Durch die ausführlichen Beschreibung fühle ich mich, wie Twiceybaby schon erwähnte, mitten in die Geschichte hineinversetzt. Die Fußnoten hingegen stören mich eher weniger. Sie verleihen der Geschichte mit ihrer Detailliertheit eine Art Tiefe, welche ebenfalls dazu beiträgt, mich mehr als Beteiligter denn als Leser zu fühlen.
Liebe Grüße,
Grotesque