Ich habe das Buch im Rahmen des SLW 2010 gelesen und zwar in der deutschen Übersetzung "Bockmist":


Der Ex-Soldat Thomas Lang verdient seinen Lebensunterhalt mittlerweile als Sicherheitsberater, wobei ihm seine Kampf- und Waffenkenntnisse zu Hilfe kommen. Wegen dieser Kenntnisse tritt man auch an ihn heran und bietet ihm Geld an, wenn er eine unliebsame Person beseitigt. Dies ist der Punkt, an dem sein Leben außer Kontrolle gerät, denn der vermeidliche Waffen- und Drogenhändler entpuppt sich als Köder, mit dem Lang in eine Affäre zwischen Geheimdiensten und der Waffenlobby hineingezogen wird.
Hugh Laurie, Darsteller des Dr. House, wollte ursprünglich nur ein Tagebuch führen, doch nach einigen eintönigen Einträgen beschloss er, einen Roman zu schreiben, der mit seinem eigenen Leben so gar nichts gemein hatte. Was dabei herauskam, ist ein reichlich überdrehtes und verqueres Buch.
Die Hauptperson Thomas Lang ist ein ziemlich undurchsichtiger Charakter, dessen verschiedene Wesenszüge sich ständig abwechseln: Mal ist er der unsichere Verliebte, der nicht weiß, wie er mit der Frau seiner Wahl umgehen soll. Dann wieder ist er der eiskalte Kämpfer, der sich ohne mit der Wimper zu zucken einer Terrorzelle anschließt. Ambivalente Charaktere sind ja grundsätzlich zu begrüßen, aber nur so lange, wie sie in sich stimmig sind. Diese Grenze hat Laurie meiner Meinung nach überschritten, so dass Lang nicht mehr glaubwürdig ist und vor allem als Sympathieträger versagt. Daran ändert auch die Ich-Erzählperspektive nichts, die normalerweise durch die Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt des Erzählers dabei hilft, die Person zu verstehen.
Was die weiteren Charaktere angeht, so herrscht ein reges Kommen und Gehen, bei dem keiner der Beteiligten einen dauerhafteren Eindruck hinterlässt. Vielmehr hat mich die Anzahl der Handelnden zunehmend verwirrt, zumal alle ein falsches Spiel spielen und auch rein gar nichts so ist, wie es scheint.
Eventuell hätte der von Dr. House bekannte Humor noch etwas retten können, doch blitzte der nur sehr sporadisch auf und auch nicht in der aus der Fernsehserie gewohnten Qualität. Wer das Buch nur aus dem Grund liest, dass der Autor der Darsteller von Dr. House ist, der könnte eine herbe Enttäuschung erleben. Zu mehr als

kann ich mich beim besten Willen nicht durchringen. Was für den Schuster gilt, gilt auch für Laurie: er sollte lieber bei dem bleiben, was er beherrscht und das ist nicht die Schriftstellerei.