David Gilmour (nicht identisch mit dem gleichnamigen Pink Floyd – Mitglied) hat mit „Unser allerbestes Jahr“ ein angeblich autobiographisches Buch geschrieben, über die Zeit, die er mit seinem Sohn verbracht hat, nachdem dieser von der Schule abgegangen war. Gilmour hatte seinem Sohn gestattet, die Schule vorzeitig zu beenden und keine Forderungen in Bezug auf eine Jobsuche oder ähnliches zu stellen, sofern er bereit wäre, mit ihm jede Woche drei ausgewählte Filme anzusehen. Gilmour selber ist freischaffender Filmkritiker und wollte seinem Sohn auf diesem Weg Wissen und Erfahrung vermitteln und verhindern, dass die Vater-Sohn-Beziehung über den Schulkonflikt zerbrach.
Leider ist deutsche Titel bereits ziemlich falsch (so etwas stört mich immer), es handelt sich nämlich nicht nur um ein Jahr , sondern das Buch umfasst fast 3 Jahre, in denen Gilmour seinen Sohn beim Erwachsenwerden begleitet. Über den Umweg des gemeinsamen Filmesehens und darüber Sprechens gelingt es den beiden eine relativ enge Beziehung aufrecht zu erhalten die in diesem Alter zwischen Vater und Sohn eher ungewöhnlich ist. So erleben die beiden eine unglückliche Liebe des Sohnes, irgendwann doch seine ersten Jobs, um sich zusätzliches Geld zu verdienen und die Anfänge des Jungen als Musiker.
Das Buch las sich außerordentlich zügig und angenehm, besonderer Tiefgang hielt sich aber in Grenzen. Gilmours Selbstzweifel empfand ich als etwas störend, allerdings kann ich nicht beurteilen, ob Eltern ihre Erziehung und die Entwicklung ihres Kindes tatsächlich so stark reflektieren.
Es ist ein Buch über eine Vater-Sohn-Beziehung, aber auch darüber, wie sehr Filme zu unserem Leben gehören. Umso blöder, das zu dem Buch keine Filmografie gehört. Auf ein paar Filme hat mich das Buch schon neugierig gemacht, aber da ich nicht mit Notizzettel in der Hand lese, aber auch keine Lust habe, das Buch nachträglich noch einmal durchzublättern, um die interessanten Filme herauszusuchen, wird aus einem „unser allerbestes Jahr“-Filmabend wohl kaum etwas werden.

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