Diese Reihe kann wahrlich süchtig machen!
Mir ist zwar immer noch nicht recht klar, warum die Black Dagger- Romane ins Liebesromanforum weichen mussten, während z.B. Lara Adrian, Katie McAlister, Nora Roberts oder Kresley Cole weiterhin in „Horror und Mystery“ bleiben durften, aber nun gut. Die Einordnung in beide Foren ist möglich und gerechtfertigt.
Ich habe diesen Band schon vor einiger Zeit auf Englisch gelesen und obwohl ich ja dadurch schon wusste, was passieren würde, habe ich das Buch auf Deutsch doch wesentlich mehr genossen.
Eigentlich wollte ich ja die unverschämte Zweiteilung der Romane boykottieren, aber letztlich kam ich dann doch nicht an den Büchern vorbei.
Diesmal ist also Vishous an der Reihe verkuppelt zu werden. Und ich muss ja mal sagen, dass es in der ganzen Bruderschaft anscheinend keinen einzigen Mann mit einem normalen Liebesleben gibt!

Wrath hatte eine Ehefrau, die er nie angerührt hat, Rhage hatte ständig Sex mit Frauen um sein inneres Biest im Zaum zu halten, Zsadist wollte am liebsten gar nichts mehr von Sex wissen und Phury lebt sowieso im Zölibat.
Und jetzt Vishous. Bisexuell und SM!
Für ganz Zartbesaitete ist dieser Roman also nicht das Richtige, aber das dürfte jedem klar sein, der es in der Black Dagger- Reihe bis hierhin geschafft hat. Überhaupt sollte man die Bücher in der richtigen Reihenfolge lesen, da die Nebenhandlung sich doch stetig ausweitet und ein Neueinsteiger sicher große Schwierigkeiten mit dem Verstehen der Zusammenhänge haben dürfte.
Visous bietet also Einiges an Potential,
obwohl er am Ende natürlich (natürlich etwas einfallslos) eine nette junge Frau abbekommt!
Nach Zsadist hat Vishous ganz sicher am härtesten mit seiner schrecklichen Vergangenheit zu kämpfen und die Enthüllungen der Jungfrau der Schrift gleich zu Anfang machen sein Leben auch nicht leichter.
Hier verliert die Jungfrau der Schrift wieder etliche Punkte bei mir, auch wenn sie sich am Ende wieder Mühe gibt zumindest Einiges in Ordnung zu bringen. Dennoch ist es für mich einfach nicht zu fassen wie unsensibel und dumm sich eine Göttin aufführen kann.
Denn es stellt sich heraus, dass sie Vishous Mutter ist. Gezeugt mit dem falschen Mann, dem sie das Kind dann auch noch prompt überlässt, weil er sie dazu zwingt. Hallo, wer ist denn die Göttin?
Dann verlangt sie an einem Tiefpunkt (keine Visionen, Eifersucht wegen Butch) auch noch plötzlich, dass er alles aufgeben soll um 40 Priesterinnen zu schwängern. Dass das nicht gut ankommt, hätte ihr eigentlich klar sein müssen.
Jane hingegen blieb für mich eher etwas blass, vom Prolog mal abgesehen. Obwohl der Prolog die Familienverhältnisse von Jane deutlich klar macht, blieb mir der tiefere Sinn doch verborgen. Hier hätte man ein deutlich rvollständigeres Bild zeichnen können indem man später nochmals wirklich (und nicht so halbherzig) auf die Geschehnisse um Janes Schwester zurückkommt.
Obwohl ich die ganze Zeit wirklich mit Vishous gefiebert habe, war die Handlung dieses Romans leider etwas dünn. Zum Schluss überschlagen sich die Ereignisse auf höchst dramatische Weise und alles wird auf eine eher etwas zweifelhafte Art rasch gelöst.
Nicht, das ich nicht mit etwas Ähnlichem gerechnet hätte, denn die Möglichkeiten ein Menschenleben auf Vampirniveau zu verlängern sind nun mal begrenzt. Beim zweiten Lesen machten die Geschehnisse für mich allerdings einen wesentlich runderen Eindruck.
Die Nebenhandlung konzentriert sich diesmal hauptsächlich auf John und Phury und macht vielversprechende Fortschritte. Leider erfahren wir diesmal nichts Neues über Rhevenge, aber die Reihe ist ja noch lange nicht abgeschlossen.
Weiteres Potential versprechen etliche Andeutungen
z.B. über Vishous Zwillingsschwester.
Während mir im englischen Original besonders die stark überstrapazierte Gossensprache negativ aufgefallen ist (ich konnte gar nicht zählen wie oft die Worte „verdammt“, „Shit“ und „Arschloch“ gefallen sind, aber ich bin mir sicher, dass man auf jeder Seite mindestens eines davon finden kann), so ging es mir diesmal nicht so. Ich hatte den Eindruck, dass in der Übersetzung dann doch Einiges entschärft wurde.
Fazit: Auch dieser Black Dagger- Roman bot wieder Spannung, Action und gute Unterhaltung.
@jade.day:
Aber ich würd gern mal wissen, wie Sex mit einem Geist funktionieren soll
Ganz normal, denke ich. Schließlich wird Jane mit etwas Konzentration völlig stofflich uns sie kann ja auch Kleidung tragen und essen.
Ich freu mich schon auf den nächsten Band, denn da wird Phury genauer unter die Lupe genommen.
Nicht, das ich nicht auch neugierig wäre, aber dieser Band liegt (auf englisch) schon länger hier und ich schaffe es einfach nicht, mich an den jammernden Phury und die blasse Cormia heran zu wagen. Und das, obwohl ich schon so gespannt bin wie es mit Juohn weiter geht!