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Autor Thema: Ruth Nestvold - Flamme und Harfe  (Gelesen 1025 mal)

Anika

  • Gast
Ruth Nestvold - Flamme und Harfe
« am: 04. April 2009, 15:26:44 »



SIE WURDEN GEBOREN, EINANDER ZU HASSEN - DOCH IHRE LIEBE SOLLTE DIE WELT VERÄNDERN!

Einst, zu einer Zeit jenseits der Geschichte, saß eine Frau, so schön wie der Mond, auf einem Pferd und betrachtete ein Feuer. Das Feuer ist Teil der Geschichtsschreibung. Die Frau jedoch ist Teil der Legenden...
Tristan und Isolde, Tristram und Isot, Essylt und Drust, Yseult und Drystan: Die Namen haben sich im Laufe der Zeit geändert, Liebende aber waren sie immer - und ihr Schicksal wurde nie vergessen.

Yseult die Schöne ist eine Prinzessin der Tuatha Dé Danaan, und die Magie des Alten Volkes durchströmt ihre Adern. Doch die Macht der alten Gottheiten schwindet, da Missionare einen neuen Glauben bringen - an den Sohn, der am Kreuz starb, und an die natürliche Überlegenheit des Mannes über die Frau.
Drystan, der Sohn eines christlichen Königs, zieht die Dichtkunst dem Kampf vor. Doch in einem Duell ist er gezwungen, Yseults Onkel zu erschlagen - wobei er selbst lebensbedrohlich verwundet wird. Nun ist die Frau, die ihn am meisten hasst, Drystans einzige Hoffnung: Yseult mit ihren legendären Heilkünsten...
Yseult erkennt in dem verwundeten Fremden den Mörder ihres Onkels und einen Mann, der für alles steht, was das Alte Volk bedroht. Doch zu spät. Denn längst wirkt eine Kraft in ihrer beider Herzen, gegen die sie sich nicht wehren können - eine schicksalhafte Liebe, die den Lauf der Geschichte verändern wird...

(Umschlagtext "Flamme und Harfe")


Mit diesem Buch ist Ruth Nestvold ein erstklassiger Roman gelungen, der sich an die mittelalterliche Erzählung "Tristan und Isolde" anlehnt. Die Autorin verwebt die Geschichte der beiden Liebenden geschickt mit den historischen Hintergründen, den Kriegen Irlands und Britanniens und den Glaubenskonflikten.
Die Figuren sind sehr authentisch, neigen nicht zur Perfektion, sondern haben sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften. Nestvold macht es dem Leser leicht, mit ihnen zu eifern, zu hoffen und zu bangen.
Allerdings ist der Beginn des Buches nur schwer zu verfolgen, da der Leser mit etlichen irischen Namen und Bräuchen regelrecht beworfen wird. Da kann auch die Auflistung der Namen und Orte im Anhang keine Hilfe leisten, da diese unvollständig ist und sich nur auf Randfiguren bezieht.
Trotzdem sollte das dem Buch nicht negativ angerechnet werden, denn wenn man die ersten Seiten gelesen hat, wird man belohnt mit einem umfangreichen Roman und einer fantastischen Geschichte.
"Flamme und Harfe" ist ein Buch, das nur schwer aus der Hand zu legen ist. Es erschreckt, erstaunt und erfreut - in jedem Fall zu empfehlen.

Bevor ich mit dem Lesen begonnen hatte, hatte ich bereits sehr hohe Erwartungen in das Buch gesetzt. Diese wurden nicht erfüllt, nein, sie wurden mehr als übertroffen. Meine Hoffnung, mal wieder ein "ganz großes" Buch zu lesen, hat sich erfüllt.
Zu empfehlen wäre das Buch Lesern von Juliet Marillier, allgemein historisch-fantastischer Literatur oder einfach für diejenigen, die ein Buch mal nicht an ein oder zwei Tagen komplett lesen wollen  :zwinker:

EDIT: Amazonlink eingefügt. LG, Saltanah
« Letzte Änderung: 16. April 2009, 02:26:46 von Saltanah »
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Fruttini

  • Gast
Re: Ruth Nestvold - Flamme und Harfe
« Antwort #1 am: 22. April 2009, 21:30:01 »

Das Buch hab ich auch gelesen !!!
Es ist so Wuuuuuuunderschöööön  :herz: :herz: :herz: :herz:
thx für die Rezi

Frutini  :schmetterling:
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Seychella

  • Gast
Re: Ruth Nestvold - Flamme und Harfe
« Antwort #2 am: 25. April 2009, 18:45:03 »

Das Buch hab ich auch gelesen !!!
Es ist so Wuuuuuuunderschöööön  :herz: :herz: :herz: :herz:
thx für die Rezi

Frutini  :schmetterling:

Hallo Fruttini,

magst du noch etwas mehr über deine Leseeindrücke schreiben?

Ich war ja schon scharf auf das Buch, als ich es in der Vorschau gesehen habe. Und durch Anikas Rezi wird das nur noch unterstützt, hört sich nämlich genau nach etwas für mich an - und dann noch die Anspielung auf Juliet Marillier.
Allerdings werde ich auf die Taschenbuchausgabe warten, oder wenigstens bis der Preis für ein gebrauchtes Buch in gutem Zustand für mich annehmbar ist...
Außerdem habe ich ja erst "Das Herz des Königs" von Viola Alvarez gelesen, wo aus der Sicht von König Marke erzählt wird. Da tut etwas Abstand sicher gut. :smile:

Das Cover ist auch wunderschön - und erinnert mich total an meine Ausgabe von "Die Ahnen von Avalon" von Marion Zimmer Bradley. Das wurde sicher nicht zufällig so gewählt...
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Myriel

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Antw:Ruth Nestvold - Flamme und Harfe
« Antwort #3 am: 11. November 2009, 16:18:36 »

Ruth Nestvold - Flamme und Harfe

Worum geht's?
Yseult die Schöne, Tochter von Yseult der Weisen, erlebt während ihrer Jugend die Machtkämpfe zwischen dem ehemaligen Hochkönig Irlands und den Fürsten des Südens, die wegen den Plänen Lóegaires, sich mit den Briten zu verbünden, ihre Treue aufgekündigt hatten. Yseult und ihre Mutter, die Königsmacherin, leben relativ sicher bei Murchad, Yseults Onkel. Doch als dieser während eines Geiselaustauschs mit Marcus von Dumnonia getötet wird, bricht für Yseult eine Welt zusammen.

Drustanus von Dumnonia, genannt Drystan, ist der Sohn von Marcus und verantwortlich für den Tod Murchads. Bei ihrem Duell hat er sich jedoch eine Wunde am Bein zugezogen, die sich entzündet und ihm den Tod bringen wird. Lediglich Yseult die Weise, eine große Heilerin, kann ihn noch retten. So begibt er sich denn auf den Weg zu denjenigen, die sich seinen Tod wünschen, um sich von ihnen heilen zu lassen. Als Tandrys der Barde erobert er zudem das Herz von Yseult der Schönen. Jedoch schwebt ständig die Gefahr über ihm, dass er enttarnt wird.

Meine Meinung:
Der Roman ist in insgesamt 4 Bücher unterteilt, deren Titel die jeweilige Situation sehr knapp und präzise in Worte fassen: Zwei Frauen / Ein Mann und eine Frau / Zwei Männer und eine Frau / Zwei Frauen und ein Mann. Die einzelnen Kapitel werden von kurzen Zitaten aus anderen Bearbeitungen der Legende von Tristan und Isolde eingeleitet, deren es zahlreiche gibt.

Die unbestreitbaren Hauptpersonen sind Drystan und Yseult, mit denen ich sehr gut mitfühlen konnte. Es ist berührend mitzuerleben, wie sie sich langsam ineinander verlieben, jedoch konnte ich das nicht uneingeschränkt genießen, denn ständig wartete ich nur darauf, dass Drystans Identität aufgedeckt wird und die Idylle ein Ende findet. Genau diese quälende Ungewissheit und das Warten auf das scheinbar Unvermeidliche verleihen der Situation ihre bittere Süße, die in wunderbaren Worten eingefangen wurde.

Auch in späteren Situationen kann ich sowohl Drystans und Yseults Verhalten voll und ganz nachvollziehen, auch wenn sie oft alles andere als vernünftige Entscheidungen treffen. Alle anderen Personen treten gegenüber diesen beiden zurück, was mich allerdings nicht weiter gestört hat, wollte ich doch unbedingt wissen, wie es mit der tragischen Liebe von Drystan und Yseult weitergeht.

Neben der Sage von Tristan und Isolde hat die Autorin auch noch Teile der Artus-Legende verarbeitet. Arthur, erfolgreicher britannischer Feldherr, ist hier jedoch noch lange nicht der mythische Hochkönig Britanniens, sondern hat als unehelicher Sohn von Uther mit Anfeindungen seitens anderer Fürsten Britanniens und mit den Einfällen von  Sachsen und Raubzügen der Erinn Irlands zu kämpfen. Die Kämpfe, an denen sowohl Arthur als auch Drystan teilnehmen, werden jedoch nicht in sämtlichen Einzelheiten beschrieben, sondern das Ergebnis der Schlachten und die damit veränderte Situation in Britannien steht im Vordergrund.

Die Verbindung der beiden großen Sagenkomplexe ist Frau Nestvold gut gelungen. Während jedoch die Erzählung um Drystan und Yseult mit „Flamme und Harfe“ abgeschlossen ist, wird Arthurs weiterer Weg laut Aussage der Autorin auf der Leipziger Buchmesse 2009 Gegenstand eines zweiten Buches.

Was mir an „Flamme und Harfe“ besonders gut gefällt, ist dass der Titel sogar zum Inhalt passt: die Flamme steht für die heidnischen Feuer der Erinn und der Tuatha Dé Danann, des Volks der beiden Yseults, während die Harfe für Drystans musikalisches Talent steht, dem er es verdankt, dass er sich überhaupt erst als Barde ausgeben konnte. Ebenfalls gelungen ist die Ausstattung des Buches mit einem passenden blauen Lesebändchen, einem Anhang mit Personen- und Begriffsverzeichnis und einer Karte von Irland, Großbritannien und der Nordküste Frankreichs.

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Mäusedudler

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Antw:Ruth Nestvold - Flamme und Harfe
« Antwort #4 am: 24. Februar 2010, 14:37:25 »

Ruth Nestvold - Flamme und Harfe

Zum Inhalt: Flamme und Harfe ist eine Nacherzählung der Sage von Tristan und Isolde - Drystan/Drustanus und Yseult. Eigentlich müssten sich die beiden hassen:

Yseult die Schöne entstammt einem irischen Herrscherhaus, dass die alten Traditionen pflegt. Magie - insbesondere die Fähigkeit, Personen zu sich zu rufen - und Heilkunst sind ihre Gaben. Ihre Mutter ist Yseult die Weise, die Königmacherin von Irland.

Drystan hingegen ist Sproß des englischen Kleinkönigs Marcus, der sowohl Frieden mit irischen Plünderen sucht, als auch nach größerer Macht in England strebt. Marcus legt Wert auf eine bzw. christlichen Lebensweise (zumindest wo es ihm grad passt). Beim Austausch von Geiseln mit Yseults Onkel Murchad spitzt sich die Lage zu; Drystan erschlägt Murchad schließlich in einem Zweikampf, wird dabei aber selbst schwer verwundet. Nur Yseult die Weise, die bekannteste Heilerin ihrer Zeit, kann ihn noch retten.

So geht Drystan als Barde Tandrys nach Irland und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Dabei spielen sowohl Marcus, der seine Macht durch die Heirat mit einer irischen Prinzessin vergrößern will, als auch Arthur, der Heerführer Englands, noch wichtige Rollen. Das es dabei höchst tragisch zugeht, überrascht bei dem Stoff wohl niemand  :zwinker:

Meine Meinung: Insgesamt ein großartiges Buch, das u.a. allen Avalon-Fans gefallen dürfte. Die alten Mysterien spielen für Yseult und ihr Umfeld eine wichtige Rolle, wenn auch die magischen Elemente nicht ganz so ausgeprägt sind. Auf der anderen Seite steht Drystan, der einerseits als Barde mit der Harfe und andererseits als Kämpfer neben Arthur in Erscheinung tritt. Die Schlachten dürften z.B. Cornwell-Fans gefallen.

Besonder gut hat mir gefallen, dass beide Seiten, Yseult und Drystan gleichermaßen zu Wort kommen, und abwechselnd als Hauptfigur fungieren. So kann man sich in beide hineinversetzen und Anteil an ihren Problemen und Gewissensbissen haben, die aus ihrer großen Liebe hervorgehen. Jedem der beiden ist ein besonderer Freund zur Seite gestellt, bei Drystan ist es sein Freund und Knappe Kurvenal, bei Yseult ist es ihre Cousine Brangwyn. Gerade Kurvenal und Brangwyn sorgen dafür, dass die Geschichte real bleibt. Während Yseult und Drystan in ihrer verzweifelten Liebe oft ein wenig fern von Sinn und Verstand sind, bleiben Kurvenal und Brangwyn erfreulich auf dem Boden der Tatsachen und sorgen sich um ihre Freunde.

Ein paar kleine Kritikpunkte bleiben dennoch: Den Anfang fand ich etwas verwirrend, es prasseln zig gälische Namen auf einen ein und es ist mir sehr schwer gefallen, das Ganze irgendwie zu ordnen. Es gibt zwar am Ende des Buchs ein Personen/Orte-Verzeichnis, das ist aber leider nicht annähernd vollständig. Wenn man sich erstmal hineingelesen hat, geht es dann.

Außerdem ist mir sauer aufgestoßen, dass Alba immer immer Sinne von Britannien verwendet wird. Alba ist aber leider bloss Schottland. :grmpf: Gemeint war wohl Albion. Mag sein, dass da noch mehr Schnitzer sind, sicher sagen kann ich es nur bei diesem.

Trotzdem - sehr empfehlenswertes Buch, dass mir gut gefallen hat.

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:lesen: Gail Carriger - Blameless

claire

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Re: Ruth Nestvold - Flamme und Harfe
« Antwort #5 am: 24. April 2010, 12:45:54 »

Meine Meinung:
Flamme und Harfe ist ein toller und lesenswerter Roman über die "Tristan-und-Isolde-Legende". Die Autorin wirft einen direkt in die Geschichte hinein, was bei den vielen ungewöhnlich klingenden Namen etwas verwirrend sein kann. Wobei ich eigentlich recht gut zurecht kam, was vielleicht auch daran liegt, dass ich gerne keltische/gälische historische Geschichten lese und die Sprache mir nicht ganz unvertraut war. Ich denke, man findet sich aber trotzdem zurecht.
Ich konnte das Buch sehr gut und in einem "Rutsch" lesen, da es spannend geschrieben ist und man gerne wissen möchte, wie es weiter geht. Denn das etwas passieren wird, ist klar, wenn man die Legende von Tristan und Isolde zumindestens im Ansatz kennt. Aber auch für Leser, für dies die erste Begegnung mit dieser Legende ist, bleibt das Buch spannend.
Mimimale Abzüge gibt es von mir nur für die Teile, in denen sehr ausführlich über die Kriegshandlungen Drystans unter Arthurs Kommando berichtet wird. Das waren für mich die einzigen Längen des ganzen Buches, die ich dann auch recht oberflächlich gelesen habe.
Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, und das obwohl mir die beiden Hauptprotagonisten Drystan und Yseult nicht besonders sympatisch waren. Yseult finde ich zu herrisch und selbstsüchtig. Was sie erst aufgibt als alles bereits zu spät ist, und Drystan ist für meinen Geschmack zu soft.Es spricht sehr für die Autorin, dass sie es geschafft hat mich trotzdem interessiert und gut unterhalten durch dieses Buch zu führen.
Daher bekommt "Flamme und Harfe" von mir:
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Ich lese gerade: Oliver Pötzsch - Die Ludwigverschwörung

"Komm ich trag dich durch die Leute- Hab keine Angst, ich gebe auf dich Acht"

Kadlin

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Re: Ruth Nestvold - Flamme und Harfe
« Antwort #6 am: 14. Juli 2010, 16:21:28 »

das Buch hab ich schon vor Ewigkeiten gelesen. Es ist echt genial....
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