Das wird jetzt eventuell manche entsetzten, aber ich kannte Sarah Kuttner gar nicht. Ich habe mir sogar nochmal Bilder von ihr angeschaut, aber nein, kein plötzliches Wiedererkennen. Aber vielleicht ist das ganz gut, so konnte ich das Buch ungestört von irgendwelchen, auf die Autorin bezogenen Emotionen lesen.
Und ich fands gut. Ganz anders als ich dachte. Jaja, ich wusste im Vorhinein auch nicht, um was es in dem Buch geht. Ich bin mit völliger Unwissenheit an dieses Werk herangegangen und dachte zuerst, es ist ein totales Frauenbuch, in dem eine junge Frau versucht, nach einer gescheiterten Beziehung wieder Fuß zu fassen. Letztendlich ist das ja auch der Fall, allerdings geht es hier nicht nur um ein wenig Herzschmerz und den fehlenden Sex. Nachdem ich das Buch von einem Freund bekommen habe, hätte ich mir das auch denken können.
Es geht um die Überwindung extremer Angstattacken und schwerer Depressionen. Das ist tatsächlich ein Thema, über das ich noch nicht viel gelesen habe, von dem ich aber weiß, dass es nicht so selten vorkommt, wie viele denken. Das Aufgreifen dieses Themas rechne ich dem Buch hoch an, denn in unserer Gesellschaft ist es wohl tabu, darüber offen zu sprechen.
Zudem finde ich den Schreibstil, in dem dieses brisante Thema vorgebracht wird, ganz gut. Er ist nicht zu ernst und nach Mitleid heischend, was bestimmt einige Menschen mehr dazu bringt, das Buch zu lesen. Andererseits frage ich mich, ob das Ganze dann nicht zu harmlos klingt. Letztendlich ist es ja doch eine schwere Krankheit, die man zwar mit Medikamenten erst mal eindämmen kann, an der aber jahre- wenn nicht sogar lebenslang gearbeitet werden muss.
Ein aufmerksamer Leser wird aber trotz des vordergründigen Witzes die dunkle, erschreckende Seite einer Depression erkennen können. Denn das Buch ist ein wenig wie Karo (Hauptperson) selbst: nach vorne hin lustig und unbeschwert, aber untergründig tieftraurig und verzweifelt.

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