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Autor Thema: Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen  (Gelesen 2136 mal)

HoldenCaulfield

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Antw:Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen
« Antwort #15 am: 04. Januar 2010, 22:32:17 »

Also ich glaube dieses Jahr komme ich daran wirklich nicht mehr vorbei. Ich schau aber erstmal ob die Bibliothek ein Exemplar hat ;)
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Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

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Sonnenschirm

kat

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Antw:Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen
« Antwort #16 am: 05. Januar 2010, 00:16:12 »

Am meisten bewundert er jedoch einen Autor, der mir bislang gänzlich unbekannt ist: Roland Barthes. „Alles, was ich von der Literatur erwartete,‟ sagt Ortheil, „gab es bei Roland Barthes auf der höchsten Stufe der Vollendung.‟

Hm, ich kenne von Barthes nur ein paar Semiotik/ Semiologie-Texte, die mir auch ganz gut gefallen haben. Hat er denn auch Belletristisches geschrieben, oder was erwähnt Ortheil da?

Den Ortheil mag ich jetzt übrigens auch lesen. Danke für eure Meinungen.
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MacOss

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Antw:Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen
« Antwort #17 am: 06. Januar 2010, 11:20:31 »

Hm, ich kenne von Barthes nur ein paar Semiotik/ Semiologie-Texte, die mir auch ganz gut gefallen haben. Hat er denn auch Belletristisches geschrieben, oder was erwähnt Ortheil da?

Belletristische Literatur scheinen die Texte von Barthes, die Ortheil erwähnt, nicht zu sein. Er hebt insbesondere Barthes' Vorlesungen hervor, die dieser als Professor am Collége de France gehalten hat, deren Manuskripte auch veröffentlicht und ins Deutsche übersetzt wurden, und die Du wahrscheinlich meinst. Anhand dieser Manuskripte lasse sich, so Ortheil, die Entstehung von Barthes' Gedankengebäude bis ins Detail verfolgen. Ortheil stellt die Gleichung auf: „Eine Seite mit Barthes = 100 Überlegungen, Ideen und Phantasien“. Wobei Barthes’ Ideen und Überlegungen, die Ortheil kurz umreißt, auf mich einen eher philosophischen Eindruck machen und bestimmt keine leichte Kost sind…

Zu einigen der Schriften, auf die Ortheil näher eingeht, findet man auch über Amazon noch ein paar Informationen:
- Das Neutrum
- Wie zusammen leben
- Begebenheiten

   
« Letzte Änderung: 06. Januar 2010, 12:47:58 von MacOss »
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Klassikfreund

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Antw:Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen
« Antwort #18 am: 07. Januar 2010, 12:22:56 »

Am meisten bewundert er jedoch einen Autor, der mir bislang gänzlich unbekannt ist: Roland Barthes. „Alles, was ich von der Literatur erwartete,‟ sagt Ortheil, „gab es bei Roland Barthes auf der höchsten Stufe der Vollendung.‟


Ein Autor, den ich nur angelesen habe und als "zu schwierig" erst mal wieder weggelegt habe. Hat er überhaupt Erzählerisches geschrieben oder nur "schwierige" Essays und Sachliteratur?

Gruß, Thomas
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kat

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Antw:Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen
« Antwort #19 am: 07. Januar 2010, 23:04:42 »

Die Sachen, die ich (quer)gelesen habe sind mir nicht besonders schwierig vorgekommen. Das waren "Mythen des Alltags", "Das semiologische Abenteuer" und "Ich habe das Theater immer sehr geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin".
Siehe z.B. folgendes Zitat aus letztgenanntem Buch, in dem es um Theaterkostüme geht: „Das Zeichen ist immer dann krank, wenn es schlecht, zu sehr oder zu wenig mit Bedeutung genährt wird. Unter den häufigsten Krankheiten erwähne ich: die Dürftigkeit des Zeichens (Wagnerheldinnen im Nachthemd), die Wörtlichkeit (Bacchantinnen, die durch Weintrauben gekennzeichnet werden), die Überladenheit (die Federn von Chanteclerc, einzeln nebeneinandergesetzt: Gesamtgewicht des Kostüms: einige hundert Kilo); die Nichtentsprechung ("historische" Kostüme, die gleicherweise für vage Epochen verwendet werden) und schließlich die Häufung und das innere Ungleichgewicht der Zeichen [...].“ (S. 287).
Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass ich damals die schwierigen Stellen übersprungen habe. :breitgrins:   
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Klassikfreund

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Antw:Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen
« Antwort #20 am: 08. Januar 2010, 12:10:32 »

Die Sachen, die ich (quer)gelesen habe sind mir nicht besonders schwierig vorgekommen. Das waren "Mythen des Alltags", "Das semiologische Abenteuer" und "Ich habe das Theater immer sehr geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin".
Siehe z.B. folgendes Zitat aus letztgenanntem Buch, in dem es um Theaterkostüme geht: „Das Zeichen ist immer dann krank, wenn es schlecht, zu sehr oder zu wenig mit Bedeutung genährt wird. Unter den häufigsten Krankheiten erwähne ich: die Dürftigkeit des Zeichens (Wagnerheldinnen im Nachthemd), die Wörtlichkeit (Bacchantinnen, die durch Weintrauben gekennzeichnet werden), die Überladenheit (die Federn von Chanteclerc, einzeln nebeneinandergesetzt: Gesamtgewicht des Kostüms: einige hundert Kilo); die Nichtentsprechung ("historische" Kostüme, die gleicherweise für vage Epochen verwendet werden) und schließlich die Häufung und das innere Ungleichgewicht der Zeichen [...].“ (S. 287).
Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass ich damals die schwierigen Stellen übersprungen habe. :breitgrins:

Also, ich finde dein Zitat schwierig zu lesen. Was heißt "die Dürftigkeit des Zeichens", "das innere Ungleichgewicht der Zeichen"? Wer ist "Chanteclerc"? Mir ist das zu abstrakt und theoretisch.

Gruß, Thomas
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simmilu

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Antw:Hanns-Josef Ortheil - Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen
« Antwort #21 am: 09. Januar 2010, 13:51:46 »

Auch ich verweise auf die Inhaltsangabe von Klassikerfreund.
Es ist ein bisschen schwierig etwas zu einem Buch zu schreiben, dem zwei so schön geschriebene Rezensionen vorhergehen...
Ich teile definitiv die positive Meinung zu diesem Buch.
Die Idee Lesegewohnheiten in ein Büchermenü zu fassen, fand ich klasse und sie war es, die mich neugierig machte und weswegen ich dieses Buch kaufte. Der Leser durchwandert zusammen mit Ortheil und seinem(r) Gesprächspartner(in) die verschiedenen Räume in seinem Haus, wobei jeder Raum eine eigene Bibliothek besitzt. Natürlich sind die Bibliotheken nach verschiedenen Themen angeordnet. Auf dem Grundstück steht ein kleines, altes Weinberghäuschen und sogar hier ist eine kleine Bibliothek beherbergt und Ortheil nutzt diesen Platz zum Lesen. Die Vorstellung, dass es in diesem Haus vor Büchern nur so wimmeln muss, hat mich total begeistert und ich hätte mich über einige Fotos in dem Buch sehr gefreut. Mich würde es schon interessieren, wie es tatsächlich aussieht...
Zu den vielen Autoren, die Ortheil in seinem 12-Gänge-Menü nennt, kann ich nur sagen, das ich dieses Buch ein zweites Mal lesen werde, allerdings in Gesellschaft von Block und Stift, um mir die vielen Anregungen raus zu schreiben, die mir dieses Buch geliefert hat. Bei vielen geht es mir wie MacOss, ich kenne sie nicht, oder hab noch nichts von ihnen gelesen, aber neugierig kann man ja sein und ich werde mir bestimmt den einen oder anderen Autoren mal ansehen.
Die Geschichte von ihm und seiner Mutter, im neunten Gang, hat mich sehr berührt. Mir gefiel es, auch Einblicke in die Kindheit und den Werdegang von Ortheil zu bekommen.
Alles in allem finde ich, das Buch gelungen und interessant zu lesen. Bei dem einen oder anderen wird bestimmt die Neugier auf diesen oder jenen Autor geweckt, so wie bei mir.

Ich gebe :    4ratten
« Letzte Änderung: 09. Januar 2010, 13:54:09 von simmilu »
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