Gedichte *seufz*. Nicht gerade meine bevorzugte Literaturform. Aber manchmal können selbst Gedichte etwas in mir ansprechen - vielleicht ja auch diese?
Mit diesem Gedanken versuchte ich mir Mut zu machen, als ich zu diesem - Gubek sei Dank - schmalen Gedichtband griff. Allzu schnell wurde ich aber eines besseren belehrt. Nach einigen noch erträglichen, wenn für meinen Geschmack die paradiesische Vergangenheit Afrikas doch etwas zu verherrlichenden Gedichten und dem mit Abstand interessantesten Gedicht, in dem sich der Autor darüber beklagt, nach seiner Erblindung in der südsudanesischen Gesellschaft und auch in seiner eigenen Familie nichts mehr zu gelten, kennt Gubek nur noch ein Thema: Den Kampf! Den Kampf für "die Sache" ("the cause"), gegen den Gegner, der alle nur erdenklichen Untugenden besitzt, ja das Böse schlechthin verkörpert. Der Gegner, der sich "nicht ändern wird, nicht ändern kann und nicht ändern will". Der also vernichtet werden muss, wenn das Gute eine Chance haben will.
Dabei fehlt, wie schon Aldawen sagte, jede Nuancierung. Für Gubek gibt es nur schwarz oder weiß. Dass bei ihm die Guten schwarz sind und die Bösen die Moslems, ist nur eine kleine Variation des altbekannten Themas, zu dem natürlich auch der Satz gehört "Wer nicht für mich ist, ist gegen mich". Neutral kann, darf niemand sein. Wer sich dem Kampf entzieht, ist kein Deut besser als der Gegner. Dies gilt für Außenstehende, andere Länder also. Ein Südsudanese, der nicht kämpft, ist natürlich ein Verräter und damit noch böser als der Feind.
Ich bin allergisch gegen solche Aussagen und so kam mir bei der Lektüre immer wieder das Kotzen. Einzig der zweimal auftauchende Vergleich des Bösen mit Elefanten, bei uns ja eigentlich positiv besetzt, konnte kurzzeitig mein Interesse wecken. Das Bild eines wildgewordenen Elefanten, der die Äcker der Einheimischen verwüstet, erklärte mir dann diesen Vergleich.
Insgesamt ist mein Eindruck aber

und ich vegebe mit Ach und Krach (und Exotenbonus)

+
