*klopf, klopf* Noch keiner da? Ich habe gestern mit dem 2. Teil begonnen und finde ihn sogar noch spannender als den ersten.
1. & 2. KapitelDer Wahn(sinn) Raskolnikows, die enorme psychische und physische Belastung, hervorgerufen durch seine "Schuld", drückt sich wieder einmal in seinen widersprüchlichen Gedanken und seiner Empfindlichkeit/Reizbarkeit/Nervosität aus. Allerdings habe ich das Gefühl, dass Raskolnikow die Tat "nur" bereut, weil es ihn seelisch und körperlich belastet, ihn krank macht, und nicht, weil er den Tod der Wucherin und ihrer Schwester aufrichtig bedauern würde.
3. KapitelRaskolnikow lehnt jede (lebensrettende) Art von Hilfe ab. Er scheint sich dessen nicht bewusst zu sein, dass er mit dieser "Kasteiung" seine Schuld bereits (unterbewusst) akzeptiert hat und damit seine Buße/Reue zum Ausdruck bringt.
Zudem ist es merkwürdig zu beobachten, dass sich plötzlich Menschen um ihn kümmern. Im 1. Teil machte Raskolnikow deutlich, dass er keine wirklichen Ansprechpartner/Freunde etc. hätte. Nun zeigt sich jedoch, dass er selbst zu stolz (oder unwissend?) war, um sich jemals jemandem mitzuteilen und um Hilfe zu bitten.
4. & 5. KapitelEs ist merkwürdig und interessant zugleich zu lesen, dass Rasumichin den Tathergang bis zum kleinsten Detail rekonstruieren kann (ihm fehlt im Grunde nur noch der Name des Täters). Rasumichin ist es auch, der ein (mögliches) Motiv von Raskolnikow zum ersten Mal deutlich ausspricht: Der Mord wurde aus "stark eingewurzelter Untüchtigkeit" begannen, da er sich "möglichst rasch und mühelos auf fremde Kosten bereichern wollte".
Im 1. Teil hatte es Raskolnikow so dargestellt, dass er arm & verzweifelt ist und keine andere Möglichkeit mehr sieht, als diesen Mord. Nun bekomme ich jedoch den Eindruck, durch das Gespräch seiner Studienkameraden, dass er sich einfach hat hängen lassen und keine andere Möglichkeit sehen und suchen
wollte.
Hatte ich im 1. Teil noch Mitleid und sogar etwas Verständis für Raskolnikows Handlungen, so hat sich dies im 2. Teil zu reinem Unverständnis entwickelt. Ich bin schon sehr auf den 3. Teil gespannt.

Sehr gut gefällt mir zudem, dass wir nun einen anderen/objektiven Blick auf Raskolnikows Leben und (mögliche) Gründe für seine Taten bekommen - obwohl Raskolnikow selbst diese Gründe, zum jetzigen Zeitpunkt, nicht akzeptieren und als falsch kommentieren würde. Auch finde ich es spannend zu lesen, dass der Mord wirklich immer präsent ist und dass Raskolnikow einerseits zwar in den Hintergrund gerückt wurde und nur die 'zweite Geige' spielt, duch die ständige Präsenz des Mordes jedoch auch immer präsent ist.
So, und nun muss ich erst einmal meine Gedanken entknoten.

Liebe Grüße,
bimo