Hallo Ihr Lieben,
ich bin noch da, hatte aber bedingt durch eine andere Leserunde wenig Zeit, mich weiterhin um Raskolnikov zu kümmern. Außerdem kam mir ein 4tägiger Kurztrip nach Leipzig dazwischen

Den ersten Teil habe ich nun auch komplett gelesen und muss sagen, dass das Buch für mich immer noch sehr interessant und gut zu lesen ist, ich aber die Gedankengänge und den Zwiespalt Roskolinkows nur Häppchenweise verarbeiten kann. Deshalb werde ich mit Sicherheit länger für das Buch benötigen.
Der Brief der Mutter fand ich heftig und ich habe genau wie Roskolinkow zwischen den Zeilen gelesen und die gleichen Gedankengänge gehabt (wie auch einige von Euch). Letztendlich macht seine Schwester nur in anderer Form genau das, was die Tochter von Marmeladow macht. Sie opfert sich für ihre Familie. Schlimm finde ich dabei, dass durch diesen Brief das Versagen Roskolinkow noch deutlicher wird und es auch im Brief unterschwellig mitwirkt. Denn wenn er Erfolg hätte, müsste seine Schwester diese Opfer nicht bringen. Und auch die Tatsache, dass sein ganzen Leben vorbestimmt wird, er damit fast entmündigt wird und er anscheinend keine eigenen Pläne haben darf, fand ich schon sehr seltsam. Ich bin gespannt, wie er in nächster Zukunft auf seine Mutter und Schwester treffen wird.
Was das betrunkene Mädchen betrifft, so hat er vielleicht Dunja oder Sonja darin gesehen. Das Schicksal scheint so besiegelt bei allen drei Frauen, so dass er versucht, wenigstens eine zu retten.
Die Szene mit dem Pferd konnte ich nicht lesen. Bei Tierquälereien schaltet mein Gehirn ab. Deshalb habe ich auch den Zusammenhang nicht ganz verstanden, warum er das geträumt hat. Vielleicht ist das "Erschlagen" der Zusammenhang, denn schließlich erschlägt er die beiden alten Frauen auch auf diese grausame Art und Weise.
Dass er auf dem Weg der Tat sämtliche Zufälle und abergläubische Begegnungen aufsaugt und für sich einnimmt, finde ich logisch, denn eigentlich will er die Tat vom Gewissen her nicht begehen, und so ist er froh, dass man ihm von außen einen Schubs gibt und ihm gleichzeitig mit seiner Tat Recht gibt. Auch seine Gedankengänge, die sehr alltäglich und banal waren, lenkten ihn von der eigentlichen Tat erstmal ab. Während der Tat hat er mit Sicherheit seinem Gewissen nicht zugehört bzw. den "Mund" verboten, sonst wäre es vielleicht nicht zu der Tat gekommen. Beim ersten Schlag konnte er allerdings nicht mehr zurück und so musste er zwangsläufig alles durchziehen, auch mit den veränderten Bedingungen.
Ich bin sehr gespannt, wie er nun mit dieser Last, mit seinem Gewissen zurecht kommt, die vermutlich im 2. Teil Inhalt sein werden.
LG Murkxsi