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Autor Thema: Jonathan Franzen - Die Korrekturen  (Gelesen 3890 mal)

SilkeS.

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #15 am: 23. April 2004, 09:33:16 »

Hallo Natalie, Hallo Frank!

Natalie Du bist ja schon ein ganz schönes Stückchen weiter als ich!
Habe heute die Seite 400 umgeschlagen. Stecke irgendwie gerade fest.

Dieses hin- und herspringen von Vergangenheit und Gegenwart
 :grmpf:

Dass Chip so lange am Esstisch ausgehaart hat finde ich ungewöhnlich.
Das kenne ich persönlich aber auch aus meiner Kindheit.
Ich war eine schlechte Esserin (Betonung liegt auf WAR) und mein Vater achtete sehr darauf, daß ich meinen Teller leer aß und wenn ich vier Stunden brauchte, brauchte ich vier Stunden !!!!

Ich kann Alfred nicht richtig begreifen.
Die Situation wo er Enid zwei Wochen alleine gelassen hatte, gegangen ist ohne Abschiedkuss und nach Hause kommt und gleich Vorwürfe äußert. ER scheint ja sehr dominant zu sein und dann erfährt man, daß er als alter Mann nur in seinem blauen Sessel sitzt und keine Meinung zu ihrgendwas hat, das passt meiner Meinung nicht zusammen.

Die Sitation mit der "Kacke" die durch die Schiffskajüte kriegt und Alfred terroristiert. Das war ein Traum, oder, - sorry ich habe die Stelle nicht so ganz kapiert, war anscheinend noch zu müde.

Tja und das ist eigentlich auch die Stelle wo ich gerade bin, habe daher Deinen Spoiler nicht gelesen!!

Gruß SilkeS.
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Natalie

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #16 am: 23. April 2004, 09:53:06 »

Hallo Silke,

Zitat von: SilkeS.

Dieses hin- und herspringen von Vergangenheit und Gegenwart
 :grmpf:


Das macht mir interessanterweise inzwischen gar nicht mehr so viel aus, obwohl es im vierten Kapitel teilweise wirklich wieder sehr verwirrend war.

Zitat von: SilkeS.
Dass Chip so lange am Esstisch ausgehaart hat finde ich ungewöhnlich.
Das kenne ich persönlich aber auch aus meiner Kindheit.
Ich war eine schlechte Esserin (Betonung liegt auf WAR) und mein Vater achtete sehr darauf, daß ich meinen Teller leer aß und wenn ich vier Stunden brauchte, brauchte ich vier Stunden !!!!


Wirklich? Ich war zwar auch kein toller Esser, aber irgendwie habe ich dann die vorgeschriebene Menge doch lieber runtergewürgt als stundenlang am Tisch zu sitzen. Aber ehrlich gesagt finde ich es gar nicht so schlecht, wenn Eltern darauf bestehen, dass etwas gegessen wird. Ich kenne viele Kinder, die wirklich fast gar nichts "Anständiges" essen und habe schon häufig miterlebt, dass die Eltern da schnelle kapitulieren und auch noch Süßigkeiten direkt nach dem Essen erlauben. Ich finde, da darf man ruhig etwas konsequenter sein.

Aber um nochmal auf die Situation aus dem Buch zurück zu kommen: wie fandest du Enids Verhalten? Nicht gerade eine Bilderbuchmutter, oder? Einfach in die Wanne flüchten, und so tun, als hätte man keine Verantwortung ist auch eine ziemlich einfache Lösung, oder?


Zitat von: SilkeS.
Ich kann Alfred nicht richtig begreifen.
Die Situation wo er Enid zwei Wochen alleine gelassen hatte, gegangen ist ohne Abschiedkuss und nach Hause kommt und gleich Vorwürfe äußert. ER scheint ja sehr dominant zu sein und dann erfährt man, daß er als alter Mann nur in seinem blauen Sessel sitzt und keine Meinung zu ihrgendwas hat, das passt meiner Meinung nicht zusammen.


Ich finde schon, dass das zusammen passt. Zum einen hat das was mit seiner Krankheit zu tun, zum anderen wird ja auch deutlich, dass er selbst mit seinem Verhalten seiner Familie gegenüber nicht zufrieden ist. Ich vermute mal, wenn ein Mensch sich selbst immer mehr Verantwortung aufgehalst hat, als eigentlich nötig war, oder das zumindest so empfindet, dann resigniert er irgendwann und schiebt alle Verantworung weit von sich.

Zitat von: SilkeS.
Die Sitation mit der "Kacke" die durch die Schiffskajüte kriegt und Alfred terroristiert. Das war ein Traum, oder, - sorry ich habe die Stelle nicht so ganz kapiert, war anscheinend noch zu müde.


Diese Stelle habe ich auch nicht ganz verstanden, habe das dann aber auch so interpretiert, dass er geträumt hat, oder zumindest phantasiert hat.

Viele Grüße,
Natalie
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SilkeS.

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #17 am: 23. April 2004, 10:02:35 »

Hallo Natalie!

Aber um nochmal auf die Situation aus dem Buch zurück zu kommen: wie fandest du Enids Verhalten? Nicht gerade eine Bilderbuchmutter, oder? Einfach in die Wanne flüchten, und so tun, als hätte man keine Verantwortung ist auch eine ziemlich einfache Lösung, oder?

JA, ich habe da auch überlegt, aber sie sprach ja mir Gary darüber, als er abends in Bett ging, gesprochen. Er hat ihr ja gesagt, daß sein Brunder noch am Tisch ist, und sie hat geantwortet, daß sei eine Sache zwischen ihm und seinem Vater.
Sie hat irgendwie recht, denke wenn sie ihn "erlöst" hätte, hätte sie Alfred Autorität untergraben. Auf der anderen Seite hätte ich an Enids Stelle mit Alfred geredet, oder mich wenigstens zu ihm gesetzt!


Ich vermute mal, wenn ein Mensch sich selbst immer mehr Verantwortung aufgehalst hat, als eigentlich nötig war, oder das zumindest so empfindet, dann resigniert er irgendwann und schiebt alle Verantworung weit von sich.

Ja, so könnte man es sehen, hast recht, so habe ich mir das noch nicht überlegt!

Gruß SilkeS.
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Anonymous

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GARY
« Antwort #18 am: 26. April 2004, 14:09:54 »

Hallo Natalie, Hallo Silke,


da ich beruflich leider immer wieder mal sehr im Stress bin, kann ich nicht verlangen, mit der Lektüre auf mich zu warten. Das macht aber gar nichts.

Ich bin im Moment auf S. 240 und somit auch endlich bei Gary angekommen, über den ich auch gleich schreiben möchte.

Zuvor: Der Schluss des ersten Teils, in dem Chip sich auf eine berufliche Zukunft mit Gitanas in Litauen einlässt, hat mir überhaupt nicht gefallen. Das fand ich zu konstruiert. Die Technik, Betonung und dadurch vielleicht auch Bewertung einzelner Stellen durch Kommentare von April, der Tochter von Eden, hervorzurufen, ist allerdings große Kunst, die im Übrigen dann im zweiten Teil noch intensiver eingesetzt wird.

Nebenbei: Seid ihr der Meinung, dass Franzen die Namen Chip (--> "Gehirn eines PC"), April (--> "weiß nicht, was sie will (oder tut))"), Eden (--> "Paradies, Schlange, die verführt") zufällig ausgewählt hat?

So, nun zum zweiten Teil: Hier ist mir gleich mal aufgefallen, dass er im Gegensatz zum ersten Teil "sonderbar", ausführlicher betitelt ist. In der Tat sind auch einige Ergänzungen, Verdeutlichungen zum ersten Teil festzustellen. Es wird eine weitere Familiengeschichte erzählt, es werden Verbindungen zwischen den Familien geschaffen und gehalten, es wird (auch dadurch) intensiver polarisiert und zwischen den Polen ist nun eine Leere an Werten, an realisierbaren Vorstellungen greifbar. Wie es Franzen gelingt, diese Atmosphäre zu erzeugen, ist hervorragend. Der Leser ist sich selbst nicht mehr sicher, was Wirklichkeit, was Fiktion ist. Was bildet sich Gary ein bzw. was wird ihm suggeriert und was stimmt tatsächlich (--> Depression)? Wann lügt Caroline, wann spricht sie die Wahrheit? Bis zu welchem Grad gelingt es, mit dem Ausleben des Kapitalismus humanitäre Ziele zu erreichen (--> Gary (Als Patent), Caleb, Jonah (!!!))? Der Kapitalismus in einer starken Ausprägung entfremdet und spaltet, die Familie, den Leser und überhaupt jeden Einzelnen, besonders Gary, aus dessen Sicht erzählt wird. Nun erhält auch der Dialog zwischen Gitanas und Chip, der den amerikanischen Kapitalismus zum Thema hat, eine größere Berechtigung (Dennoch: die Situatione(en) ist (sind) zu künstlich beschaffen.) Wie ist es Jonah möglich, sich selbst in einer solchen Familie "Werte" zu vermitteln? Was bewegt ihn, sich damit zu begnügen, ein phantasiereiches Buch zu lesen? Ist es eine Flucht vor der Wirklichkeit, während seine Brüder und seine Mutter in ständig wechselnde Konsumwelten fliehen und eine Wirklichkeit gar nicht kennen? Da würde mich sehr interessieren, was ihr dazu meint.

Also, ich bin in jedem Fall sehr gespannt, wie es weitergehen wird.


Liebe Grüße
Frank
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Autor_Frank

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GARY
« Antwort #19 am: 26. April 2004, 14:12:59 »

Hallo Natalie, Hallo Silke,


da ich beruflich leider immer wieder mal sehr im Stress bin, kann ich nicht verlangen, mit der Lektüre auf mich zu warten. Das macht aber gar nichts.

Ich bin im Moment auf S. 240 und somit auch endlich bei Gary angekommen, über den ich auch gleich schreiben möchte.

Zuvor: Der Schluss des ersten Teils, in dem Chip sich auf eine berufliche Zukunft mit Gitanas in Litauen einlässt, hat mir überhaupt nicht gefallen. Das fand ich zu konstruiert. Die Technik, Betonung und dadurch vielleicht auch Bewertung einzelner Stellen durch Kommentare von April, der Tochter von Eden, hervorzurufen, ist allerdings große Kunst, die im Übrigen dann im zweiten Teil noch intensiver eingesetzt wird.

Nebenbei: Seid ihr der Meinung, dass Franzen die Namen Chip (--> "Gehirn eines PC"), April (--> "weiß nicht, was sie will (oder tut))"), Eden (--> "Paradies, Schlange, die verführt") zufällig ausgewählt hat?

So, nun zum zweiten Teil: Hier ist mir gleich mal aufgefallen, dass er im Gegensatz zum ersten Teil "sonderbar", ausführlicher betitelt ist. In der Tat sind auch einige Ergänzungen, Verdeutlichungen zum ersten Teil festzustellen. Es wird eine weitere Familiengeschichte erzählt, es werden Verbindungen zwischen den Familien geschaffen und gehalten, es wird (auch dadurch) intensiver polarisiert und zwischen den Polen ist nun eine Leere an Werten, an realisierbaren Vorstellungen greifbar. Wie es Franzen gelingt, diese Atmosphäre zu erzeugen, ist hervorragend. Der Leser ist sich selbst nicht mehr sicher, was Wirklichkeit, was Fiktion ist. Was bildet sich Gary ein bzw. was wird ihm suggeriert und was stimmt tatsächlich (--> Depression)? Wann lügt Caroline, wann spricht sie die Wahrheit? Bis zu welchem Grad gelingt es, mit dem Ausleben des Kapitalismus humanitäre Ziele zu erreichen (--> Gary (Als Patent), Caleb, Jonah (!!!))? Der Kapitalismus in einer starken Ausprägung entfremdet und spaltet, die Familie, den Leser und überhaupt jeden Einzelnen, besonders Gary, aus dessen Sicht erzählt wird. Nun erhält auch der Dialog zwischen Gitanas und Chip, der den amerikanischen Kapitalismus zum Thema hat, eine größere Berechtigung (Dennoch: die Situatione(en) ist (sind) zu künstlich beschaffen.) Wie ist es Jonah möglich, sich selbst in einer solchen Familie "Werte" zu vermitteln? Was bewegt ihn, sich damit zu begnügen, ein phantasiereiches Buch zu lesen? Ist es eine Flucht vor der Wirklichkeit, während seine Brüder und seine Mutter in ständig wechselnde Konsumwelten fliehen und eine Wirklichkeit gar nicht kennen? Da würde mich sehr interessieren, was ihr dazu meint.

Also, ich bin in jedem Fall sehr gespannt, wie es weitergehen wird.


Liebe Grüße
Frank
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SilkeS.

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #20 am: 27. April 2004, 08:29:42 »

Hallo Natalie! Hallo Frank!

Bin am WE und gestern leider auch nicht so zum Lesen gekommen, wie ich wollte.
Bin inzwischen irgendwo auf Seite 530 (?), Denise hat gerade die Affaire zu ihrem Chef verhindert und freundet sich mit dessen Frau an.

Denise ist ja schon eine Komische, oder?

Gruß SilkeS.
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Autor_Frank

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Dialoge Gary - Alfred, Gary - Caroline
« Antwort #21 am: 27. April 2004, 09:13:52 »

Hallo Silke, Hallo Natalie,


inwiefern Denise "komisch" ist, kann ich noch nicht beurteilen. Ich kenne sie bisher nur als eine zwar sympathische, aber doch kühle Person.

Ich habe gestern ein paar Seiten weiter gelesen. Wunderbar, kunstvoll in den Verlauf der Handlung gebettet, erschienen mir die Dialoge zwischen Gary und Alfred (Telefonat) sowie wenig später zwischen Gary und Caroline (Streitgespräch).

Während Ersteres den Vater der einen Familie und den Vater der anderen Familie gegenüberstellt und große Ähnlichkeiten trotz grundlegender Unterschiede aufzeigt, ist Letzteres in gewisser Weise die Umkehrung. Vor seinem Vater verharrt Gary in seinem stumpfsinnigen Kapitalismus, der alles Menschliche unterdrückt. Vor Caroline will er gerade die Werte zurückerobern, die er vor seinem Vater verneint. So paradox kann sich nur einer verhalten, der "Glück" sucht, aber (noch) nicht weiß, wo es zu finden ist.


Liebe Grüße
Frank
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SilkeS.

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #22 am: 28. April 2004, 08:37:37 »

Hallo an alle Mitleser!

Ich bin inzwischen auf Seite 616 gelandet.
Denise hat sich ihrem Bruder gegenüber nun als ... gaoutet (will ja nichts verraten), muß aber sagen war doch etwa verblüfft.

Es geht doch jetzt eigentlich nur noch um die Frage:
kommen alle Weihnachten nach St. Jude oder nicht, kann es sein?

Das Buch ist momentan irgendwie leicht schwerfällig und ich muß sagen, ich bin echt froh, wenn ich endlich auch die letzten 160 Seiten gepackt habe und mich endlich mal wieder einem spannenden Krimi oder Thriller wittmen kann...


Gruß SilkeS:
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Autor_Frank

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Axon - Promotion für Börsengang
« Antwort #23 am: 28. April 2004, 11:13:14 »

Hallo Silke, Hallo Natalie,


mich langweilt der eher wissenschaftliche Teil der Promotion-Veranstaltung der Axon für deren Börsengang auch ein wenig.

Nichtsdestotrotz ist auch dies wiederum ein gelungener literarischer Coup, da Franzen sich nun sogar in Form (Aufzählung) und nicht nur in Sprache dem Wissenschaftlichen (Inhalt) gerecht wird und zu diesen von Kühle dominierten, Gefühle unterdrückenden oder verhindernden, Leben verfälschenden Beziehungen zwischen Gary und Caroline sowie Gary und Denise Parallelen schafft.

Silke, ich glaube nicht, dass du in "Krimis" oder "Thrillern" eine so wunderbare Literatur finden wirst, Spannung und Unterhaltung sehr wohl.  


Liebe Grüße
Frank
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SilkeS.

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #24 am: 29. April 2004, 08:55:07 »

Hallo zusammen!

So, noch knapp 100 Seiten bis zum Ende!
Die Familie trudelt ja nun noch langsam aber sicher in St. Jude ein.
Aber was ist das bloß für eine Familie!
Wie kann ich wie Gary es macht, seiner Mutter Vorschriften machen. Hat er keinen Respekt vorm Alter. Der Ton in dieser Familie ist schon traurig.
Jeder ein Einzelkämpfe, und keine Gefälligkeiten ...

Die Einzige die anscheinend Familiensinn hat ist Denise.

Gruß SilkeS:
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Autor_Frank

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Kritik der amerikanischen Gesellschaft
« Antwort #25 am: 29. April 2004, 09:34:54 »

Hallo Silke, Hallo Natalie,


die Familie(n) ist (sind) ja nur ein Exempel, ein Muster für die Zustände in der amerikanischen Gesellschaft, die Franzen kritisieren will.

In konzentrierter Form wird dem Leser vermittelt, in welch unterschiedliche Grotesken Familiensinn verzerrt wird. Die Aufrechterhaltung oder gar Zurechtrückung eines jeweiligen Idealbilds, das nicht überdacht wird, führt zwangsläufig zu gewaltigen Reibereien. Die amerikanische Gesellschaft ist eine Ansammlung von Individuen, die nur im Streben nach Geld, Macht und Anerkennung zusammengehalten wird.

Welche Gesellschaft geht heute einen konsequent anderen Weg?

Eine Frage an euch: Hätte diesen Roman so, wie er ist, auch eine Frau schreiben können bzw. wollen?


Liebe Grüße
Frank
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Natalie

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #26 am: 29. April 2004, 11:30:29 »

Hallo ihr beiden,

mich gibt es auch noch! Sorry, das ich mich noch nicht gemeldet habe. Ich habe das Buch bereits seit Freitag durch, weil ich es dann am Ende doch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Leide habe ich gerade wahnsinnig viel zu tun, werde heute Abend nochmal in Ruhe Eure Beiträge lesen und daruaf eingehen.

Viele Grüße,
Natalie
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Natalie

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #27 am: 29. April 2004, 23:26:11 »

Hallo Silke, hallo Frank,

hier nun wie angekündigt ein paar mehr Einzelheiten von mir.

Zitat von: Frank
Nebenbei: Seid ihr der Meinung, dass Franzen die Namen Chip (--> "Gehirn eines PC"), April (--> "weiß nicht, was sie will (oder tut))"), Eden (--> "Paradies, Schlange, die verführt") zufällig ausgewählt hat?


Gute Frage, solche Sachen fallen mir beim Lesen immer gar nicht auf. Bei Chip und Eden könnte ich es mir sogar fast vorstellen, bei April sehe ich den Bezug nicht wirklich.

Zum Teil mit der Axon-Präsentation: ich fand auch, dass sich das sehr zog. Zugegebenermaßen habe ich da teilweise auch ein wenig abgeschaltet.

Zitat von: Frank
Hätte diesen Roman so, wie er ist, auch eine Frau schreiben können bzw. wollen?


Ja, glaube ich schon. Wobei ich sage muss, dass ich nicht der Meinung bin, dass es eine typisch weibliche oder typisch männliche "Schreibe" gibt.
Ich fände allerdings auch die Frage interessant, ob es sich um einen "amerikanischen" Roman handelt. Die Familie mit ihren Lebensgewohnheiten ist für mich schon typisch amerikanisch, aber ich denke, die Grundprobleme, die angeprangert werden, lassen sich in Deutschland genauso finden.

Für mich beschreibt Franzen in seinem Buch eine Familie, in der die Kommunikation nur sehr schlecht funktioniert. Da man aus jedem Blickwinkel etwas mitbekommt, kann man teilweise die Beweggründe sogar verstehen, sieht aber gleichzeitig auch, wie manche Handlungen von den anderen wahrgenommen werden. Jeder einzelne von ihnen scheint so in seiner eigenen Welt gefangen zu sein, dass er einfach nicht in der Lage ist, die gewohnten Verhaltensmuster zu durchbrechen und auf die anderen zuzugehen.
Am sympathischsten war mir dabei noch Denise, die als einzige von Anfang an bereit war, gegenüber ihren Eltern Zugeständnisse zu machen.

Eigentlich würde mir noch viel mehr zu dem Buch einfallen, aber irgendwie bin ich gerade zu müde, tut mir leid.

Viele Grüße,
Natalie
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SilkeS.

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #28 am: 30. April 2004, 07:51:04 »

Hallo Natalie, hallo Frank!

Ich habe das Buch jetzt nach 1,5 Wochen auch endlich beendet!

Für mich beschreibt Franzen in seinem Buch eine Familie, in der die Kommunikation nur sehr schlecht funktioniert. Da man aus jedem Blickwinkel etwas mitbekommt, kann man teilweise die Beweggründe sogar verstehen, sieht aber gleichzeitig auch, wie manche Handlungen von den anderen wahrgenommen werden. Jeder einzelne von ihnen scheint so in seiner eigenen Welt gefangen zu sein, dass er einfach nicht in der Lage ist, die gewohnten Verhaltensmuster zu durchbrechen und auf die anderen zuzugehen.
Am sympathischsten war mir dabei noch Denise, die als einzige von Anfang an bereit war, gegenüber ihren Eltern Zugeständnisse zu machen.
>> Natalie, ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen, so she ich es auch!

Ich fand Garys Auftreten kurz vor seiner Abreise mehr als daneben. Klar war es gut mal zu reden, aber das hätte man ja wirklich nicht in letzter Minute machen müssen, oder!

Chip ist ja dann durch die Zeit mit seinem Vater im Krankenhaus auch noch vernünfitg geworden und hat nicht nur an sich gedacht!

Gruß SilkeS.
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Natalie

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Jonathan Franzen - Die Korrekturen
« Antwort #29 am: 04. Mai 2004, 13:18:25 »

Hallo ihr zwei,

Zitat von: Silke
Ich fand Garys Auftreten kurz vor seiner Abreise mehr als daneben. Klar war es gut mal zu reden, aber das hätte man ja wirklich nicht in letzter Minute machen müssen, oder!


Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen, vor allem, da er es ja regelrecht darauf angelegt hat.

Ich habe übrigens ebengerade meinen Buchtipp dazu online gestellt. Interessant, zu was die Diskussion hier geführt hat: das ist nämlich mit Abstand der längste Buchtipp, den ich je geschrieben habe, aber ich wollte halt unbedingt alle meine Gedanken unterbringen. Und dabei habe ich natürlich fleißig bei dme gespickt, was ich hier dazu geschrieben habe. Also falls es euch interessiert: http://www.buecherwurmseite.de/Franzen_buch406.html" target="_blank">Buchtipp auf der Bücherwurmseite
Ach ja, mir hat das Buch übrigens so gut gefallen, dass es Buchtipp des Monats ist!

Viele Grüße,
Natalie
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