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Autor Thema: Margaret Atwood - Der Report der Magd  (Gelesen 3801 mal)

Saltanah

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Margaret Atwood - Der Report der Magd
« am: 23. Februar 2009, 12:13:55 »



Kurzbeschreibung:
Die provozierende Vision eines totalitären Staats, in dem Frauen keine Rechte haben: Die Dienerin Desfred besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben...

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Twiceybaby

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #1 am: 23. Februar 2009, 15:50:16 »

Hallo Ihr Lieben  :winken:

endlich geht es los....  :tanzen:
Dann werde ich mal den Anfang machen.

Da heute überall die verrückten Jecken unterwegs sind und wir deswegen früh Feierabend gemacht haben, hatte ich schon ein wenig Zeit zu lesen.

Ich habe grade das Kapitel 12 IV Wartezimmer beendet.

Zuerst fand ich den etwas abgehackten Schreibstil verwirrend.Aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran....

Hätte ich nicht von Anfang an gewußt das wir uns in dem fiktiven Staat Gilead befinden, hätte ich die ersten paar Seiten geglaubt die Handlung spielt ( irgendwo in den USA ) in einem Boot-Camp. Diese Camp`s für die " schweren Jungs und Mädels " die noch eine letzte Chance bekommen.

I Nacht-Kapitel 1
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Bei weiterem Nachdenken und vorallem Lesen habe ich mich dann aber immer mehr wie bei den Mormonen bzw der (FLDS) ( Ich hoffe ich trete jetzt hier niemanden auf den Schlips :redface: ) gefühlt. Die von Atwood beschriebene Theokratie und auch ( die Lebensweise / Kleidung ) ist ja fast die gleiche Theokratie wie sie die besagte Sekte aus Texas praktizierte.

II Einkaufen-Kapitel 2
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*Brrrrrrrrrrrrrr da läuft es mir eiskalt den Rücken runter *

Sooooooo jetzt werde ich mich aber erstmal wieder in das Buch vergraben  :zwinker:
Bin schon wahnsinnig auf Eure ersten Eindrücke gespannt. Hoffe ich habe so alles richtig gemacht und vorallem auch richtig gespoilert.....

Grüßli vom
Twiceybaby  :winken:






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JaneEyre

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #2 am: 23. Februar 2009, 15:54:16 »

Wow du warst ja schon fleißig  - ich komme heute spät nach Hause, mal sehen ob ich da noch lesen mag - ansonsten dann ab morgen mal, allerdings hab ich die nächsten 2 Tage auch nicht so viel Zeit, aber die kommt noch!
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Liebe Grüße
JaneEyre

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Twiceybaby

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #3 am: 23. Februar 2009, 16:01:35 »

Zitat
Wow du warst ja schon fleißig

Aber auch nur weil ich nicht so der Karnevals-Jeck bin ( und wir schon um 11 Uhr Feierabend gemacht haben ).  :zwinker:

Zitat
allerdings hab ich die nächsten 2 Tage auch nicht so viel Zeit, aber die kommt noch!

Ist doch nicht schlimm... Hauptsache Du hast keinen Streß. Und so spannend wie das Buch ist hast Du uns ruck zuck eingeholt  :breitgrins:

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #4 am: 23. Februar 2009, 17:38:39 »

Hallo ihrs! :winken:

Hihi, Twiceybaby - als ich gesehen habe, wie weit du bist, habe ich erstmal eine 180°-Drehung weg vom PC zurück zum Buch hingelegt. :breitgrins:
Ich bin am Ende von Kapitel 5 (II Einkaufen) auf Seite 48.

Den erwähnten etwas abgehackten Schreibstil habe ich auch bemerkt, allerdings gefällt er mir in diesem Buch sehr gut. Er passt zu der Thematik und rückt gewisse abstrakte Situationen besser ins Licht.

Das 1. Kapitel hat mir sehr gut gefallen. Die Sehnsucht von Desfred nach den "alten Zeiten" wird hier gut dargestellt, ebenfalls die Härte, mit der die Privilegierteren mit den Mägden umgehen. Wobei mich das Erwähnen der
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schon ziemlich erschreckt hat. Da Frauen in dieser Gesellschaft generell minderwertiger als die Männer waren, würde der Gedanke naheliegen, dass zumindest sie zusammenhalten.
Ich dachte zunächst, dass hier die Geschichte schon beginnt. Dass die Mägde wie im Gefängnis gehalten werden und den Männern eventuell in speziellen Räumen zugeführt werden. Aber anscheinend war dies ja nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, wo Desfred noch keiner Familie zugeteilt wurde.

Auffällig sind ja auch die Namen der Mägde: Defred, Desglen, Deswarren. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

Das Verhältnis von Cora zu Rita erscheint mir im 2. Kapitel doch sehr nah. Als eigentliche Dienstmagd redet sie ziemlich offenherzig mit ihrer Herrin. Und ebenso wie bei den Frauen scheint es auch bei den Männern eine gewisse Hierarchie zu geben, wobei hier das Heiraten und das Bekommen einer eigenen Magd das oberste Ziel zu sein scheint.

Während der Unterhaltung zwischen Desfred und Desglen kam mir der Gedanke, dass in diesem System die Kirche anscheinend (noch) eine große Rolle spielt, und das sie wahrscheinlich das geforderte Verhalten der Mädge stark prägte. Allein der Dialog schien mit seinen gebräuchlichen Begrüßungen und Floskeln so standardisiert zu sein, dass andere Antworten wohl schon ein Verstoß zu sein scheinen. Aber das sind ersteinmal nur Vermutungen.
Hier lassen sich auch schöne Bezüge zu anderen Kulturen - wie Twiceybaby schon mit den Mormonen angesprochen hat - ziehen. Es erinnert mich auch ein wenig an den Islam, wo die Frauen sich verschleihern müssen und insbesondere mit anderen Männern nicht näher in Kontakt treten dürfen - oder auch an die Zeit des Mittelalters, wo sich die Frauen "sittsam" verhalten mussten und die Kommunikation mit anderen Männern, selbst ihren Verlobten, oft gar nicht zustande kam.

Das Ende des 5. Kapitels gefiel mir besonders gut:

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Hier wird ihre ausweglose Situation und ihre Angst, mit jemandem zu reden, weil dieser sie verraten könne, sehr gut deutlich. Denn die Gefahr scheint in diesem Staat anscheinend überall zu lauern...


So, nun wende ich mich ersteinmal meinem Englisch-Stoff für die morgige Kursarbeit zu. Ausgerechnet diese Woche ist voll bis zum Ende. :rollen:
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Twiceybaby

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #5 am: 23. Februar 2009, 18:48:03 »

Hallo ihrs! :winken:

Hihi, Twiceybaby - als ich gesehen habe, wie weit du bist, habe ich erstmal eine 180°-Drehung weg vom PC zurück zum Buch hingelegt. :breitgrins:

Ich stell mir das grade bildlich vor.....   :lachen: Bin ja auch wie gesagt nur so weit, da ich schon um 11 Uhr Feierabend hatte. Morgen sieht die Sache schon ganz anders aus  :zwinker:

Den erwähnten etwas abgehackten Schreibstil habe ich auch bemerkt, allerdings gefällt er mir in diesem Buch sehr gut

Mittlerweile habe ich mich auch an den Stil gewöhnt. Allerdings fand ich ihn zu Anfang ziemlich gewöhnungsbedürftig. Aber wenn ich das mal genau in Augenschein nehme hast Du vollkommen recht. Er rückt wirklich gewisse Situationen besser ins Licht.

Auffällig sind ja auch die Namen der Mägde: Defred, Desglen, Deswarren. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht haben die bestimmten Gruppen nicht nur bestimmte Kleiderfarben ( rot / grün ) sondern auch Vornamen. Obwohl mich an dieser Stelle mal interessieren würde ob " Rita und Cora "
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Denn anscheinend ist Desfred
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Es erinnert mich auch ein wenig an den Islam, wo die Frauen sich verschleihern müssen und insbesondere mit anderen Männern nicht näher in Kontakt treten dürfen

Stimmt. Den Vergleich finde ich auch super....Der kam mir so erstmal gar nicht in den Sinn. Aber das stimmt schon.

Das Ende des 5. Kapitels gefiel mir besonders gut:

Ich hätte nie damit gerechnet, das überhaupt
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Zumindest hatte ich so das Gefühl....

So, nun wende ich mich ersteinmal meinem Englisch-Stoff für die morgige Kursarbeit zu.

Ich drück Dir sämtliche Däumchen  :five:







« Letzte Änderung: 23. Februar 2009, 18:57:37 von Twiceybaby »
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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #6 am: 23. Februar 2009, 19:37:07 »

Hallo ihrs! :winken:

Hihi, Twiceybaby - als ich gesehen habe, wie weit du bist, habe ich erstmal eine 180°-Drehung weg vom PC zurück zum Buch hingelegt. :breitgrins:

Ich stell mir das grade bildlich vor.....   :lachen: Bin ja auch wie gesagt nur so weit, da ich schon um 11 Uhr Feierabend hatte. Morgen sieht die Sache schon ganz anders aus  :zwinker:

Nicht nachmachen, bei herumliegenden Klamotten, Heftern und einer ausgeprägten Blättersammlung ist das gar nicht ungefährlich. :breitgrins:
Hach, ich möchte auch so früh Schluss haben... aber dafür hat heute meine Deutsch-Lehrerin der ganzen Klasse Pfannkuchen ausgegeben.


Auffällig sind ja auch die Namen der Mägde: Desfred, Desglen, Deswarren. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht haben die bestimmten Gruppen nicht nur bestimmte Kleiderfarben ( rot / grün ) sondern auch Vornamen.


Das hat mir gerade keine Ruhe gelassen, also habe ich mich auf die Suche nach der Bedeutung von Vorsilben gemacht... laut Duden hat die Vorsilbe de etwas mit ab-, aus-, ent- zu tun. Die Vorsilbe dis bedeutet auseinander. Wenn man diese Vorsilben mixt, sodass man Des erhält, könnte man daraus schließen, dass diese Wörter so etwas wie entfremdet oder auseinander/abgespaltet bedeuten. Was eventuell gar nicht so falsch sein kann, da diese Frauen anscheinend ihren wirklichen Namen aufgeben mussten.


Obwohl mich an dieser Stelle mal interessieren würde ob " Rita und Cora "
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Edit: Ach, ich habe Rita und Serena Joy total durcheinandergebracht. :redface: Ich dachte zuerst, es wäre ein und dieselbe Person. Aber bei ihnen gäbe es eigentlich keinen plausiblen Grund, neue Namen verpasst zu bekommen. Kommt Zeit (oder Kapitel), kommt Rat. :zwinker:

Das Ende des 5. Kapitels gefiel mir besonders gut:

Ich hätte nie damit gerechnet, das überhaupt
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Zumindest hatte ich so das Gefühl....

Vielleicht ist diese Unterdrückung der Frauen weltweit gar nicht bekannt und soll auch nicht bekannt gemacht werden.
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So, nun wende ich mich ersteinmal meinem Englisch-Stoff für die morgige Kursarbeit zu.

Ich drück Dir sämtliche Däumchen  :five:

Danke, das kann ich gebrauchen. :schwitz:
« Letzte Änderung: 23. Februar 2009, 21:43:56 von Grotesque »
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mohan

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #7 am: 23. Februar 2009, 20:02:12 »

Teile I - III gelesen

Mit wenigen Informationen werden wir in Gilead hineingestellt und müssen uns zurechtfinden. Damit sind wir in einer Situation, in der sich auch die Erzählerin zu Beginn befunden haben muss. Sie, Desfred, ist verwirrt, weshalb sie häufig Bilder verwechselt, alte mit neuen überlagert. Deutlich wird dies beispielsweise, als sie die Gehenkten sieht.

Wie allein in Kapitel 2 über die Beschreibung eines Zimmers ein Machtsystem beschrieben wird und wir erfahren, dass es (zumindest, soweit bis hierhin feststellbar) drei Qualitäten von Frauen gibt, die Frauen der Machtelite, die Bediensteten (wozu auch die Aufseherinnen vermutlich gehören) und die Mägde, gefällt mir in seiner Beiläufigkeit. Über ihre Bezeichnungen, einen Verhaltenskodex und die Kleidung sind sie einer der Gruppen zugeordnet.

Das Ende des 5. Kapitels gefiel mir besonders gut:

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Hier wird ihre ausweglose Situation und ihre Angst, mit jemandem zu reden, weil dieser sie verraten könne, sehr gut deutlich. Denn die Gefahr scheint in diesem Staat anscheinend überall zu lauern...

Die Begegnung mit den japanischen Touristen zeigt, dass der in unserer Realität allerorten praktizierte kulturelle Relativismus nicht unproblematisch ist. Die dumme Frage, die Grotesque am Ende ihres ersten Postings erwähnt, unterstellt zumindest so etwas wie die Möglichkeit eines allgemeingültigen ethischen Systems. Noch dümmer wird die Frage darüber hinaus natürlich durch das anzunehmende Wissen des fragenden Reiseführers durch die Diktatur, dass in einem Unterdrückungssystem mit offener und verdeckter Überwachung eigentlich keine andere Antwort gegeben werden kann als die Desfreds.


Auffällig sind ja auch die Namen der Mägde: Defred, Desglen, Deswarren. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht haben die bestimmten Gruppen nicht nur bestimmte Kleiderfarben ( rot / grün ) sondern auch Vornamen. Obwohl mich an dieser Stelle mal interessieren würde ob " Rita und Cora "
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Denn anscheinend ist Desfred
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Im zweiten Teil wird ersichtlich, dass die Namen besitzanzeigend sind: Desfred = (Die Magd) des Fred. Deshalb haben die Mägde alle ähnliche Namen, die aber nicht ihre Geburtsnamen sind.
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mohan

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #8 am: 23. Februar 2009, 20:22:49 »

Ich hätte nie damit gerechnet, das überhaupt
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Zumindest hatte ich so das Gefühl....

Mauern werden ja auf den ersten Seiten schon erwähnt. Es wird nur noch nicht klar, ob es Grenzmauern Gileads sind. Sollten es welche sein, schließt dies nicht unbedingt aus, dass Touristen reindürfen (vielleicht zur Erzielung von Deviseneinnahmen). Sie dienen dann wohl dazu, die Flucht zu verhindern.


Vielleicht ist diese Unterdrückung der Frauen weltweit gar nicht bekannt und soll auch nicht bekannt gemacht werden.
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Vorstellbar ist, dass die Unterdrückung bekannt und einer der Gründe für die touristischen Aktivitäten ist. Dazu werden wir im Weiteren vielleicht mehr erfahren.
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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #9 am: 23. Februar 2009, 20:44:22 »

Auffällig sind ja auch die Namen der Mägde: Defred, Desglen, Deswarren. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

Das habe ich mich auch schon gefragt. Vielleicht haben die bestimmten Gruppen nicht nur bestimmte Kleiderfarben ( rot / grün ) sondern auch Vornamen. Obwohl mich an dieser Stelle mal interessieren würde ob " Rita und Cora "
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Denn anscheinend ist Desfred
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Im zweiten Teil wird ersichtlich, dass die Namen besitzanzeigend sind: Desfred = (Die Magd) des Fred. Deshalb haben die Mägde alle ähnliche Namen, die aber nicht ihre Geburtsnamen sind.


:wand: Ich sollte lieber auf merkwürdige Theorien oder das Wörter-auseinander-nehmen verzichten.


Vielleicht ist diese Unterdrückung der Frauen weltweit gar nicht bekannt und soll auch nicht bekannt gemacht werden.
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Vorstellbar ist, dass die Unterdrückung bekannt und einer der Gründe für die touristischen Aktivitäten ist. Dazu werden wir im Weiteren vielleicht mehr erfahren.

Wenn die Unterdrückung weltweit bekannt ist - wie können dann die Touristen solche Fragen, deren Antwort auf der Hand läge, stellen? Vielleicht ist es Absicht der Autorin, die Ignoranz der übrigen Welt darzustellen - aber andererseits stände das im Widerspruch zu der Erklärung, dass
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Wenn man schon so offen mit den Grundlagen dieses Systemes umgeht, müsste man sich nicht solcher Erklärungen bedienen.
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mohan

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #10 am: 23. Februar 2009, 20:55:31 »

Wenn die Unterdrückung weltweit bekannt ist - wie können dann die Touristen solche Fragen, deren Antwort auf der Hand läge, stellen? Vielleicht ist es Absicht der Autorin, die Ignoranz der übrigen Welt darzustellen - aber andererseits stände das im Widerspruch zu der Erklärung, dass
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Wenn man schon so offen mit den Grundlagen dieses Systemes umgeht, müsste man sich nicht solcher Erklärungen bedienen.

Aus Voyeurismus beispielsweise, um die Bestätigung für das eigentlich offen zur Schau Stehende zu bekommen, weil sie nicht wirklich fassen können, was sie sehen. Es sind viele Motive denkbar, die wir auch aus unserem Alltag kennen. Dazu würde passen, dass das von dir zuletzt genannte Argument auch verstanden werden kann als die Ignoranz verstärkend. Insofern gefällt mir dein Argument sehr gut, weil es wie mit dem Brennglas den Blick auf die Motivation der Touristen lenkt.
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Grotesque

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #11 am: 23. Februar 2009, 21:08:26 »

Wenn die Unterdrückung weltweit bekannt ist - wie können dann die Touristen solche Fragen, deren Antwort auf der Hand läge, stellen? Vielleicht ist es Absicht der Autorin, die Ignoranz der übrigen Welt darzustellen - aber andererseits stände das im Widerspruch zu der Erklärung, dass
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Wenn man schon so offen mit den Grundlagen dieses Systemes umgeht, müsste man sich nicht solcher Erklärungen bedienen.

Aus Voyeurismus beispielsweise, um die Bestätigung für das eigentlich offen zur Schau Stehende zu bekommen, weil sie nicht wirklich fassen können, was sie sehen. Es sind viele Motive denkbar, die wir auch aus unserem Alltag kennen. Dazu würde passen, dass das von dir zuletzt genannte Argument auch verstanden werden kann als die Ignoranz verstärkend. Insofern gefällt mir dein Argument sehr gut, weil es wie mit dem Brennglas den Blick auf die Motivation der Touristen lenkt.

Stimmt, wenn man es so betrachtet, klingt diese Ignoranz recht einleuchtend. Nichtsdestotrotz scheinen die Touristen die Zustände nicht wahrhaben zu wollen oder lieber verharmlost zu sehen, wenn man die offene Bekennung der Unterdrückung der Frauen im Gegensatz zu der Äußerung des Dolmetschers sieht. Je mehr man über die Szene nachdenkt, desto erschütternder scheint sie zu sein. Vielleicht geben die nächsten Kapitel noch näher Aufschluss über  die Reaktion der restlichen Welt.
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ink-heart

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #12 am: 24. Februar 2009, 00:14:49 »

Hallo :winken:

Hier ist ja schon richtig was los. :smile:

Ich bin inzwischen auch bis Teil III gekommen und finde den Roman ziemlich gut lesbar und interessant, wenn es mich auch noch nicht so völlig gepackt hat.

Der Anfang schien zunächst recht verrätselt, wenn auch die Schwermut und Bitterkeit, manchmal sogar Zynismus der Erzählerin recht deutlich wurden. Nach und nach wurde dann das Kastensystem klar, die Rolle, die das Gebären anscheinend spielt, überhaupt das allgegenwärtige Fruchtbarkeitsmotiv, das z. B. auch anklingt, wenn die Erzählerin sich an ihren Garten erinnert.

In der englischen Version heißt sie übrigens Offred, die anderen Ofglen etc.

Im zweiten Teil wird ersichtlich, dass die Namen besitzanzeigend sind: Desfred = (Die Magd) des Fred. Deshalb haben die Mägde alle ähnliche Namen, die aber nicht ihre Geburtsnamen sind.
Habe ich was überlesen? Wer ist Fred? :confused: Grundsätzlich passt das natürlich auch zu der englischen Bezeichnung; ich hatte es mir spontan aber eher als Herkunftsnamen (Tochter von) erklärt.

Wie in den meisten totalitären Systemen scheint es Spione und Denunzianten zu geben - eine dauernde Gefahr, die die Kontaktmöglichkeiten unglaublich einschränkt. Die Mägde selbst scheinen eine sehr zwiespältige Rolle einzunehmen: Die Wachen sollen ihnen Respekt erweisen, aber die 'Marthas' sehen auf sie herab und die 'Frau' kann sie so ziemlich nach Belieben behandeln.

Wie lange 'Gilead' schon existiert, frage ich mich. Offred kann sich an den Garten erinnern, ebenso an einen Mann und vermutlich ein Kind - alles offenbar aus einem Leben vor dieser Gesellschaftsform, die demnach noch nicht so alt ist und sich ziemlich schnell aus dem entwickelt hat, was wir kennen. Die Vor-Gilead-Gesellschaft, die Offred beschreibt, ist deutlich unsere, aus weiblicher (feministischer?) Sicht.

Interessant fand ich die Überlegungen hinsichtlich "Freiheit zu/für" und "Freiheit von" - und dass selbst ein Begriff wie Freiheit recht leicht ideologisch missbraucht werden kann.

Ebenso zwiespältig sind die Bücherverbrennungen. So sehr ich auch alleine bei dem Begriff zusammenzucke und zurückschrecke - bei der Schilderung, wie Pornomagazine der übelsten Sorte verbrannt werden, habe ich so etwas wie spontane Zustimmung empfunden; als dann aber klar wurde, dass das geschriebene Wort in Gilead den meisten grundsätzlich verboten ist, erschien auch dies wieder in einem anderen Licht ...

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bane77

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #13 am: 24. Februar 2009, 07:01:14 »

Hallo  :winken:,

super dass hier schon so fleißig diskutiert wird!  :klatschen:

Beim Lesen fühle ich mich auch sehr an eine Sekte erinnert. Es gibt ja wirklich Orte, in denen nur Sektenmitglieder leben und dann da wirklich Normalsterbliche hinfahren und sich das Ganze mal anschauen wollen. So weit weg von der Realität ist das Ganze gar nicht.

Mich würde sehr interessieren wie groß dieses Sub-Universum denn ist. Da ja anscheinend Krieg herrscht, hört es sich so an als wäre es ein ganzer Staat. Aber warum sollte
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Ich frage mich auch
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Es sind bei mir im Moment noch viele Fragen offen und ich bin sehr gespannt aufs Weiterlesen.

Ich finde das Buch enorm fasznierend, erschreckend und beunruhigend. Ich hoffe das hält die ganzen 400 Seiten an!

Den Schreibstil finde ich gut. Ich habe schon mehr von Margaret Atwood gelesen und fand ihre Sprache schon immer toll. Ich war da sofort wieder drin und habe es sehr genossen ihr zu folgen.

Die gleichen Namen sind mir noch gar nicht aufgefallen....  :redface: Aber eure Überlegungen finde ich echt interessant.... Ich hoffe das Buch wird uns noch einige Anhaltspunkte liefern..

Was ich auch sehr heftig finde, ist
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Mir machen solche Bücher immer Angst....

Ich würde ja jetzt gerne weiterlesen, aber jetzt muss ich erstmal für die Uni arbeiten. Aber heute abend gehts weiter!

lg
bane

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Twiceybaby

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Re: Margaret Atwood - Der Report der Magd
« Antwort #14 am: 24. Februar 2009, 07:20:15 »

Habe ich was überlesen? Wer ist Fred? :confused: Grundsätzlich passt das natürlich auch zu der englischen Bezeichnung; ich hatte es mir spontan aber eher als Herkunftsnamen (Tochter von) erklärt.

Fred ist der Name des Kommandanten.Deswegen auch der patronymische Name "Des Fred" oder auch "Of Fred "

Was ich auch sehr heftig finde, ist
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Mir machen solche Bücher immer Angst....

Zumal ich mich frage wohin einer der beiden überhaupt fliehen könnte.......Es sei denn sie springen in den Bus der Touristen  :gruebel:

Man man man Fragen über Fragen. Ich hoffe nur ich komme heute Abend dazu weiterzulesen  :klatschen:

Obwohl ich mir im Moment gar nicht so sicher bin, ob ich das alles wissen möchte  :zwinker:

« Letzte Änderung: 24. Februar 2009, 07:32:32 von Twiceybaby »
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