Huhu!
Mein Freund hat mich vor einer Weile auf den Film
Waltz With Bashir aufmerksamgemacht, der vom Regisseur selbst als "Vergangenheitsbewältigung durch Verfilmung" beschrieben wurde. Das hat mich neugierig gemacht und so habe ich mir heute den zum Film gehörigen Comic gekauft und auch gleich verschlungen.

Inhalt:Ari Folman, der als Soldat im Libanon war als das
Massaker von Sabra und Shatila stattfand hat jegliche Erinnerungen an dieses Ereignis verloren. Und an den Krieg selbst auch, oder zumindest daran, was er dort getan hat. So sucht er alte Freunde und Bekannte auf, Menschen, die ihm erzählen können, was damals passiert ist und was er selbst für eine Rolle gespielt hat. Stück für Stück, Interview um Interview, fügen sich die Puzzleteile seines Gedächtnisses wieder zusammen bis schließlich ein Gesamtbild entsteht, dass das Grauen dieses Krieges zeig...
Meine Meinung:In fast episodisch erscheinenden, kurzen Geschichten, jeweils von den interviewten Personen erzählt, erstreckt sich diese Geschichte. Ari entdeckt die Vergangenheit durch die Augen anderer, die zwar alle Schreckliches erlebt haben, dieses aber für meinen Geschmack zu schnell oder auch zu nüchtern erzählen.
Die Bilder sind großartig. Der Zeichenstil ist sehr minimalistisch und im Hintergrund finden sich oft Elemente, die entweder aussehen wie echte Fotos oder tatsächlich welche sind. Es ist unmöglich zu sagen, aber dieser Stil gefällt mir sehr gut und macht die Bilder so etwas glaubhafter bzw. nimmt etwas von der Distanz weg, die man sonst zu den eher zeichentrickartigen Bildern hätte.
Ganz am Ende gibt es ein paar Seiten, die aus richtigen Fotografien bestehen, die Bilder des Massakers zeigen. So gut mir die Geschichte an sich gefallen hat, so wenig hat mich das ganze berührt. Erst auf den letzten Seiten, als ich die echten Fotos gesehen habe, wie die Menschen wie abgeschlachtetes Vieh auf der Straße liegen, hat es mich voll erwischt und ich musste schlucken und danach erst mal tief Luft holen.
Ich denke, dass der Film wohl besser ist als der Comic, weil einfach mehr Zeit ist um diese Geschichte zu erzählen und weil wahrscheinlich auch mehr ins Detail gegangen wird. Der doch recht schlanke Comic (130 Seiten) ist zwar beeindruckend, schaffte es aber nicht, mich so wirklich in seinen Bann zu ziehen.

Liebe Grüße,
Wendy