

Der Bürgerrechtler
Ken Saro-Wiwa, geboren 1941, setzte sich in seiner Heimat für Umweltschutz und Menschenrechte ein. Er gründete 1989 die Organisation
Movement for the Survival of the Ogoni People (MOSOP; „Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes“), die für die politische und kulturelle Autonomie für die Ogoni agierte und gegen die Ausbeutung durch Erdölförderung kämpfte. Saro-Wiwa wurde durch die nigerianische Militärregierung mehrfach verhaftet und festgehalten. Im Oktober 1995 wurde er von einem Sondergericht gemeinsam mit acht Mitstreitern zum Tode verurteilt und trotz internationaler Proteste im November 1995 hingerichtet.
Inhalt: In den 19 Erzählungen schildert Saro-Wiwa den Alltag in Nigeria, sei es auf dem Land oder in der Stadt, zwischen Traditionen und europäischen Einflüßen. Der erste Teil besteht aus Episoden, die im Dorf Dukana spielen und sich um einen festen Personenstamm drehen. Im zweiten Teil trifft man auf Menschen, die ihr Glück in der Stadt versuchen.
Meine Meinung: Schonungslos offen spricht Saro-Wiwa Themen wie Korruption, Willkür, Rückständigkeit, Aberglauben etc. an. Er bedient sich dabei keiner ausgefeilten Sprache und bietet dem Leser auch keine Psychogramme seiner Protagonisten, er präsentiert lediglich einen ungeschönten Blick auf seine Heimat. Und diese erzählerische Schlichtheit und Offenheit haben mir unheimlich gut gefallen, weil ich wirklich das Gefühl hatte etwas über Land und Leute zu erfahren. Obendrein kann man zwischen den Zeilen nicht nur ein Augenzwinkern finden sondern man spürt auch die Verbundenheit des Schriftstellers mit seinem Volk. Trotz der Missstände hebt Saro-Wiwa die Eigenheiten und - vor allem - die Liebenswürdigkeiten hervor.

Viele Grüße
Breña