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Autor Thema: Ken Saro-Wiwa - Die Sterne dort unten  (Gelesen 638 mal)

Breña

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Ken Saro-Wiwa - Die Sterne dort unten
« am: 05. Februar 2009, 01:20:42 »



Der Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa, geboren 1941, setzte sich in seiner Heimat für Umweltschutz und Menschenrechte ein. Er gründete 1989 die Organisation Movement for the Survival of the Ogoni People (MOSOP; „Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes“), die für die politische und kulturelle Autonomie für die Ogoni agierte und gegen die Ausbeutung durch Erdölförderung kämpfte. Saro-Wiwa wurde durch die nigerianische Militärregierung mehrfach verhaftet und festgehalten. Im Oktober 1995 wurde er von einem Sondergericht gemeinsam mit acht Mitstreitern zum Tode verurteilt und trotz internationaler Proteste im November 1995 hingerichtet.

Inhalt: In den 19 Erzählungen schildert Saro-Wiwa den Alltag in Nigeria, sei es auf dem Land oder in der Stadt, zwischen Traditionen und europäischen Einflüßen. Der erste Teil besteht aus Episoden, die im Dorf Dukana spielen und sich um einen festen Personenstamm drehen. Im zweiten Teil trifft man auf Menschen, die ihr Glück in der Stadt versuchen.

Meine Meinung: Schonungslos offen spricht Saro-Wiwa Themen wie Korruption, Willkür, Rückständigkeit, Aberglauben etc. an. Er bedient sich dabei keiner ausgefeilten Sprache und bietet dem Leser auch keine Psychogramme seiner Protagonisten, er präsentiert lediglich einen ungeschönten Blick auf seine Heimat. Und diese erzählerische Schlichtheit und Offenheit haben mir unheimlich gut gefallen, weil ich wirklich das Gefühl hatte etwas über Land und Leute zu erfahren. Obendrein kann man zwischen den Zeilen nicht nur ein Augenzwinkern finden sondern man spürt auch die Verbundenheit des Schriftstellers mit seinem Volk. Trotz der Missstände hebt Saro-Wiwa die Eigenheiten und - vor allem - die Liebenswürdigkeiten hervor.

 4ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

Viele Grüße
Breña

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"Natürlich kann man sein ohne zu lesen, ohne Bücher, aber ich nicht, ich nicht."  J. L. Borges

Aldawen

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Re: Ken Saro-Wiwa - Die Sterne dort unten
« Antwort #1 am: 12. Februar 2009, 19:43:57 »

Wie Breña schon geschrieben hat, sind die ersten acht Erzählungen im Dorf Dukana angesiedelt, übrigens auch der Schauplatz seines Romans Sozaboy. Daher kannte ich auch schon einen beträchtlichen Teil des Personals und das Wiedersehen hat mir – trotz der menschlich-allzu menschlichen Schwächen, die an allen Ecken zum Vorschein kommen – viel Freude gemacht. Es war fast ein bißchen wie nach-Hause-kommen ...  Die Erzählungen des zweiten Teils sind von einem noch schonungsloseren Blick auf die Verhältnisse in den modernen nigerianischen Städten geprägt als die Dorfgeschichten zuvor. Denn auch wenn Saro-Wiwa keine Dorfidylle konstruiert und es natürlich Neid, Eifersucht usw. usf. mit auch tragischen Konsequenzen gibt, so ist die Dorfgemeinschaft als solches und der einzelne in ihr doch in einer anderen Situation als der Städter. Saro-Wiwa läßt dabei wirklich kein Thema aus: Korruption, Mißgunst, Willkür, Polygamie, religiöse Intoleranz bis zum Pogrom. Aber wirklich ekelhaft konnte ich keine der Personen finden, sie versuchen das Beste für sich zu erreichen, auch auf Kosten anderer, aber das ist ja bei uns auch nicht anders. Daher kann ich mich auch in dieser Beziehung nur Breñas Fazit anschließen:

Obendrein kann man zwischen den Zeilen nicht nur ein Augenzwinkern finden sondern man spürt auch die Verbundenheit des Schriftstellers mit seinem Volk. Trotz der Missstände hebt Saro-Wiwa die Eigenheiten und - vor allem - die Liebenswürdigkeiten hervor.

Das macht es auch für Einsteiger in afrikanische Literatur empfehlenswert!

 4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

Schönen Gruß,
Aldawen
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Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika