Die Geschichten des sechsten Tages waren wirklich sehr kurz, was aber sicher mit dem vorgegebenen Thema zusammenhing. Denn ein Witzwort wird nicht besser dadurch, dass es in die Länge gezogen wird.
In der
ersten Geschichte schafft Madonna Oretta es, sich von der quälenden Erzählung durch eine einfache Bitte zu befreien. Manch einer, der bei Tisch von seinem Nachbarn ähnliches zu erleiden hat, wäre um eine solche Flucht froh!

In der
zweiten Geschichte um Cisti, den Bäcker, verstand ich die Anspielung erst beim zweiten Mal. Er will damit zum Ausdruck bringen, dass sein Wein sehr edel ist und nicht wie Wasser getrunken werden soll. Herr Geri hat dann auch sofort verstanden, als der die große Flasche sah.
Die
dritte Geschichte fand ich nicht so gelungen. Aber, naja!
In der
vierten Geschichte zieht der Koch durch einen spontanen Einfall seinen Kopf aus der Schlinge. Und sein Herr beweist, dass er Humor hat. Das nächste Mal dann nur noch mit "Oh, oh".

In der
fünften Geschichte musste ich recht grinsen. Wie der eine plötzlich feststellt, wie jämmerlich der andere aussieht. Ich glaube nicht, dass er es böse meinte. Sicher war er sich bewusst, dass er nicht viel besser aussah, hatte aber im Gegensatz zu seinem Reisegefährten mehr Humor, der darauf so eine abweisende Rede führte. Der erstere erschien mir wie ein Mann, der auch über sich selbst lachen kann.
Die
sechste Geschichte macht uns erst klar, wie hässlich die beiden der vorgehenden Geschichte gewesen sein müssen. Eine kluge Argumentation, die Scalza da anführt!

In der
siebten kann sich die Beklagte durch ihre Ehrlichkeit und ihre Rede über die Ungerechtigkeit dieses Gesetzes das Leben retten. Was mir da besonders hängen blieb, war das sie, nachdem sie gehen konnte, in ihr Elternhaus zurückkehrte. Es wurde nicht gesagt, ob sie ihr Mann nicht mehr wollte, oder ob es ihr freistand zu gehen.
Die
achte war einfach nur köstlich! Aber bei dieser Nichte sind selbst solche Reden wie Perlen vor die Säue werfen.

In der
neunten Geschichte war ich froh, dass die Edelleute erst noch über den Sinn von Cavalcantis Bemerkung aufgeklärt werden mussten, sonst wüsste ich wahrscheinlich immer noch nicht was er eigentlich damit genau sagen wollte.

Bruder Cipolla aus der
letzten Geschichte ist ja ein gerissenes Schlitzohr! Wie rasch er sich doch aus der Affäre ziehen kann. Und wie dumm die Leute des Ortes dargestellt werden, dass sie ihm solche Beschreibungen abnehmen. Allein die Namen hätten sie doch stutzig machen sollen.
Wegen der Bemerkung zu den Kohlen habe ich mir die Geschichte noch einmal durchgelesen. Also ich fand diese Begebenheit nicht unbedingt schlimmer, als man eine andere, die schon geschildert wurde. Aber zu jener Zeit sah man das, vor allem in kirchlichen Kreisen, wohl anders.
Zum ersten Mal wurde in einer der Geschichten auch eine Person erwähnt, die während der Pest gestorben ist.
Herrlich fand ich das Zwischenspiel im Frauenthal. Wieder diese üppigen Naturbeschreibungen und wie alles nur vor Leben so strotzt, während doch nicht allzu weit das Sterben weitergeht.