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Autor Thema: Das Dekameron - Dritter Tag  (Gelesen 2256 mal)

Doris

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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #15 am: 13. Februar 2009, 21:28:18 »

Danke, Saltanah. Ich dachte schon, das gehört auch ins Reich der Fantasie.
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stefanie_j_h

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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #16 am: 16. Februar 2009, 17:11:56 »

Ich habe erst bis Geschichte sechs gelesen und finde es etwas schade, dass das Motto des Tages so ausgelegt wird, dass das "Heißersehnte" immer nur sexueller Natur ist. Von Zeit zu Zeit eine etwas "offenherzige" Geschichte zu lesen macht mir ja nichts, aber hier geht es schon ganz schön wild zur Sache  :redface:

Die erste Geschichte fand ich ganz witzig, die keuschen Nonnen scheinen ja wirklich jede Gelegenheit wahrzunehmen, die sich ihnen bietet. Und dass der arme Masetto damit etwas überfordert war, kann ich mir schon gut vorstellen. Neun Frauen sind ja eine ganze Menge!

Der Stallknecht in der zweiten Geschichte hat sich das alles ganz gut ausgedacht und scheint ja auch ein witziger Kerl zu sein...

Die eifersüchtige Frau in der sechsten Geschichte hat ja auch ihre "Strafe" für die übermäßige Eifersucht bekommen, aber am Ende hat es ihr dann doch noch Spaß gemacht  :rollen:

Allgemein ist mir aufgefallen, dass mit dem Wort "Liebe" in den Geschichten meist eher sexuelle Begierde gemeint ist. Das finde ich etwas seltsam  :confused:
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Doris

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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #17 am: 16. Februar 2009, 21:16:04 »

Ich habe erst bis Geschichte sechs gelesen und finde es etwas schade, dass das Motto des Tages so ausgelegt wird, dass das "Heißersehnte" immer nur sexueller Natur ist. Von Zeit zu Zeit eine etwas "offenherzige" Geschichte zu lesen macht mir ja nichts, aber hier geht es schon ganz schön wild zur Sache  :redface:

Das ist mir noch gar nicht so aufgefallen. Wenn man vom Dekameron hört oder liest, steht immer der amouröse Aspekt im Vordergrund, so dass ich eigentlich nicht viel anderes erwartet habe. Aber jetzt, wo Du es erwähnst, sticht es erst so richtig ins Auge. Eigentlich sollte man meinen, dass es damals außer den Grundbedürfnissen, also Nahrung, Schutz und Fortpflanzung, noch anderes Erstrebenswertes gegeben haben sollte. Schließlich haben wir es nicht mit mit der armen, sondern eher der gehobenen Gesellschaftsschicht zu tun, die ihr Augenmerk noch anderes wie z. B. Reichtum, Ansehen oder Kulturelles richten konnten.

Aber ich kann Dich beruhigen, es kommen später auch noch andere Themen zum Zug.
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Lucius Annaeus Seneca

mohan

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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #18 am: 20. Februar 2009, 10:05:31 »

Ich habe erst bis Geschichte sechs gelesen und finde es etwas schade, dass das Motto des Tages so ausgelegt wird, dass das "Heißersehnte" immer nur sexueller Natur ist. Von Zeit zu Zeit eine etwas "offenherzige" Geschichte zu lesen macht mir ja nichts, aber hier geht es schon ganz schön wild zur Sache  :redface:

Das ist mir noch gar nicht so aufgefallen. Wenn man vom Dekameron hört oder liest, steht immer der amouröse Aspekt im Vordergrund, so dass ich eigentlich nicht viel anderes erwartet habe. Aber jetzt, wo Du es erwähnst, sticht es erst so richtig ins Auge. Eigentlich sollte man meinen, dass es damals außer den Grundbedürfnissen, also Nahrung, Schutz und Fortpflanzung, noch anderes Erstrebenswertes gegeben haben sollte. Schließlich haben wir es nicht mit mit der armen, sondern eher der gehobenen Gesellschaftsschicht zu tun, die ihr Augenmerk noch anderes wie z. B. Reichtum, Ansehen oder Kulturelles richten konnten.

Aber ich kann Dich beruhigen, es kommen später auch noch andere Themen zum Zug.

So ungewöhnlich ist das gar nicht. Alexander Ballhaus beschäftigt sich in seinem Buch Liebe und Sex im Mittelalter mit dem Themenbereich:

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stefanie_j_h

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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #19 am: 20. Februar 2009, 10:29:47 »

So, den dritten Tag habe ich nun auch beendet.

In der siebten Geschichte fand ich es etwas seltsam, dass es angeblich zwei Menschen gibt, die exakt gleich aussehen. Aber zum Glück wurde diese Tatsache am Ende der Geschichte noch aufgeklärt, noch seltsamer hätte ich gefunden, wenn statt Tedaldo jemand anderer umgebracht worden wäre, der ihm nicht mal ähnlich sieht.

Laurettas Geschichte 8 ist schon eine Horrorerzählung. In ihr gibt es einen Kirchenvertreter, der sich blasphemisch verhält, um an eine Frau zu kommen, die verheiratet ist (Bestattung als scheintot, Fegefeuer, Auferstehung von den Toten!).

Ja, die Geschichte war wirklich krass! Wie man sowas glauben kann, vor allem mit dem Fegefeuer... :entsetzt:

Die neunte Geschichte hat mir sehr gut gefallen, eine intelligente Frau, die durch ihre List und ihre Intelligenz doch noch zum Ziel ihrer Wünsche kommt  :daumen:

Und die zehnte Geschichte war auch sehr witzig, den Teufel zurück in die Hölle schicken ist ja auch eine nette Umschreibung für Sex  :zwinker:
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foenig

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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #20 am: 26. Februar 2009, 09:18:12 »

Hey,
ich lese auch noch mehr oder weniger mit  :smile:

Am dritten Tag haben mir besonders die Andeutungen gefallen, die nicht zu den erzählten Geschichten gehörten, sondern aus denen man die Pärchenkonstellation erraten kann.

Etwas irritiert hat mich die Aussage der Königin Neifile gegenüber Lauretta am Anfang der neunten Geschichte.
Sie sagt: "Wer könnte wohl noch eine Geschichte erzählen, die Beifall fände, nachdem wir die von Lauretta gehört haben? Wahrlich, es ist gut für uns, dass sie nicht die erste war, sonst hätten uns wenige der anderen gefallen."
Zum einen ist es natürlich ein großes Lob für Lauretta, aber ist es nicht auch ziemlich unhöflich gegenüber den anderen Geschichtenerzählern? Manche Gechichten müssen Neifile wohl eher gelangweilt haben als amüsiert. Geschickter Weise läst sie aber offen um welche Geschichten es sich handelt.
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Doris

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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #21 am: 26. Februar 2009, 21:03:40 »

Es klingt tatsächlich so, als würde sie die anderen Erzählungen mit ihrer Aussage herabwürdigen. Ich glaube aber, das ist eher als höfliches sinnfreies Geplauder einzuordnen. Schließlich hat sie als Königin gewisse Verpflichtungen.
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Re: Das Dekameron - Dritter Tag
« Antwort #22 am: 27. Februar 2009, 10:03:04 »

Es klingt tatsächlich so, als würde sie die anderen Erzählungen mit ihrer Aussage herabwürdigen. Ich glaube aber, das ist eher als höfliches sinnfreies Geplauder einzuordnen. Schließlich hat sie als Königin gewisse Verpflichtungen.

Denken wir daran, dass die Vortragenden, in verschiedenen Zusammenhängen vom jeweiligen König, der Königin oder den anderen Mitgliedern der Gruppe gelobt werden, dürfte niemand zu kurz kommen. Wie es sich genau verhält könnte überprüft werden. Dazu habe ich aber nicht die geringste Lust. :breitgrins: Grundsätzlich denke ich auch, dass die Vermutung von Doris richtig ist.
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