Hallo zusammen,
wie schon geschrieben, ist das Vorwort meiner Insel-Ausgabe über 80 Seiten lang. Es wurde von André Jolles für die deutsche Ausgabe von 1921 geschrieben. Man möge mir verzeihen, wenn ich nicht auf alles im Detail eingehe, denn schließlich geht es uns ja um das Buch selbst.
Schon in den ersten Zeilen werden große Worte gemacht, wer das
Dekameron verstehen wird und wer es beurteilen darf: nur derjenige, der den roten Faden gefunden hat. Gleichzeitig ergeht eine Art Herausforderung, denn es gibt anscheinend nicht viele, die das Buch wirklich von der ersten bis zur letzten Zeile gelesen haben.
Jolles befasst sich mit der erzählerischen Form des Buches, weist darauf hin, dass das Buch aufgrund einer unerfüllten Liebe Boccaccios entstanden ist und geht auf die Entwicklung der Dichtkunst in Italien und Frankreich ein. Boccaccios Beziehung zu Dante und Petrarca und deren Einfluss auf ihn sind ebenfalls ein Thema. Interessant fand ich die Bemerkung, dass es für ungefähr 90 der 100 Geschichten Quellen gibt. Es ist also nicht alles der Fantasie entsprungen, wurde aber teilweise von Boccaccio verändert oder adaptiert. Das lässt die Novellen in einem besonderen Licht erscheinen, weil sie von der Realität berichten.
Die drei Männer der Rahmenhandlung sollen Abbilder von Boccaccio sein und stehen daher unter besonderer Beobachtung. Auch bei den Frauen wird versucht, die Charaktere zu deuten und Beziehung zu Personen aus Boccaccios Umfeld herzustellen.
Insgesamt betrachtet ist die Einleitung sehr aufschlussreich, aber fast schon zu ausführlich.
Ich werde jetzt mal weiter lesen, denn ich habe mir vorgenommen, längstens zehn Tage für das Buch zu brauchen 
Du hast aber ein flottes Tempo angepeilt. Ich habe mir vorgenommen, bis Mitte März fertig zu sein, wenn eine neue Leserunde für mich ansteht.