  | | David Foster Wallace (1962-2008) Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich Originaltitel: Shipping Out - A Supposedly Fun Thing I’ll Never Do Again Erstveröffentlichung: 1997 aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay, Clara Drechsler, Bernhard Robben und Christa Schuenke Verlag: Goldmann Taschenbuch 183 Seiten
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Ich habe das Buch jetzt auch gelesen, und kann mich Tamiami nur anschließen. Es hat mir sehr gefallen.
Meine Meinung:
David Foster Wallace hat Mitte der neunziger Jahre eine siebentägige Luxuskreuzfahrt durch die Karibik an Bord der "Zenith" unternommen und darüber einen Erlebnisbericht im Auftrag der Zeitschift "Harper's Magazine" verfasst, der in Deutschland in Buchform unter dem Titel "Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich" erschienen ist.
Es ist die Erzählung eines Mannes, dem man deutlich anmerkt, dass er eigentlich gar nicht der Typ für eine Kreuzfahrt ist, und wenn man DFWs Lebensgeschichte kennt, weiß man auch warum. Wie soll sich ein depressiver und menschenscheuer Misanthrop auf einem Kreuzfahrtschiff wohlfühlen, zusammengepfercht mit hunderten von Menschen, die er gar nicht kennt und eigentlich auch gar nicht näher kennenlernen möchte..?
Dennoch habe ich mich beim Lesen dieses Buches köstlich amüsiert, denn was DFW hier abliefert, ist keine nüchterne Faktenbeschreibung oder gar eine miesepetrige Abrechnung mit dem Kreuzfahrtbetrieb, sondern sehr amüsant und selbstironisch und immer mit einem Augenzwinkern geschrieben, und ich musste so manches Mal herzlich lachen. Schließlich stehe auch ich Kreuzfahrten eher skeptisch gegenüber und finde hier alle meine Vorurteile bestätigt, bin in diesem Buch all' den Menschen und Dingen begegnet, die man auf einem Kreuzfahrtschiff erwartet: dem Kerl, der unentwegt mit seiner Videokamera auf seine Mitreisenden hält, um alles für die Ewigkeit festzuhalten, dem sonnengegerbten Aufschneider aus der Schiffscrew, der die Reisenden mit seinen Anekdoten zu beeindrucken versucht, und schließlich gibt's die vielen kleinen Verhaltensregeln an Bord, die Kleidervorschriften beim Captain's Dinner (es reicht eben
nicht, nur in einem T-Shirt mit Smokingaufdruck zu erscheinen, wenn Smoking erbeten wird...) usw. Und schließlich die Enge auf dem Schiff, die kleinen Kabinen und rundherum nur Wasser und kein Entrinnen.
Es sind die Kleinigkeiten, die mich bei diesem Buch so gefesselt haben, die vielen kleinen Erlebnisse, die man nicht unbedingt in einem Erfahrungsbericht über eine Kreuzfahrt erwarten würde. Wie geht man z.B. mit dem Unterdruckklo in der eigenen Kabine um, dessen starke Sogwirkung bei einem sensibel veranlagten Menschen schon mal die Befürchtung aufkeimen lässt, in einem unachtsamen Moment gleich mit dem eigenen "physiologischen Restmüll" entsorgt zu werden...? Oder aber die Beobachtung, dass die Kabine immer dann wie von Geisterhand gereinigt worden ist, wenn man sie länger als dreißig Minuten verlassen hat. Dreißig Minuten. Und nicht weniger. Nicht lediglich 29 Minuten. Diesen Test hat DFW gemacht...

Und so fühle ich mich nach der Lektüre des Buches bestätigt: Eine Kreuzfahrt - nein, die brauche ich nicht...

Das Buch bekommt von mir

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