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Autor Thema: Andreas Brandhorst - Äon  (Gelesen 2234 mal)

Thomas_R

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Andreas Brandhorst - Äon
« am: 20. Januar 2009, 18:48:35 »

Autor: Brandhorst, Andreas
Titel: Äon

ISBN: 3453532953



Der Autor:


Andreas Brandhorst, geboren am 26.05.1956, wurde bekannt als Übersetzer und Autor.
Er schreibt unter anderem Bücher für die Perry Rhodan Reihe.
Am bekanntesten sind aber wohl seine beiden Trilogien im Kantaki-Universum.


Zum Inhalt:


Ein Junge in einem kleinen Dorf in Kalabrien wird als Wunderheiler bekannt.
In der westlichen Welt häufen sich die Amok-Läufe, bei denen auf bestialische Art und Weise Menschen getötet und die Amok-Läufer sich selbst umbringen..

Sebastian Vogler, ein Journalist in Hamburg, wird von seinem Redakteur auf den jungen Wunderheiler angesetzt.
Durch Zufall bereits in Hamburg mit den Morden in Berührung gekommen, reist er nach Italien und lernt den Jungen kennen.
Bei einem Treffen mit seiner Frau, von der er getrennt lebt bricht er zusammen und kommt in das Krankenhaus seiner Frau.
Dort wird bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert. Er bleibt nicht im Krankenhaus, sondern verläßt es in Richtung der Heimatstadt des Wunderheilers.
Der Junge kann ihm helfen, und dadurch wird auch Vogler tiefer in die Sache hineingezogen, als ihm lieb sein kann.
Er muss feststellen, das nicht nur der Vatikan an dem Jungen interessiert ist, sondern auch die Polizeibehörden und die Geheimdienste vieler westlicher Länder.
Doch was weis der Vatikan? Warum ist der Jung so wichtig?
Was geschieht während der Wunderheilungen?

So beginnt er, gemeinsam mit seiner Frau, eine Jagd durch Europa,
während derer sich eine Geschichte enthüllt, die tausende von Jahren zurückreicht,
und die mit einem fulminaten Finale in den Katakomben von Paris endet.


Meine Meinung:

Äon ist das neueste Buch von Andreas Brandhorst.
Und damit ist ihm, mal wieder, ein gutes Buch gelungen.

In einem breiten (und sehr kräftigen) Spannungsbogen führt der Autor den Leser auf die Jagd durch Europa.
Die Geschwindigkeit, mit der Brandhorst die Geschicht erzählt, macht es fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.
In fast jedem Kapitel geht es, teilweise sehr heftig, zur Sache, und Längen schleichen sich keine ein.
Hier liegt für die/den ein oder anderen evtl. auch ein Kritikpunkt: es geht stellenweise doch recht blutrünstig zu.
Wer hier sehr empfindlich ist, sollte das Buch mit Vorsicht angehen.

Trotz der rasanten Geschwindigkeit der Story kommt aber auch die Beschreibung der Protagonisten nicht zu kurz.
Alles in allem war das für mich ein Buch, bei dem ich es am Ende bedauert habe, das es nicht noch mehr Seiten hat.

Meine Wertung:

5ratten

Dieses Buch ist ein

:tipp:
« Letzte Änderung: 22. Januar 2009, 22:16:55 von Thomas_R »
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Gruß
Thomas

"Ich kann mir nichts Angenehmeres vorstellen, als im Alter auf dem Lande nicht allzu weit entfernt von der Stadt zu leben,
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kathchen

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #1 am: 20. Januar 2009, 19:06:27 »

Danke für die tolle Rezi, Thomas.
Tja, jetzt weiß ich jedenfalls, welches Buch ich mir als nächstes kaufen werde  :rollen: :breitgrins:

 :winken:
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Jaqui

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #2 am: 20. Januar 2009, 19:35:56 »

Danke für die Rezi, Thomas.

Blutrünstig ist bei Brandhorst ja mal ganz was neues. Das Buch steht zumindest auf meiner Wunschliste ganz oben.

Katrin
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yanni

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #3 am: 20. Januar 2009, 22:13:29 »

Auch von mir ein Danke für deine Rezi, Thomas.

Und so wie es aussieht, habt ihr mich nun so weit. Andreas Brandhorst wird wohl demnächst meinen SuB berreichern.
Dieses Buch ist doch kein Teil einer Reihe oder so? 

Gruß
yanni
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Thomas_R

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #4 am: 20. Januar 2009, 22:23:52 »

Nein, das Ende schien mir eigentlich geschlossen.
Es sei denn, Brandhorst läßt sich noch etwas einfallen.  :breitgrins:
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Gruß
Thomas

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Aeria

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #5 am: 20. Januar 2009, 23:37:31 »

Danke, Thomas!
Ich habe eigentlich nicht daran gezweifelt, dass es gut ist  :zwinker: . Allerdings wird es bei mir wohl noch ein Weilchen auf dem SUB bleiben, zuviele andere Projekte...

***
Aeria
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JaneEyre

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #6 am: 21. Januar 2009, 11:31:36 »

Das klingt ziemlich gut. Ich hatte damit gerechnet, dass er eher was Fantasy-mäßiges schreibt, da ich ihn nicht kenne und es so für mich klang. Kommt mal auf meine "Haben-will-Liste". Danke für die Rezi Thomas.  :breitgrins:
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Heimfinderin

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #7 am: 21. Januar 2009, 19:38:34 »

Danke Thomas,

das hört sich ja heftig, aber spannend an. Gut dass ich mittleweile auch was blutrünstig betrifft, einigermaßen abgehärtet bin, (seit meinen beiden Horror-Leserunden) also wandert das Buch auch auf meine Wunschliste. Aber von Andreas Brandhorst würde ich mittlerweile auch schon alles lesen, was er schreibt.  :breitgrins:


Das Buch "Äon" ist übrigens ein Einzeltitel. Das hat Andreas bei unserer momentanen Leserunde drüben geschrieben.
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LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Thomas_R

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #8 am: 21. Januar 2009, 23:50:03 »

Aber von Andreas Brandhorst würde ich mittlerweile auch schon alles lesen, was er schreibt.  :breitgrins:

Na ja, bei einem Nackenbeisser würde ich wohl zweimal überlegen. :elch:
Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen.

Das Buch "Äon" ist übrigens ein Einzeltitel. Das hat Andreas bei unserer momentanen Leserunde drüben geschrieben.

Das ist schön zu lesen.
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Gruß
Thomas

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André Maurois
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apassionata

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #9 am: 22. Januar 2009, 12:00:25 »

Tolle Rezi, Thomas_R.  :klatschen:
Da hast du mich aber jetzt ganz schön neugierig gemacht.
Das wäre glatt was für mich. Ich war jetzt mal eben so frei und habe dieses Buch mal auf Leserunden.de vorgeschlagen und hier herüber verlinkt:  http://www.leserunden.de/index.php/topic,2820.0.html     :zwinker:

Und wer weiß, vielleicht klappt es ja tatsächlich mal mit einer Leserunde.
Ich wäre gleich mit dabei.  :smile:

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Nicky

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Re: Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #10 am: 28. Februar 2009, 12:52:01 »

Kann mich dem vorangegangenen Urteil in weiten Teilen anschließen. Einzig über die Hintergründe der mythischen Gegenspieler hätte ich gerne mehr erfahren, das kommt ein wenig zu kurz.

Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)

Ab dem Zeitpunkt der klaren Abgrenzung der Protagonisten verliert das Buch leider auch ein wenig an Reiz, da wirkliche Überraschungsmomente eigentlich nur bis zur Buchmitte vorkommen. Wer überraschende Wendungen mag, ist hier sicher nur mit dem ersten Teil des Buches gut beraten, der Rest geht doch klar nach Schema F vor.

Zitat
Ich hatte damit gerechnet, dass er eher was Fantasy-mäßiges schreibt

Elemente von Mystery/Fantasy kommen in dem Buch durchaus vor - Urban Fantasy eben. Könnten von mir aus gerne auch etwas mehr sein. Den mythischen Gegegnspielern hätte man etwas mehr Platz einräumen können und die Charaktere auf der Gegenseite besser ausarbeiten können.

Dennoch, für einen eigentlich eher simplen Gut gegen Böse-Roman ist er sehr gut gelungen.

Daher vier Ratten  4ratten
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apassionata

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Antw:Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #11 am: 16. August 2009, 10:18:17 »

Sodel, nun habe ich Äon von Andreas Brandhorst gelesen.
Wie gut dass ich durch Thomas_R's Rezi neugierig gemacht wurde.  :breitgrins:
Nun möchte ich natürlich auch noch kurz meine Meinung zum Buch kundtun. Auch wenn Rezi schreiben eher nicht mein Ding ist.

Ich finde mit Äon ist Andreas Brandhorst eine tolle Mischung gelungen. Wunderbare Unterhaltung, vermischt mit jeder Menge Spannung und dem für mich genau richtigen Anteil an Grusel zur Realität. Genau richtig um mir auch mal eine Gänsehaut über den Rücken laufen zu lassen, um trotzdem stets wissen zu wollen wie es weiter geht. Aktionsreich und voller verschiedener Figuren und deren ganz eigenen Beweggründe war dieses Buch immer voller ungeahnter Überraschungen. Besonders gefallen haben mir neben dem eigentlichen Hauptthema aber auch die grandiosen Stimmungs- bzw. positionswechsel, zwischen Realität und mystischer Einblendung. Sehr ausdruckstark empfand ich eben diese, die mich immer weiter hinein in die Geschichte ziehen konnten. Ein Lesegenuss, der sich einfach und mit viel Vergnügen meinerseits weglesen lies, auch wenn es keiner der angeführten Personen wirklich gelingen wollte, mich emotional an sie zu binden. Doch dies fiel für mich, in der Gesamtheit betrachtet, kaum ins Gewicht.

So oder so hat mich Andreas Brandhorst neugierig machen können auf weitere Werke aus seiner fantasiereichen Feder.
Ein Buch welches ich gerne weiterempfehle.  :zwinker:

Von mir daher:  4ratten

Liebe Grüssle
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Tammy1982

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Antw:Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #12 am: 21. August 2009, 16:11:55 »

Hallo Ihr Lieben

so, nach der Leserunde mit Andreas Brandhorst, hier auch mein Fazit zum Buch:

Sebastian, ein Journalist in Hamburg, stößt mehr oder weniger durch Zufall auf eine Reihe mysteriöser Vorfälle in Hamburg und weltweit. Jedoch aufgrund von Differenzen schickt ihn sein Chef erstmal nach Calabrien, dasmit er dort den sogenannten Wunderheilungen des 9jährigen Jungen Raffaele auf den Zahn fühlt und einen entsprechenden Artikel darüber verfasst. Sebastian, der gar nicht gläubig ist, erliegt doch auch den Wundern von Raffaele und findet sich aber ziemlich bald in einem Strudel von Ereignissen wieder, die schon vor tausenden vor Jahren ihren Anfang nahmen und jetzt ihre Vollendung und damit das Ende der bekannten Welt finden sollen. Zusammen mit seiner Ehefrau Anna macht sich Sebastian auf den Weg quer durch Europa, um der Bedrohung zu begegnen und das Unheil zu verhindern.

Das Buch beginnt gleich mit einem ziemlich heftigen Einstieg und als Leser hat man kaum Zeit noch Luft zu holen, so jagt dann schließlich ein Ereignis das nächste. Der Autor geht nicht zimperlich mit seinen Figuren um und lässt manche Person, die mir als Leser doch zumindest sehr sympathisch waren, einfach über die Klinge springen. Das erhöht natürlich noch ungemein die Spannung, da man sich nie sicher sein kann, welche Figuren das Ende überhaupt erleben und welche Figuren früher ihr Leben lassen müssen. Auch ist nicht immer klar, wer auf welcher Seite steht und für einige Figuren ergibt sich ein verblüffendes und manchmal auch sehr erschreckendes Schicksal.

Sebastian ist keine einfache Figur. Er lebt nach der Devise, dass er v. a. an sich selber glaubt und neigt dazu alle zu verurteilen, die nicht mit ihm einer Meinung sind. Zu seiner Ehefrau Anna lebt er getrennt, und schiebt dafür v. a. ihr die Schuld in die Schuhe, obwohl im Laufe des Buches klar wird, dass er da auch einiges verbockt hat. Schön ist aber zu beobachten, wie sich aus dem Besserwisser Sebastian im Laufe des Buches doch noch ein Mann entwickelt, der nicht nur an sich denkt, sondern auch mal anfängt über seinen Horizont hinaus zu blicken. Seine Frau Anna ist dagegen von Anfang an, der Ruhepol und die Vernunft, die teilweise eher noch zu gelassen reagiert. Da sie aber von Beruf Ärztin ist, passt ihre Ruhe dann doch ganz gut in das Gesamtbild.

Die Verschwörung, die in dem Buch beschrieben wird, ist lange Zeit überhaupt gar nicht klar und erst nach und nach enthüllen sich dem Leser die ganzen Geheimnisse und Informationen. Der Vatikan ist natürlich ganz stark in die Dinge verstrickt, aber auch der Anführer Nikolas des Kinderfeldzuges aus dem Jahre 1212 spielt eine entscheidene Rolle, die aber erst fast ganz am Ende des Buches endlich klar wird.

Insgesamt bietet das Buch eine herrliche Verschwörungstheorie, historische Fakten gemischt mit Fiktion und ganz viel Spannung. Dieses Buch hat es mir sehr schwer gemacht, mich an die Abschnitte der Leserunde zu halten und ich musste das Buch schließlich einfach beenden, nur um endlich zu erfahren, wie das denn jetzt alles zusammenhängt und welche Geheimnisse da noch im Verborgenen lauern.

Ein Buch, das man einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Mir hat es super gefallen!  :daumen:

 5ratten

Liebe Grüße
Tammy  :winken:
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"Jeder der sich die Fähigkeit erhält, Schönheit zu erkennen, wird nie alt werden." (Franz Kafka)

Miramis

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Antw:Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #13 am: 23. August 2009, 15:47:03 »

Meine Meinung:

Mit "Äon" hat der Science-Fiction-Autor und Übersetzer Andreas Brandhorst erstmals einen Mystery-Thriller vorgelegt und damit bewiesen, dass er auch in diesem Genre gute Chancen hat, sich einen Namen zu machen. Der Roman hebt sich wohltuend von den Verschwörungsthrillern ab, die im Zuge des "Da-Vinci"-Fiebers den Buchmarkt überschwemmen. Dies kommt vor allem daher, weil sich die Geschichte nicht nur rein auf historischen Kirchengeheimnisse und Vatikanintrigen stützt, sondern auch einen großen Anteil an vorchristlichen Mythen und Horrorelementen beinhaltet.

Ich kam mit diesem Mix sehr gut zurecht und hab mich in einem unheimlichen Tempo durch das Buch bewegt, weil ich es vor lauter Spannung einfach nicht aus der Hand legen konnte.  Obwohl auch sehr viele grausame und blutrünstige Szenen enthalten sind, konnte ich mich der Faszination der Ereignisse nicht entziehen. Die Handlung lädt zum Miträtseln und Spekulieren ein, und sie ist in meinen Augen auf keinen Fall vorhersehbar; im Gegenteil, je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr Überraschungen hält sie für den Leser bereit. 

Sehr gut hat mir auch der häufige Wechsel des Schauplatzes gefallen; die Protagonisten sind sehr viel unterwegs und klappern dabei einige interessante Städte Europas ab, die in ihrer jeweiligen Atmosphäre zwar kurz, aber stimmungsvoll eingefangen wurden.  Ebenso genial fand ich die Sequenzen, in denen die Vergangenheit auflebt und der Leser in eine mittelalterliche Welt eintaucht, die mit der Gegenwart in engem Zusammenhang steht. Darüber hinaus geht der Blick des Lesers aber auch in jenseitige Welten, die der Autor sehr phantasiereich und düster-gruselig gezeichnet hat. Bei so viel verschiedenen Elementen ist immer für Abwechslung gesorgt, und trotzdem hat sich der Autor nie verzettelt, sondern immer den Bezug zum großen Ganzen behalten.

Den Schreibstil fand ich griffig und sehr flüssig zu lesen, ohne große Verschörkelung. Der Spannungsbogen steigert sich kontinuierlich bis zum fulminanten Ende, bei dem leider einer der Handlungsstränge etwas lose und unabgeschlossen zurück blieb. Etwa ein Ausgangspunkt für einen weiteren Mystery-Thriller aus Andreas Brandhorsts Feder? Nachdem ich mit "Äon" so gute Erfahrungen gemacht habe, würde ich den vom Fleck weg lesen.     

 4ratten + :marypipeshalbeprivatmaus:

Viele liebe Grüße
Miramis
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:lesen: Kai Meyer - Die Gebannte

Seoman

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Antw:Andreas Brandhorst - Äon
« Antwort #14 am: 19. September 2009, 08:13:58 »

Hallo,

ich habe Äon gerade beendet und konnte damit überhaupt nicht warm werden. Hätte ich das Buch gelesen ohne zu wissen welcher Autor es geschrieben hat, wäre ich nie auf Andreas Brandhorst gekommen. Ich habe vor kurzem die Kantaki-Trilogie gelesen und war richtig begeistert. Die Story muss sich in meinen Augen nicht vor Größen wie Dan Simmons Hyperion Gesängen verstecken.

Äon dagegen hat mich eigentlich nur gelangweilt. Die Geschichte ist oft sehr vorhersehbar, die Charaktere sind platt und farblos. Vieles ist so sehr an den Haaren herbeigezogen, dass ich beim Lesen lachen musste.. oder eher müde lächeln.

Vielleicht bin ich einfach mit einer falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen, für wenigstens ein paar gute Ansätze würde ich noch zwei Gnadenpunkte vergeben.

 2ratten

Seoman
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