Viel mehr als Kirsten in ihrem Posting kann man über den Inhalt auch nicht gut sagen, abgesehen davon vielleicht, daß in meiner Ausgabe der Trompter Klima hieß und nicht Kamin

Die Bewertung fällt mir auch nicht leicht, was allerdings nichts mit Sympathie oder Antipathie im Hinblick auf die Personen zu tun hat. Der Vergleich mit einem Tanz, den der Titel suggeriert, ist zwar durchaus passend, aber Walzer wäre nicht gerade der erste und beste, der mir zu diesem einander Nähern und Entfernen der Protagonisten einfallen würde, eher Menuett oder noch eher ein Reigen oder etwas ähnliches. Das hat Kundera wirklich schön arrangiert, was sich aber vor allem auch durch die räumliche Beschränkung auf den kleinen Badeort und dort vor allem auf das Milieu der Kurgäste und ihrer Betreuer noch verstärkt.
Darüber hinaus war es nett und flott zu lesen, aber einen langanhaltenden Eindruck wird es nicht hinterlassen, auch wenn, oder vielleicht eher
weil, Kundera einfach zu will in diesem Roman und zu viele Themen anschneidet, aber nicht recht ausführt: Eifersucht, der Wert des Lebens (auch des ungeborenen), Liebe zu Menschen (vor allem) aber auch Dingen und die Probleme, die sich aus zu starker Fokussierung auf die anderen ergeben ... Weniger wäre hier mehr gewesen, zumal auch die fast eine Boulevardkomödie erinnernde Form den an sich interessanten Inhalten nicht entspricht.

Schönen Gruß,
Aldawen