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Autor Thema: Milan Kundera - Abschiedswalzer  (Gelesen 753 mal)

Kirsten

  • bibliophile Marathoni
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Milan Kundera - Abschiedswalzer
« am: 14. Januar 2009, 17:59:50 »



Inhalt
Fünf Tage im Leben einer Gruppe Menschen, die sich vorher kaum gekannt haben und deren Wege sich in diesen Tagen ständig kreuzen. Da ist Rosa, eine Krankenschwester des Bades die von dem Trompeter Kamin schwanger ist. Für Kamin ist sie nur eine Affäre von vielen denn er kann sich nicht vorstellen seine Frau Kamila zu verlassen. Doch Rosa hat noch einen Verehrer: den jungen Franta der sie und alle Männer in ihrem Leben eifersüchtig verfolgt. Rosas Zimmernachbarin im Wohnheim ist Olga, eine Patientin. Sie ist die Ziehtochter von Jakub, einem ehemaligen politischen Gefangenen der endlich ausreisen darf. Dann gibt es noch Bertlef, einen reichen Amerikaner und Patient im Kurbad und den Gynäkologen und Hobbymusiker Dr. Skerta der eine ganz eigene Methode hat um Frauen von ihrer Kinderlosigkeit zu heilen...

Meine Meinung
Milan Kundera läßt den Leser fünf Tage lang am Leben von acht Menschen teilnehmen. Die Menschen kennen sich nur flüchtig und haben keine weiteren Berührungspunkte als die Klinik. Im Lauf der Geschichte bewegen sie sich aufeinander zu und trennen sich wieder, ähnlich wie Paare beim Tanzen. Je weiter die Geschichte geht desto mehr verbinden sich die einzelnen Schicksale miteinander bis es zum Schluß zu einer Katastrophe kommt.

Es fällt mir schwer das Buch zu bewerten. Keine der Personen ist mir wirklich sympatisch, jeder handelt aus egoistischen Motiven ohne Rücksicht auf die anderen. Einzig Jakub ist mehr Beobachter und beteiligt sich nicht an den Intrigen und Planungen der anderen. Er will sich nur von seinen Freunden verabschieden da er am Ende der fünf Tage seine Heimat verläßt. Doch gerade der passive Jakub spielt am Ende die wichtigste Rolle bei den Ereignissen. Wenn ich die Abneigung gegen jeden der acht Personen aussen vor lasse bekommt Abschiedswalzer von mir
3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:

Liebe Grüße
Kirsten
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Aldawen

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Antw:Milan Kundera - Abschiedswalzer
« Antwort #1 am: 06. Januar 2010, 23:06:19 »

Viel mehr als Kirsten in ihrem Posting kann man über den Inhalt auch nicht gut sagen, abgesehen davon vielleicht, daß in meiner Ausgabe der Trompter Klima hieß und nicht Kamin  :zwinker:

Die Bewertung fällt mir auch nicht leicht, was allerdings nichts mit Sympathie oder Antipathie im Hinblick auf die Personen zu tun hat. Der Vergleich mit einem Tanz, den der Titel suggeriert, ist zwar durchaus passend, aber Walzer wäre nicht gerade der erste und beste, der mir zu diesem einander Nähern und Entfernen der Protagonisten einfallen würde, eher Menuett oder noch eher ein Reigen oder etwas ähnliches. Das hat Kundera wirklich schön arrangiert, was sich aber vor allem auch durch die räumliche Beschränkung auf den kleinen Badeort und dort vor allem auf das Milieu der Kurgäste und ihrer Betreuer noch verstärkt.

Darüber hinaus war es nett und flott zu lesen, aber einen langanhaltenden Eindruck wird es nicht hinterlassen, auch wenn, oder vielleicht eher weil, Kundera einfach zu will in diesem Roman und zu viele Themen anschneidet, aber nicht recht ausführt: Eifersucht, der Wert des Lebens (auch des ungeborenen), Liebe zu Menschen (vor allem) aber auch Dingen und die Probleme, die sich aus zu starker Fokussierung auf die anderen ergeben ... Weniger wäre hier mehr gewesen, zumal auch die fast eine Boulevardkomödie erinnernde Form den an sich interessanten Inhalten nicht entspricht.

 2ratten

Schönen Gruß,
Aldawen
Gespeichert
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Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika