John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag

Das Waisenkind Homer Wells wurde in St. Clouds, dem Waisenheim, das von Dr. Wilbur Larch geleitet wird, geboren. Zwar gab es mehrere Familien, die ihn adoptierten, doch Homer kehrte immer wieder nach St. Clouds zurück und er fühlte sich dort eigentlich wie zu Hause. So kam es, dass er allmählich der Älteste dort war und die Chancen auf eine Adoption gering.
Daher wurde beschlossen, dass Homer sich nützlich machen sollte. Anfangs las er den kleineren Waisenkindern jeweils aus Charles Dickens “David Copperfield” oder “Große Erwartungen” vor und den Mädchen aus “Jane Eyre”, erst später wurde Homer dann zum Lehrling von Dr. Larch.
Doch Larch brachte in seinem Waisenhaus nicht nur Kinder auf die Welt, sondern führte auch Abtreibungen durch, womit Homer später jedoch nichts zu tun haben wollte.
Leider gab es niemanden, der Homer eine andere Zukunft zeigen konnte und so war es eigentlich klar, dass Homer Larchs Nachfolger wird. Doch dann kam eines Tages ein junges Pärchen an, die letztlich Homer mit an die Küste auf eine Apfelplantage nahmen und so schien sich das Schicksal des Homers Wells doch noch zu ändern…
“Gottes Werk und Teufels Beitrag” ist mittlerweile der dritte Roman, den ich von John Irving gelesen habe. Aufgrund von vielen positiven Meinungen waren meine Erwartungen schon recht hoch, doch leider, wurden diese nicht ganz erfüllt.
Mein liebster Irving ist bisher immernoch “Garp und wie er die Welt sah”, an dem ich vorallem auch das Skurile liebte, was das Buch für mich außergewöhnlich machte, doch im Vergleich dazu ist “Gottes Werk und Teufels Beitrag” sehr harmlos und normal, was ich persönlich etwas schade fand.
Auch muss ich sagen, waren mir manche Beschreibungen, z.B. die Durchführung der Abtreibungen oder das Ernten auf der Plantage, zu ausführlich.
Die Charakterzeichnung der Personen ist Irving jedoch wieder sehr gut gelungen, besonders Melony, die immer wütend ist/war, war mir von Anfang an sympathisch und ich mochte sie am liebsten.
Aber auch die anderen Hauptpersonen stehen dem in nichts nach. Zwar geht es hauptsächlich um Homer und seinen Weg, aber dennoch bleiben die anderen Figuren keineswegs farblos und ihre Handlungsweisen bleiben durchaus nachvollziehbar.
Während ich Homer am Anfang sehr mochte, muss ich jedoch sagen, dass sich das im Laufe der Zeit doch änderte. Vorallem als dieses “Liebesdreieck” anfing, war es mir zum Teil etwas zu viel und diese Handlung war dann schon recht vorhersehbar.
Die Stimmung des Buches empfand ich als recht melancholisch, nicht soo traurig, aber auch nicht unbedingt fröhlich. Aber das hat mir hier sehr gut gefallen, ebenso wie das Ende. Ganz ehrlich, hat mich dieses Ende überrascht und auf alle Fälle auch etwas mit dem Buch versöhnt.
Ich habe noch ein paar Bücher von John Irving auf meinem SUB liegen. Auch wenn mich “Gottes Werk und Teufels Beitrag” nicht hunterprozentig begeistern konnte, sehe ich die Zeit mit Homer, Melony, Candy, Dr. Larch, etc. nicht als verschwendet an, sondern bin froh, dieses Buch gelesen zu haben. Denn auch wenn es sicherlich nicht zu meinen Lieblingen gehören wird, regt es doch sehr zum Nachdenken an und das wird mit Sicherheit nicht der letzte Irving gewesen sein, den ich gelesen habe.

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