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Autor Thema: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag  (Gelesen 4053 mal)

HoldenCaulfield

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John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #15 am: 30. August 2006, 19:40:05 »

Mein 2. Liebling von Irving. (Der erste ist Witwe für ein Jahr)
Ich mag einfach die Athmosphäre dieses Buches- keine Ahnung warum aber für mich hat es sich einfach wie ein absolutes Wohlfühlbuch angefühlt.
Ich mag die vielen Verschiedenen Personen, die Beschreibung des Abendrituales im Heim, die Liebesgeschichte, einfach diese ganze Geschichte von vorne bis hinten.

@Nimue
Das würde sich doch wirklich mal lohnen statt eines rereads das Hörbuch anzuhören.
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Chromos

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #16 am: 30. August 2006, 22:02:02 »

Ja, Irving versteht es auf eine unglaublich gute Art die Kulisse, die Personen, die Zeit... ja, die Atmosphäre glaubhaft und lebendig erscheinen zu lassen. Homer gehört für mich zu den greifbarsten Literaturcharkteren überhaupt. Ich habe ihn nach der lektüre regelrecht vermisst.
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Die Lidscha

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #17 am: 28. März 2007, 12:25:22 »

Mir fehlte wie nimue (bei den Hörbüchern) der rote Faden, durch die ganze Geschichte hindurch. Deshalb empfand ich das Buch an keiner Stelle als spannend (abgesehen von der Szene, wo die junge Frau ins Waisenhaus kommt und Dr. Larch feststellt, was sie da alles in sich hat). Aber das heißt nicht, dass es ein schlechtes Buch war. Ich fand es wahnsinnig poetisch.
Die Figuren waren alle wunderbar entworfen: die immer wütende Melony (mit ihrer liebevollen Seiten, die sie haben konnte), die stets wachen Schwestern Edna und Angela, der gut gelaunte Wally, die schöne, verzweifelte Candy, selbst Nebenfiguren wie den Bahnhofsvorsteher konnte ich mir lebhaft vorstellen. Und zwischen all diesen Figuren stand immer dieser Homer Wells, der einfach eine stoische Ruhe ausstrahlte und der auf der Suche war nach sich selbst.
Die Rahmenhandlung im Waisenhaus zeigt mehrere Aspekte des Lebens dort auf: zum einen natürlich, dass die Kinder dort ohne Eltern aufwachsen und sich eigentlich nichts sehnlicher wünschen als das bißchen Routine, das "uns" Glücklichen manchmal ein wenig auf die Nerven geht. Aber es wurde auch Vertrauen gezeigt und Mut, Dinge zu ändern. Dr. Larch war einerseits ätherabhängig und dadurch offensichtlich unbrauchbar für den Job, den er offiziell - und auch für den, den er inoffiziell - machte. Aber sein Motto war, dass man sich nützlich machen muss, und so hat er das getan, was er konnte und so der Gesellschaft seinen Nutzen gebracht.
Der Einblick in die Abtreibungspraktiken des ausgehenden 19., anfangenden 20. Jahrhunderts waren teilweise schon schockierend. Und auch die Argumentation des Dr. Larch als Befürworter und viele Argumente der Abtreibungsgegner waren gut dargestellt. Natürlich ist es ein Eingriff in die Natur, natürlich spielt man ein wenig Gott wenn man beschließt, einem Fötus die Möglichkeit der Entwicklung zu nehmen. Aber auf der anderen Seite, so Dr. Larch, spiele man doch auch genauso Gott, wenn man ein ungewolltes Kind in die Welt setzt, das man nicht versorgen kann.

Ja, was soll ich noch sagen? Ein poetisches Werk, viele Aspekte, moralische und medizinische, viel zum Nachdenken, viel zum Schmunzeln, vieles zitatwürdig. Und ein Pluspunkt für die deutsche Version: Schon allein der Titel "Gottes Werk und Teufels Beitrag" klingt doch einfach nur toll, oder?!

Ich freue mich jetzt auf den Film und gebe dem guten Stück vier Ratten.

 4ratten

P.S.: Ich erzähle ja auch ganz gern, wie ich an die Bücher kam. Also, ich war in der Bibliothek und guckte so ein wenig rum, bis mir einfiel, dass ich gern mal was richtig dickes lesen würde. Laut Webkatalog sollte "Gottes Werk und Teufels Beitrag" auch vorhanden sein, jedoch konnte ich es nicht finden - also habe ich den Bibliothekar gefragt. Der war gleich ganz begeistert und hat mir erzählt, dass es sein Lieblingsbuch sei, und wenn ich es gelesen habe, müsse ich ihm unbedingt sagen, wie ich es fand, denn er denke, es sei mehr ein Männerbuch. Aha. Er ist dann extra für mich in den Keller gegangen und hat mir die Ausgabe geholt, die noch nicht einsortiert war.
Warum es ein Männerbuch sein soll, habe ich aber nicht verstanden  :smile:
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HoldenCaulfield

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #18 am: 28. März 2007, 19:41:57 »

@Lidscha
Für mich war genau der Titel überhaupt der Grund darauf aufmerksam zu werden. Und dann hab ich mir das Buch ausgeliehen ohne das ich übrhaupt wusste worum es geht. *lach*
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Juggalette

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #19 am: 28. März 2007, 22:26:39 »

hallo ihr lieben!  :winken:

ich weiß, dass passt hier jetzt nicht wirklich hinein, aber...hätte jemand mal zeit/lust...etc. an einer leserunde zu "gottes werk und teufels beitrag"?? (steinigt mich nicht...danke)  :unschuldig:
ich hab das buch schon einmal begonnen, aber irgendwie hab ich auch wieder aufgehört...kann mich nur noch dunkel an ein internat erinnern...:hm: (peinlich wär, wenn das jetzt falsch ist...  :breitgrins:)

Lg, Bettina
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fairy

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #20 am: 29. März 2007, 09:32:27 »

ich weiß, dass passt hier jetzt nicht wirklich hinein, aber...hätte jemand mal zeit/lust...etc. an einer leserunde zu "gottes werk und teufels beitrag"?? (steinigt mich nicht...danke)  :unschuldig:

MAch doch lieber einen Buchvorschlag auf, sonst geht das hier unter. :winken:
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Tammy1982

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #21 am: 04. September 2007, 10:17:16 »

Hallo Ihr Lieben,  :winken:

habe "Gottes Werk und Teufels Beitrag" auch erst diese Jahr gelesen und es war mein erstes Buch von John Irving. Ich kann mich der positiven Meinung hier nur anschließen. Ich fand das Buch einfach spitze. Obwohl es teilweise echt traurige und harte Themen behandelt, driftet es nie ins kitschige oder zu negative ab, sondern vermittelt einem immer das Gefühl, dass trotz aller Widrigkeiten zum Trotz, man trotzdem ein schönes und erfülltes Leben haben kann. Außerdem fand ich es sehr spannend ein Buch zum Thema Abtreibung zu lesen, dass beide Seiten zu Wort kommen lässt und auch darstellt, was mit Kindern passiert, die ungewollt auf die Welt kommen. Ein Buch, dass zum Nachdenken anregt, in leisen Tönen die einzelnen Schicksale schildert und doch nicht aus der Hand gelegt werden kann!

Für mich ein absoluter  :tipp:

Und erhält daher volle  5ratten.

Liebe Grüße
Tammy

PS: Nach diesem Buch wollte ich dann gleich "Owen Meany" von John Irving lesen, jedoch muss ich gestehen, dass ich das Buch nach knapp 100 Seiten genervt zur Seite gelegt habe, weil es mir einfach gar nicht gefallen hat!  :sauer: Muss mir noch überlegen, ob ich da einen erneuten Start wage...
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Kathrin89

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #22 am: 04. September 2007, 11:48:58 »

PS: Nach diesem Buch wollte ich dann gleich "Owen Meany" von John Irving lesen, jedoch muss ich gestehen, dass ich das Buch nach knapp 100 Seiten genervt zur Seite gelegt habe, weil es mir einfach gar nicht gefallen hat!  :sauer: Muss mir noch überlegen, ob ich da einen erneuten Start wage...

Da bin ich aber froh, dass ich nicht die Einzige bin!
Mir ging es ganz genau so. "Gottes Werk und Teufels Beitrag" fand ich sehr gut, "Owen Meany" habe ich jedoch irgendwann nach der Hälfte abgebrochen. Schade. Mein letzter Irving war es trotzdem nicht.
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:leser: : "Eleanor Rigby" von Douglas Coupland.

Rainy Day

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #23 am: 04. September 2007, 17:00:19 »

 :winken:

Ich kann das Buch gar nicht genug empfehlen___und ich glaube, ich nerve die Leute auch schon damit *grübel*

Die ersten hundert Seite habe ich noch ziemlich lustlos gelesen, doch dann...naja, ihr wißt schon  :breitgrins:

Abgesehen von der Geschichte, und wie Irving sie erzählt hat, gefielen bzw. gefallen mir die Dickens/Bronte-Zitate, und wie sie eingebaut worden sind; einige Charaktere versuchen "Little Dorrit" zu lesen, kommen aber nie über Marseilles grausame Sonne hinaus *seufz*

Hab mich danach übrigens mit David Copperfield und Jane Eyre eingedeckt ;) ...
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HoldenCaulfield

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #24 am: 05. September 2007, 22:01:11 »

@Rainy Day
Das lustige ist das mich die Lektüre (und auch der Film) von Jane Eyre immer daran erinnert das ich Gottes Werk und Teufels Beitrag mal wieder lesen könnte *g*

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Juggalette

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #25 am: 01. April 2008, 08:37:14 »

Inhalt:
Homer Wells - geboren in einem Waisenhaus, viermals adoptiert, jedoch wegen grausamer Umstände wieder zurück in St. Cloud’s, aufgezogen vom äthersüchtigen Dr. Larch und den beiden großherzigen Krankenschwestern Angela und Edna - bleibt als einziges Kind freiwillig im Waisenhaus um „sich nützlich zu machen“ und um sich von Dr. Larch in „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ (Geburtshilfe und Abtreibung) lehren zu lassen. Mit zunehmendem Alter entscheidet sich der talentierte Homer jedoch gegen ein Leben als Arzt, dessen Entscheidung Dr. Larch, der große Stücke auf ihn gehalten hat, aus allen Wolken fallen lässt.
Als später Wally und Candy ihren Weg nach St. Cloud’s finden und bei ihrer Abreise Homer mitnehmen, beginnt für ihn ein neues Leben auf einer Apfelplantage. Jedoch sind seine Wurzeln viel zu tief in der Erde seiner „Heimat“ verankert, sodass sie es ihm unmöglich machen dieser den Rücken zu kehren.

Meine Meinung:
Ich kann mich nicht daran erinnern jemals ein Buch gelesen zu haben, dass einen so großen Eindruck bei mir hinterlassen hat, wie „Gottes Werk und Teufels Beitrag“. Die Geschichte ist so wunderbar detailreich gestrickt, dass man in nur einem Kapitel viel tiefer in diese Welt eintauchen kann und mehr über die einzelnen Charaktere mit all ihren positiven und negativen Seiten erfährt, als in so manchem anderen Buch das ich kenne.

Jedoch muss ich auch zugeben, dass mich diese Geschichte erst beim zweiten Anlauf fesseln konnte. Beim ersten Versuch bin ich aus mir nicht mehr bekannten Gründen gescheitert und ich brauchte lange um mich wieder darüber zu trauen – doch nun freue ich mich, dass ich es endlich geschafft habe. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dies ein Buch ist, das man immer und immer wieder lesen kann ohne dass es auch nur einen Funken seines Zaubers verliert.

Um ehrlich zu sein fällt es mir aber trotzdem relativ schwer all meine Eindrücke (und das waren nicht gerade wenige) hier kurz und bündig in Worte zu fassen. Man lernt so viele unterschiedliche Charaktere und ihre Geschichte kennen, dass es schwierig ist sich auf nur ein paar zu konzentrieren, da es unfair wäre die anderen nicht zu erwähnen, weil es eigentlich jeder von ihnen verdient hätte. :breitgrins:

Was mir vor allem gut gefallen hat war, dass die Charaktere alles andere als perfekt waren. Jeder hatte seine Fehler, manche mehrere oder schlimmere als andere, doch trotzdem war jeder Charakter so ausdrucksstark und menschlich, dass man sie einfach mögen musste.
Zum Beispiel Mr. Rose. Er hat schreckliches mit seiner Tochter angestellt und trotzdem hat dieser Mann es geschafft meinen Respekt zu ernten, da er mich trotz allem durch seine Stärke und Überzeugungskraft beeindrucken konnte.

Und das Ende ist ebenfalls eines der besten Enden, die ich jemals gelesen habe. All die vielen Handlungsstränge, die in dem Buch aufgegriffen wurden (und ja – es waren sehr viele) sind gegen Ende des Buches so wunderbar zusammengeknüpft worden, dass es für mich absolut nichts zu mäkeln gibt, da alles erklärt und vor allem zusammengepasst hat.

Eigentlich kann ich nur jedem dieses Buch ans Herz legen, der einmal eine gefühlsstarke, dramatische, jedoch auch witzige und sogleich tragische Geschichte über Menschen, die nicht perfekt, aber einfach nur liebenswert sind lesen möchte.

Und nun sollte ich endlich aufhören zu schwärmen und die wohlverdienten 5ratten vergeben!
:breitgrins: 

« Letzte Änderung: 01. April 2008, 08:39:06 von Juggalette »
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m3rlin

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #26 am: 31. Dezember 2008, 18:06:23 »

Mein letztes Buch für den Wettbewerb 2008...
Der Inhalt wurde ja schon mehrfach zusammen gefasst, deswegen komme ich direkt zu meiner

Eigenen Meinung:
Ich war nicht besonders glücklich mit diesem Buch. Nachdem ich Irvings "Bis ich dich finde" gelesen habe, es nicht toll fand und dementsprechend mehrere Monate zum Fertiglesen gebraucht habe, dachte ich, dass ich Irving doch noch mal eine Chance gebe. Und er hat sie wieder verbockt.
MMn fehlt Irving die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Bei ihm wird alles zu einer riesigen unkontrollierbaren Flut von Wörtern und Geschichten. Ich quäle mich dann, wenn Obstplantagen erklärt werden, wenn medizinische Eingriffe g-e-n-a-u-e-s-t-e-n-s dokumentiert werden, wenn Melony mal wieder jdm auf die Nase boxt und Fließbandarbeit verrichtet, bla blabla. Wen interessiert das?
Also mich nicht. Das Einzige, was ich ganz gut fand, war der Schachzug von Dr. Larch, Homer Wells als Fuzzy Stone zu seinem Nachfolger zu bestimmen. Diese Wiedergeburt eines Toten hat mich an "Der talentierte Mr. Ripley" denken lassen.

Ansonsten: 764 Seiten - Hab Erbarmen, Irving! - 300 wären mir für diese dünne Story schon zu viel gewesen. Doch jetzt habe ich es "zu Ende gebracht" und kann in Ruhe feiern gehen.
Und ich verabschiede mich mit einem "Tschüss Irving, du landest nie wieder auf meinem Nachttisch" :winken:

Meine Bewertung (1 Punkt wegen dem o.g. und einigen guten Stellen): 1ratten
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Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.
10/10 - tatsächlich geschafft!

kathchen

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Antw:John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #27 am: 31. Dezember 2009, 14:29:04 »

John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag


Das Waisenkind Homer Wells wurde in St. Clouds, dem Waisenheim, das von Dr. Wilbur Larch geleitet wird, geboren. Zwar gab es mehrere Familien, die ihn adoptierten, doch Homer kehrte immer wieder nach St. Clouds zurück und er fühlte sich dort eigentlich wie zu Hause. So kam es, dass er allmählich der Älteste dort war und die Chancen auf eine Adoption gering.
Daher wurde beschlossen, dass Homer sich nützlich machen sollte. Anfangs las er den kleineren Waisenkindern jeweils aus Charles Dickens “David Copperfield” oder “Große Erwartungen” vor und den Mädchen aus “Jane Eyre”, erst später wurde Homer dann zum Lehrling von Dr. Larch.
Doch Larch brachte in seinem Waisenhaus nicht nur Kinder auf die Welt, sondern führte auch Abtreibungen durch, womit Homer später jedoch nichts zu tun haben wollte.
Leider gab es niemanden, der Homer eine andere Zukunft zeigen konnte und so war es eigentlich klar, dass Homer Larchs Nachfolger wird. Doch dann kam eines Tages ein junges Pärchen an, die letztlich Homer mit an die Küste auf eine Apfelplantage nahmen und so schien sich das Schicksal des Homers Wells doch noch zu ändern…

“Gottes Werk und Teufels Beitrag” ist mittlerweile der dritte Roman, den ich von John Irving gelesen habe. Aufgrund von vielen positiven Meinungen waren meine Erwartungen schon recht hoch, doch leider, wurden diese nicht ganz erfüllt.
Mein liebster Irving ist bisher immernoch “Garp und wie er die Welt sah”, an dem ich vorallem auch das Skurile liebte, was das Buch für mich außergewöhnlich machte, doch im Vergleich dazu ist “Gottes Werk und Teufels Beitrag” sehr harmlos und normal, was ich persönlich etwas schade fand.
Auch muss ich sagen, waren mir manche Beschreibungen, z.B. die Durchführung der Abtreibungen oder das Ernten auf der Plantage, zu ausführlich.

Die Charakterzeichnung der Personen ist Irving jedoch wieder sehr gut gelungen, besonders Melony, die immer wütend ist/war, war mir von Anfang an sympathisch und ich mochte sie am liebsten.
Aber auch die anderen Hauptpersonen stehen dem in nichts nach. Zwar geht es hauptsächlich um Homer und seinen Weg, aber dennoch bleiben die anderen Figuren keineswegs farblos und ihre Handlungsweisen bleiben durchaus nachvollziehbar.
Während ich Homer am Anfang sehr mochte, muss ich jedoch sagen, dass sich das im Laufe der Zeit doch änderte. Vorallem als dieses “Liebesdreieck” anfing, war es mir zum Teil etwas zu viel und diese Handlung war dann schon recht vorhersehbar.

Die Stimmung des Buches empfand ich als recht melancholisch, nicht soo traurig, aber auch nicht unbedingt fröhlich. Aber das hat mir hier sehr gut gefallen, ebenso wie das Ende. Ganz ehrlich, hat mich dieses Ende überrascht und auf alle Fälle auch etwas mit dem Buch versöhnt.

Ich habe noch ein paar Bücher von John Irving auf meinem SUB liegen. Auch wenn mich “Gottes Werk und Teufels Beitrag” nicht hunterprozentig begeistern konnte, sehe ich die Zeit mit Homer, Melony, Candy, Dr. Larch, etc. nicht als verschwendet an, sondern bin froh, dieses Buch gelesen zu haben. Denn auch wenn es sicherlich nicht zu meinen Lieblingen gehören wird, regt es doch sehr zum Nachdenken an und das wird mit Sicherheit nicht der letzte Irving gewesen sein, den ich gelesen habe.

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #28 am: 16. Oktober 2011, 16:26:31 »

John Irving hat wunderbare Charaktre geschaffen, sehr detailiert beschrieben. Und alle haben ihre gute und schlechte Seiten, auch immer etwas sympathisches... Dr. Larch war für mich eine der wichtigsten Rollen im Buch, der duch seine Äthersucht und wie er "seine Welt" manipuliert und beeinflusst hat, einfach grandios. Gerade über ihn musste ich oft schmunzeln, der Humor kommt nicht zu kurz in einer eher traurigen Grundstimmung des Buches...
Homer Wells, mit dem man immer etwas mitfiebert erkennt nur sehr spät wohin er gehört, was seine Aufgabe ist... er hat mich ein wenig enttäuscht, was ja aber nunmal seine Rolle in der Geschichte war. Und die grossartige Melony, die sagt ihm das letztendlich, was offensichtlich ist und bringt letztendlich doch noch alles ins Rollen... was wäre dieses Buch ohne sie? Nicht halb so gut.
Das Buch war mein 1. Irving und ich frage mich, warum ich nicht früher dieses Buch (oder ein anderes von ihm) gelesen habe...

 5ratten von mir, drunter geht nicht  ;)
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Valentine

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Re: John Irving - Gottes Werk und Teufels Beitrag
« Antwort #29 am: 16. Oktober 2011, 16:56:57 »

Teetrinker, Deine Begeisterung gefällt mir  :klatschen:

Bin gespannt, was Du als nächstes von Irving liest. Mein persönlicher Liebling ist und bleibt der göttliche Owen Meany.
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