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Autor Thema: Michael Marrak - Imagon  (Gelesen 2248 mal)

Kati

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Michael Marrak - Imagon
« am: 28. März 2005, 15:12:13 »



Klappentext:
Grönland in naher Zukunft: Ausgerechnet der Geophysiker Poul Silis wird in die Arktis beordert, wo er doch der Schnee über alle Maßen hasst. Er soll dort eine geheimnisvolle vorzeitliche Tempelstadt erforschen, die nach einem Meteoriteneinschlag aus dem Eis ragt. Doch es kommt alles anders: Schrecken werden lebendig, die älter sind als die Erdgeschichte und ferneren Ursprungs als die äußersten Planeten des Sonnensystems ...

Meine Meinung:
"Imagon" ist ein Buch, welches wirklich zwiespältige Gefühle und Eindrücke beim Leser hinterlässt.
Auf der einen Seite der sehr sympathische Ich-Schreibstil und die Vorfreude auf einen packenden SF-Wissenschaftsthriller.
Hier wird man nicht enttäuscht.
Hauptfigur Poul verbreitet mit Witz seine Meinung, erklärt wissenschaftliches auch für Laien und man lebt sein Abenteuer einfach mit.
Seien es seine Eindrücke von Grönland und der einfachen Welt im Eis oder seine Bekanntschaft zu Nauna... einer Frau die er eigentlich nicht kennt und deren Schicksal sie doch verbindet.
Auf der anderen Seite fühlte ich mich stellenweise überfordert von der geballten Ladung Alter Götternamen, Grönlandmythen und Unbegreiflichem.
Auf dieses Buch sollte man sich ganz einlassen können, es ohne Störung lesen und offen für sehr viel Neues sein.... dann ist es ein Lesegenuß mit unerwarteten Ausmaßen.

 4ratten
« Letzte Änderung: 15. August 2006, 09:26:24 von nimue »
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Ingroscha

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #1 am: 28. März 2005, 15:36:19 »

Das klingt ja hervorragend! Vielen Dank für's Appetit machen :bussi:
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LG Ingroscha 
*Mantra murmelt*: "Bücher sind zum Lesen da, nicht zum Rumstehen."
Und Zitat Annabas: "Dieses Jahr wird alles besser."  :smile:

nimue

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Re: [SF / Thriller] Michael Marrak - Imagon
« Antwort #2 am: 28. März 2005, 15:45:35 »

Hallo Kati,

Zitat von: Kati
Auf der anderen Seite fühlte ich mich stellenweise überfordert von der geballten Ladung Alter Götternamen, Grönlandmythen und Unbegreiflichem.


Ich kann Deiner Rezi nur zustimmen! Ein wirklich tolles Buch! Hattest Du die Taschenbuchausgabe? Die wurde nämlich aus dem oben genannten Grund gekürzt - in der gebundenen Ausgabe (ich kenne nur die) waren noch viel mehr Mythen und Götternamen!

Liebe Grüße
nimue
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Wenn Du keinen Menschen töten kannst - gut; kannst Du kein Vieh und keine Vögel töten - noch besser; keine Fische und Insekten - noch besser. Bemüh Dich, soweit wie möglich zu kommen. Grüble nicht, was möglich ist und was nicht. Tu, was Du mit Deinen Kräften zustande bringst. Darauf kommt alles an. (Leo Tolstoi)

Kati

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #3 am: 28. März 2005, 15:55:52 »

Hallo ihr Zwei  :winken:

ja ich hatte die TB-Ausgabe.
Noch mehr Mythen und Götternamen hätte ich sicher nicht verkraftet  :zwinker:
Wenn man sich erst einmal drauf einlässt, ist es ein tolles Buch.
Aber ein großes Fragezeichen und anstrengendes Nachdenken am Ende ..."Also wie war das jetzt" ... bleiben nicht aus  :breitgrins:

LG Kati
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alexprasse

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #4 am: 28. März 2005, 18:04:40 »

Also wem es vor den ganzen Götternamen nicht zurückschrecken sollte, dem empfehle ich einfach sich mit dem Cthulhu-Mythos des Amerikaners H.P.Lovecraft etwas näher zu befassen, denn Marrak nimmt mit seinem Roman hier eine kleine aber definitiv feine Hommage an den Roman "Berge des Wahnsinns" von HPL vor.

Wer sich hierfür näher interessiert dem empfehle ich die "H.P.Lovecrafts Bibliothek des Schreckens" aus dem Festa-Verlag, in der auch Marraks Buch erschienen ist.

Siehe hier: http://www.festa-verlag.de
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MaKo

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #5 am: 29. März 2005, 13:55:37 »

Ich kenne das Buch auch und würde auch die gleiche Bewertung abgeben, wenn aber auch aus anderen Gründen. Mit den Götternamen und den Mythen hatte ich keine Probleme (ich habe die gebundene Ausgabe), da H. P. Lovecraft einer meiner Lieblingsautoren ist.
Das was ich am meisten zu bekriteln habe ist der actionreiche Schluß der nicht so ganz zu dieser geschichte paßt.
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Rio

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #6 am: 29. März 2005, 14:02:01 »

Ich war schon während der Lesenacht ganz begeistert von Katis Berichten über das Buch. Als ich jetzt die Rezension gelesen habe und auch noch erfuhr, daß es mit meinem geliebten Lovecraft zu tun hat, mußte ich mir sofort einen Vermerk in mein Wunschbüchlein machen.  :klatschen: Und ich will die Hardcover-Ausgabe!!!

Rio
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MaKo

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #7 am: 29. März 2005, 18:58:13 »

Zitat von: Rio
Ich war schon während der Lesenacht ganz begeistert von Katis Berichten über das Buch. Als ich jetzt die Rezension gelesen habe und auch noch erfuhr, daß es mit meinem geliebten Lovecraft zu tun hat, mußte ich mir sofort einen Vermerk in mein Wunschbüchlein machen.

Rio


Ja das solltest du und auch gleich "Lord Gamma" ebenfalls von Michael Marrak vormerken. "Lord Gamma" ist ein SF-Buch und hat nichts mit Lovecraft zu tun, aber ich fand es besser als "Imagon", vorallem steckt es voll mit originellen Ideen.
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alexprasse

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Re: [SF / Thriller] Michael Marrak - Imagon
« Antwort #8 am: 29. März 2005, 21:12:12 »

Zitat von: nimue
Hallo Kati,
ich kann Deiner Rezi nur zustimmen! Ein wirklich tolles Buch! Hattest Du die Taschenbuchausgabe? Die wurde nämlich aus dem oben genannten Grund gekürzt - in der gebundenen Ausgabe (ich kenne nur die) waren noch viel mehr Mythen und Götternamen!


Eigentlich traurig, das heutzutage Bücher aus solch einem nichtigen Grund immer noch gekürzt werden ...  :vogelzeigen:
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Kati

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #9 am: 30. März 2005, 11:05:15 »

"Lord Gamma" hab ich hier auch noch auf dem SUB.
Das ist sicher bald dran  :breitgrins:

LG Kati
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Kirsten

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #10 am: 30. März 2005, 13:00:00 »

@Kati: ...hmmm... jede Deiner Rezis macht unheimlich Lust auf das Buch... und meine LAB wächst und wächst :zwinker:

Grüßli :winken:
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Kati

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #11 am: 30. März 2005, 13:59:26 »

Das will man ja mit Rezi´s (obwohl das ja nicht wirklich eine ist)erreichen:
Warnen oder Kaufdrang wecken ... ach ja ich bin Versicherungsfuzzi, verkaufen liegt mir  :breitgrins:
Ihr könnt mich auch für Eure Bücherflohmärkte anheuern, ich werd sie alle los auch ungelesen  :zwinker:

LG Kati

P.S. Das Buch ist es aber echt wert!
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illy

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Michael Marrak - Imagon
« Antwort #12 am: 20. August 2006, 18:16:15 »

nach langem Überlegen als Horror kategorisiert, allerdings mit vielen Anleihen an viel SF und Wissenschaft:

Rezi:

Als eine junge Frau aus Kaliningrad Kontakt zum dänischen Geologen Poul sucht, ist es zunächst die Langweile während er sich von einer schweren Grippe erholt, die ihn antworten lässt. Doch sein Interesse an Nauna nimmt zu, bis er sie schließlich besuchen fährt, nur um festzustellen, da sie mit Krebs im Sterben liegt.
Noch in Kaliningrad mit Naunas Tod beschäftigt wird an sein Institut zurückgerufen und kurze Zeit später befindet er, der stets eine Abneigung gegen Kälte hatte und sich schwor niemals einen entsprechenden Auftrag anzunehmen, in Grönland.
Dort soll er den vermeintlichen Einschlagspunkt eines Meteoriten untersuchen, doch dort ist nichts so, wie es sein sollte. Klingt das Eskimowort Qtulu aus einer Legende die sein örtlicher Vorgesetzter zur Erklärung der seltsamen Gegebenheiten dort heranzieht nur zufällig wie Lovecrafts Chtullu?
Marraks Buch erinnert mich am Anfang etwas an „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ und nähert sich dann immer stärker den Geschehnissen aus „Das Ding aus einer anderen Welt“, wobei mich einige Szenen ganz stark daran erinnern, wie z. Bsp. die Beschreibung des Verhaltens der Schlittenhunde in bestimmten Situationen.
Imagon ist eine Hommage an Lovecrafts Chtullu-Mythos und je intensiver man sich mit diesem befasst hat, umso besser gefällt einem wahrscheinlich das Buch. Leider ist es mit meinen Chtullu-Kentnissen nicht so weit her und so fand ich die ausschweifenden Beschreibung der schrecklichen Etwasse mit den schwer zu merkenden Namen und ihrer Geschichte dann auch nach einiger Zeit eher langweilig. Es gab einige sehr interessante Teile, aber auch einige Teile des Buches wo ich gerne auf ein paar der Details verzichtet hätte, Marrak neigt manchmal dazu, etwas sehr ausschweifend zu beschreiben.
Imagon ist ein Buch bei dem es mir schwer fällt, ein endgültiges Urteil zu fällen, ich habe das Gefühl, as Buch hätte mir besser gefallen, wenn ich bereit gewesen wäre, den vielen Details mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu konnte Michael Marrak mich leider nicht mitreißen, ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass ihm und Imagon das mit anderen Lesern gelingt.

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Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.  (Friedrich Nietzsche)

vallenton

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Re: Michael Marrak - Imagon
« Antwort #13 am: 22. August 2006, 10:03:44 »

Mir hat es auch nicht ganz so gut gefallen. Die Geschichte an sich war ja ganz OK, aber irgendwann gegen Ende hin war es mir dann doch zuviel. Die "Zeitreise" und die Landschaftsbeschreibung am Anfang waren zu ausschweifend erzählt und schon fast langweilig. Die hätten einem Reiseführer alle Ehre gemacht. Das Ende war genau das Gegenteil. Hier überschlug sich die Story förmlich. Die Tunnel wurden immer tiefer und schleimiger und ekliger. Der Held fiel im wahrsten Sinne des Wortes immer tiefer und tiefer.

Alles in allem eine Mixtur aus SF und Horror. 

 3ratten
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nimue

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Re: Michael Marrak - Imagon
« Antwort #14 am: 22. August 2006, 10:07:22 »

Hallo,

das Buch hatte schon einen Thread und ich habe die beiden zusammengeführt (und in SF eingeordnet - darunter läuft es meines Wissens auch, obwohl man das Buch wirklich nicht richtig einordnen kann).

Dabei habe ich gesehen, dass ich das Buch hier ebenfalls noch gar nicht rezensiert habe:

Meine Meinung

Den schneehassenden Poul Silis verschlägt es ausgerechnet nach Grönland in die kalte Heimat der Inuit, um dort einen angeblichen Meteoriteneinschlag zu untersuchen. Sehr bald kommt er jedoch zu der Erkenntnis, das dieser riesige Krater nicht von einem Meteoriten stammen kann. Noch wehrt sich der Wissenschaftler gegen nichtwissenschaftliche Erklärungen, doch als Dinge geschehen, die nicht geschehen dürften, wird ihm immer bewusster, dass es die Welt mit einer unbekannten - und gefährlichen, ja zerstörerischen - Macht zu tun haben. Schließlich begibt er sich in die Tiefen der Erde.

Imagon ist - obwohl das Buch nur knapp über 400 Seiten umfasst - ein ganz schön harter Brocken. Michael Marrak bombardiert den Leser mit Eskimomythen und verknüpft diese Mythen mit H.P. Lovecrafts Cthulhu-Mythos. Eine Schublade für dieses Buch muss erst noch erfunden werden, denn das Ergebnis ist ein wissenschaftlicher Horrorroman mit phantastischen Thrillerelementen. Anfangs konzentriert sich der Autor eher auf das wissenschaftliche und auf das Erzählen von Legenden, das Nennen von Göttern. Dann nimmt das Tempo des Erzählflusses beständig zu und vor allem am Ende des Buches überwiegen die Horrorszenarien.

Die Hauptfigur Poul Silis hat große Ähnlichkeit mit Stan Ternasky aus "Lord Gamma" - auch Stan ist ein zynischer und oft sarkastischer, aber sehr sympathischer Charakter. Sehr positiv möchte ich hier ausdrücklich das Ende des Buches erwähnen, das ich in dieser Form bis zum Schluß nicht erwartet hätte. Allerdings muss ich zugeben, dass mich der Autor manchmal mit seinen Beschreibungen und Ideen fast abgehängt hätte - das Buch ist also nicht für ein Zwischendurch-zum-Drüberlesen geeignet, sondern erfordert alle Aufmerksamkeit, die man ihm schenken kann. Fazit: Sehr informativ und spannend.

5ratten

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