Nachdem Gregs Tagebücher nun schon seit einiger Zeit in aller Munde sind und nun auch in der Bücherei angeschafft wurden, hatte ich die Gelegenheit, mir mal Band 1 vorzunehmen, um mal zu schauen, was viele Jungs so toll daran finden.
Ich hatte ihn in ungefähr einer reichlichen Stunde durch. Und ich bin alles andere als begeistert. Nimue und yanni - ich kann euch beiden zustimmen.
Und zum anderen ist Greg einfach kein Kind, das ich mag/mögen würde. Ich fand ihn als Charakter ziemlich unerträglich.
Juhuu... Du bist die erste, die meiner Meinung ist
Als Mutter würde ich den wohl zur Adoption freigeben 
Ich schließe mich euch an. Greg ist ein Unsympath und Egoist, ohne jedes Mitgefühl und ohne jegliche Ahnung, was Freundschaft ist.
Allerdings: ist euch aufgefallen, daß seine Eltern auch nicht besser sind?
Und genau das ist es, was mir an dem Buch nicht gefällt. Es wird allzusehr auf Stereotypen und Klischees herumgeritten. Das Buch zeigt einen winzigen Teil der Realität, ironisch überzogen, und behauptet "das ist aus dem Leben gegriffen".
Diesen Humor kann ich nicht nachvollziehen. Anfangs fand ich es ja schon ein bißchen lustig, doch mit der Zeit ist mir das Schmunzeln beim Lesen auf dem Gesicht eingefroren. Ich bin wirklich ein humorliebender Mensch und kann auch mal fünfe grade sein lassen, aber wenn die Witze und Scherze
immer nur auf Kosten anderer gehen, wenn man
immer nur dann besonders cool ist, wenn andere Menschen gedemütigt werden - dann widert mich das irgendwann an. Denn Greg entwickelt sich auch nicht weiter, er lernt nichts, es geht die ganze Zeit so weiter.
Zwar wäre es schön, wenn im Buch auch mal irgendetwas Positives vorkäme, wie zum Beispiel Freundschaft. Trotzdem finde ich das Buch nicht direkt pädagogisch wertlos. Erstens muß man nicht immer die Moralkeule schwingen. Zweitens halte ich viele Kinder durchaus für intelligent und empathisch genug, zu merken, daß Greg hier so einiges falschmacht. Und er kommt ja (zum Glück!) auch nicht damit durch, daß er seine Verfehlungen seinem Freund anlastet.
Und das:
Wenn es solchen Büchern gelingt seine Leser zu Diskussionen zu verleiten, ist das schon mal eine positive Auswirkung.
halte auch ich für einen wichtigen positiven Aspekt.
Das Buch ist sehr hübsch aufgemacht mit den linierten Seiten, der handschriftartigen Schrift und den Comics zwischendurch. Besonders interessant ist es für Jungen (ca. von 9 bis 12 Jahren) und durch die aufgelockerte Aufmachung für Kinder, die sich mit dem Lesen längerer Texte schwertun. Und für diese Kinder ist es besser, sie lesen so etwas, als überhaupt nichts - vielleicht werden sie ja doch auf diese Art an hochwertigere Literatur herangeführt. Dafür hat das Buch dann doch noch eine zweite Leseratte verdient.
