Tereza Vanek - Die Träume der Libussa
Klappentext:
Mitte des 8. Jahrhunderts, im Land der Behaimen an der Moldau. Als Libussa überraschend zur Herrscherin bestimmt wird, will sie auf ihren Geliebten, den Bauernsohn Premysl, nicht verzichten. Mit einer List erreicht sie, dass die Göttin selbst Premysl zu ihrem vorbestimmten Ehemann erklärt. Gemeinsam gründet das Paar an der Moldau eine neue Stadt, die ihrem Volk Reichtum und Glanz schenken soll. Doch die christlichen Frankenkrieger wollen Libussa und ihre alte Religion gewaltsam vertreiben.
Meine Meinung:
In diesem Roman erzählt die Autorin den Mythos der Libussa und den langsamen Untergang einer Kultur.
Im westlichen Europa hat sich der christliche Glaube schon lange durchgesetzt und auf den Thronen der Länder sitzen die Könige, die die anderen Länder auch verchristlichen wollen.
In einem der nichtchristlichen Länder leben die Behaimen. Sie haben ihre eigenen Götter, an die sie glauben und vorallem eine ganz andere Lebensart. Denn hier haben die Frauen das Sagen, politisch sowie beim Finden eines passenden Gefährten.
Doch nicht nur außerhalb droht Gefahr, sondern auch innerhalb der Gemeinschaft ist die Struktur am bröckeln...
Mir hat dieser Roman sehr, sehr gut gefallen. Am liebsten hätte ich nicht mehr aufgehört zu lesen, doch aufgrund von wenig Zeit kam ich nicht so viel zum Lesen, wie ich es mir gewünscht habe. Vorallem zum Ende hin wurde es sehr rasant und ich musste unbedingt wissen, wie es ausgeht.
Ich habe bisher noch keinen historischen Roman gelesen, der in Tschechien spielt und war daher sehr gespannt. Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Die Figuren waren alle sehr gut herausgearbeitet und man konnte richtig mit ihnen mitfühlen, sei es Trauer, Freude, Wut, etc. Auch verschiedene Rituale und Bräuche der Behaimen wurden sehr gut dargestellt und man hatte das Gefühl, zu ihnen zu gehören.
Besonders gut hat mir gefallen, dass nicht nur beschrieben wird, wie die Behaimen auf die Christen reagieren, sondern man bekommt auch die Sichtweise der Christen mit, die das Leben der Behaimen mit "sündig" beschreiben.
Ich war so in der Geschichte fest verankert, dass ich mich daher sehr über die Reaktionen der Christen geärgert habe und mehr zu den Behaimen gehalten habe.
Ich fand es sehr gut, dass es zum Schluss auch noch ein Nachwort gibt, dass noch Informationen zu diesem Mythos enthält.
Mir hat das Lesen sehr großen Spaß gemacht und das Buch ist für mich eine positive Bereicherung.
