Marie hat ein besonderes Gespür für die falschen Momente: ausgerechnet vor dem Traualtar realisiert sie, dass sie ihren Beinahe-Angetrauten Sven nicht genug liebt, um mit ihm ihr Leben zu verbringen.
Kurzerhand kommt Marie bei ihrem Vater und dessen neuer Freundin aus Weissrussland unter, denn in die gemeinsame Wohnung mit Sven kann sie schliesslich vorerst nicht zurück.
Für Kummer und Leid bleibt jedoch nicht viel Zeit, denn schon am nächsten Tag trifft sie auf den Mann ihres Lebens: Joshua, der Zimmermann, den ihr Vater angeheuert hat, um den Dachstuhl zu reparieren.
Alles an ihm scheint perfekt zu sein; er ist einfühlsam, kann singen (wenn auch nur Psalmen in einer fremden Sprache oder Songs von Xavier Naidoo) und sieht noch dazu hammer gut aus!
Es gibt nur ein Problem: Joshua hält sich für Jesus persönlich.
Erst hält Marie Joshua für leicht verrückt, doch noch vor Ablauf der Woche findet sich die naive Marie mitten in einem Kampf zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle wieder. Und zum ersten Mal (und hoffentlich auch letzten Mal) in ihrem Leben muss sie Entscheidungen treffen, von denen das Leben der gesamten Menschheit abhängt.
David Safier hat mit seinem zweiten literarischen Werk einen unterhaltsamen und leichten Roman geschaffen.
Jedoch möchte der Autor mit seinem Buch keine Gläubigen oder gar Jesus veräppeln, sondern stellt Gottes Sohn so dar, wie er auch tatsächlich hätte sein können.
Dass dieser sich ausgerechnet in Marie, die Verkörperung der Durchschnittlichkeit, verliebt, hat für manche Leser bestimmt auch etwas Tröstendes und obwohl das Buch gewiss eine Botschaft enthält, wird uns nichts auf die Nase gebunden.Wichtiger ist der Humor, der, typisch Safier, auch hier nicht zu kurz kommt.
Die Geschichte wird zudem durch Comics, die Maries Schweser Kata für eine Zeitschrift zeichnet, aufgelockert.
Wer schon "Mieses Karma" mochte, wird auch an diesem Buch seine Freude haben. Und wer eine unterhaltsame Lektüre für eine lange Zugfahrt sucht, ist mit "Jesus liebt mich" gut bedient. Jedoch sollte man dann mit leicht verwirrten Blicken der Mitfahrenden rechnen, wenn man plötzlich laut auflachen muss...


