Auch zu der Ayla-Saga habe ich eine Rezi bei Amazon verfasst:
Ayla - und das Tal der großen Seichtheit
Ansich ein faszinierendes Projekt: Ein Roman über das Leben der Menschen anhand des Beispiels Ayla vor vielen tausenden Jahren. Wie habe ich mich gefreut, dass sich endlich eine Autorin traut, über diesen Stoff einen Historischen Roman zu schreiben. Aber die Freude war bald verflogen. 3 Bände habe ich durchgehalten, die letzten beiden Bände nur mehr eine Qual. Aus "Tal der grossen Mutter" wurde bald "Tal der großen Seichtheit". Der 1. Band ist zwar noch halbwegs erträglich, aber im Grunde genommen schriftstellerisch eine Katastrophe.
Ein Buch, wie es einfach nicht sein soll. Die Haupfigur wieder einmal eine Frau ohne Makel, die alles schafft, die alles kann, die schon für diese Zeiten schon so wunderhübsch ist, eine IQ eines Harvard-Professors hat, und deshalb alles erfindet, was damals angeblich erfunden wurde.Ja, Ayla erfindet sogar so viel, dass man nur darauf gewartet hat, bis sie das Rad erfindet. Und wann erfindet sie eigentlich den Computer?
Diese Frau ist sogar so toll, die zähmt sogar einen Batzen wilder Tiere. Ayla übernimmt die Domestikation im Alleingang. Die reitet sogar auf Löwen, entwickelt den Übergang von Wolf zu Hund, zähmt Pferde und dressiert es a la "Black Beauty" zum Nutztier.
Etwas historisches konnte man sich gar nicht erst erwarten - aber die inhaltliche Übertreibung über eine fehlerlose steinzeitliche Powerfrau ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Dies erinnert stark an Geschichten mit Ritter ohne Fehl und Tadel.
Mal abgesehen von dieser schrecklichen Heldenfigur entwickelt sich die Ayla-Saga zu einer Saga der Wiederholungen. 3 Bücher habe ich mir interessehalber angetan, jedes folgende Band hatte auf den ersten 300 Seiten die Zusammenfassung in sich, was denn bisher geschehen ist. Wie als die Leser zu dumm sind, sich das vorher Gelesene in früheren Bänden zu merken! So wird das Buch immer langweiliger und zäher, bis man schließlich aufgeben würde, wären nicht, die anhaltenden Sexszenen mit Ayla und ihren Wunderknaben. Die Sexszenen sind der Autorin natürlich ein besonders Anliegen. Da müssen schon viele Seiten dafür herhalten.
Die Liebesbeziehung (damals gab es anscheinend so etwas wie Treue?) zwischen Ayla und ihren etwas dümmlichen Freund Jondolar ist ein Abklatsch einer Seifenoper. Liebt er mich - oder liebt er mich nicht? Diese Frage stellt sich Ayla immer wieder, denn pro Band trennen sie sich mindestens 3 Mal, um dann wieder herzzereißend die Einigkeit (außer das sich Ayla hin und wieder einen Seitensprung erlaubt) wiederzufinden.
Und dann wieder die perfekte Ayla: Die kann sich sogar mit anderen Stämmen immer sofort anfreunden! Ja, die spricht immer komischerweise innerhalb von Minuten die gleiche Sprache von ganz weit entfernten Länder. Die Leute waren damals anscheinend so klug, die kommunzierten auf dem Niveau von Oxford-Language. Auch in der Botanik ist Ayla eine Meisterin. Sie kennt alle Pflanzen und ihre Wirkung auswendig. Zum Teil Wissen, wo manch heutiger Botaniker mit Spezialausbildung blass werden würde vor Neid.
Eigentlich hätte ich mir meine lange Rezension mit folgender einzigen Bezeichnung für diesen Seichtheits-Epos sparen können: Saudumm!