Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Halldór Laxness - Am Gletscher  (Gelesen 4395 mal)

Bettina

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5382
    • Bleisatz
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #30 am: 16. November 2008, 22:58:59 »

Uiui, das Buch ist für mich derzeit gar nicht so leicht zu kommentieren. Es hat nach wie vor etwas Absurdes, es gibt greifbare Elemente und Dinge, die man (wie Saltanah schon schrieb) wohl noch mindestens einmal nach einer gewissen Zeit lesen muss, um einen neuen Aspekt zu entdecken oder eine andere Sichtweise zu gewinnen. Das Buch ist ganz gewiss eines der Sorte, die man zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich liest.

Eine Zeitlang habe ich Mundi Mundason, alias Gudmundur Sigmundsson, alias Professor Syngman, alias Angler als eine verdrehte Jesusfigur gelesen. Der Menschenfischer wird zum Angler, der einen Menschen in einen Fisch verwandelt und dann fängt, als Professor will er Menschen wieder zum Leben erwecken und - könnte man sagen - eine neue Religion beginnen.

Diesen Kommentar hatte ich im Hinterkopf, als ich dann auch an die Stelle kam, wo diese Theorie platzt
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)
An dieser Stelle habe ich Mundi übrigens nicht verstanden. Das kapiere ich derzeit nicht, warum er seine Prütteln hinwirft, nachdem er eigentlich ein konkretes Ziel hatte und nun ohne dessen weitere Verfolgung den Abgang macht. Vielleicht erklärt es sich noch? Die Erklärung, es hätte zuviel geregnet, ist entweder eine der vielen absurden Ideen oder aber es ist einfach nur eine Überbrückung, bis was Besseres zur Begründung kommt. Also: Weiterlesen.

Kleine Anekdote am Rande:
Gerade habe ich eine Pause vom Lesen gemacht und mein Mann wunderte sich, dass ich "seinen" Film mitgucke: "Du liest doch sonst immer, ohne Dich vom Fernsehen stören zu lassen; lies doch einfach weiter." - "Mm, das Buch ist nicht so einfach zu lesen." - "Ach so, ist es wieder ein Laxness?"
Gespeichert
Ich lese mich rund um die Welt.

Saltanah

  • Hüterin der SUB-Mumien
  • Global Moderator
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 9946
  • Wir sind irre, also lesen wir!
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #31 am: 16. November 2008, 23:20:43 »

Diesen Kommentar hatte ich im Hinterkopf, als ich dann auch an die Stelle kam, wo diese Theorie platzt
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)
Was? Das muss ich glatt überlesen haben. Muss ich gleich noch einmal nachgucken.

Apropos Film - Wusstet ihr, dass dieses Buch verfilmt wurde? Leider schreibt IMDB sehr wenig dazu. Gewundert habe ich mich nur über die Genreeinordnung "Fantasy/Comedy". Allerdings ist das Buch ja wirklich witzig und ein paar phantastische Anteile hat es auch.
Bei der Inhaltsangabe frage ich mich allerdings, ob sie sich wirklich auf das Buch bezieht, oder ob eventuell einiges geändert wurde. denn an Seehunde kann ich mich wirklich nicht erinnern.
Zitat
A hapless guy from the city visits an isolated Icelandic seaside settlement. He gradually realizes that the seals are not what they seem, and that two of the inhabitants are magicians, vieing for the favour of a mysterious woman. Liberated from a spell, she proves to be a magician too. Then he falls in love....

Ich habe ein wenig in meiner neu angeschafften Laxness-Biographie von Halldór Guðmundsson gelesen. Der zufolge hatte Laxness erst vor, aus dem Stoff ein Theaterstück zu machen, was bei dem starken Dialoganteil ja auch gut vorstellbar ist.
(Mein Langzeitplan sieht übrigens eine Biographie-Leserunde vor, wenn wir uns in einigen Jahren durch Laxness Gesamtwerk geackert haben. Dann gibt es sie vielleicht auch als erschwinglicheres TB; die deutsche Ausgabe ist ja wirklich ziemlich teuer. Ich habe die schwedische Übersetzung um einiges billiger erstanden.)
Gespeichert

kaluma

  • Leserin & Vorleserin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1388
  • Laxness-Fan
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #32 am: 16. November 2008, 23:56:22 »

Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)

Was?!?  :confused:  Also diese Stelle habe ich wieder mal ganz anders gelesen als du.
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)
Und der Grund für seine "Abberufung": Er hat seine Mission auf Erden erfüllt, was er ja im Kapitel zuvor Sira Jon gegenüber ausführlich darlegt....

Weiteres morgen.
Eine gute Nacht euch und dir Bettina gute Besserung von deiner Erkältung!

Viele Grüße
Katja

Gespeichert
Ich lese gerade: Eva Völler "Zeitenzauber - Die magische Gondel"

SLW 2012 Cover: 3/10 (gelesen 6/10)
SLW 2012 Brandaktuell: 4/5     Dick+dünn: 3/5 

Bettina

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5382
    • Bleisatz
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #33 am: 17. November 2008, 03:13:37 »

Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)

Was?!?  :confused:  Also diese Stelle habe ich wieder mal ganz anders gelesen als du.

War auch ganz gut so! :redface: Ich hatte die Stelle in dem Fall nicht genau genug gelesen und beim Schreiben später nur an eine Sorte Tabletten gedacht. Die Tabletten sind in der Tat nicht näher beschrieben; über den Grund für die Einnahme steht nur "wahrscheinlich Schmerzen bekommen".

Und der Grund für seine "Abberufung": Er hat seine Mission auf Erden erfüllt, was er ja im Kapitel zuvor Sira Jon gegenüber ausführlich darlegt....

Dann wäre er "von höherer Instanz" aus abberufen worden, oder? Mundi selber sagt ja am Ende des Gesprächs mit Sira Jon noch, er wolle aufstehen, auf den Gletscher gehen und bietet von sich aus an, Sira Jon etwas zu besorgen, wenn er Wünsche habe. Wobei ich die Stelle bei Tageslicht noch einmal lesen muss, weil ich jetzt in der Nachtaktion nicht sofort erkennen konnte, wo und wie er die Beendigung seiner Mission beschreibt.
Dass die Mission aus dem Schreiben des Sechsbänders besteht, kam doch erst später :grübel: oder? Jedenfalls lese ich Kapitel 26 noch einmal.

Eine gute Nacht euch und dir Bettina gute Besserung von deiner Erkältung!

Danke für die guten Wünsche. Die Hälfte davon hat sich vor einer Stunde zerschlagen :rollen: als Töchterchen anfing, sich ständig die Bettdecke sonstwie ins Bett zu legen - nur nicht über sich drüber. Bis sie jetzt schläft, wird es eine Weile dauern und bis ich wieder schlafe, noch viel länger.

... Gerade hat sie schon wieder nach mir gerufen ... der vierte Einsatz in 60 min.
Gespeichert
Ich lese mich rund um die Welt.

kaluma

  • Leserin & Vorleserin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1388
  • Laxness-Fan
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #34 am: 18. November 2008, 01:35:11 »

Hallo Saltanah!

Ich bin eigentlich ganz froh, dass die "Seelsorge" im neuen Titel weggefallen ist. Dieses Wort hätte mich doch ziemlich abgeschreckt, da es mich religiöses Gewäsch hätte erwarten lassen. (Und das bietet das Buch ja nun wirklich nicht :zwinker: .)
Nach längerer Internetsuche (ich besitze leider kein isländisches Wörterbuch) habe ich dieses gefunden:
Zitat
Kristni-hald, n. keeping Christianity
(Quelle)
Vielen Dank für deine Mühe! Dann finde ich "Seelsorge" eigentlich einigermaßen passend übersetzt...
Und genau darum (wenngleich ich es aber nicht Gewäsch nennen würde) geht es doch durchaus im Buch. Mich schreckt dieses Wort im Titel jedenfalls nicht ab.

Das Gespräch des Vebi mit Sira Jon im 41. Kap. ist zentral für dieses Buch. Was macht den Sinn des Lebens aus? Woran müssen wir glauben? Was ist wichtig im Leben? Sira Jon hat für sich einige Antworten gefunden, für die der Vebi aber (glaube ich) noch zu jung ist. Jedenfalls bietet es viel Material zum Nachdenken.
Ja, ich meine auch, daß es dem Vebi noch ein wenig an Reife fehlt. Aber immerhin bleibt er nicht unbeeinflußt, wie das Endes des Buches zeigt: 
Spoiler (Klick zum Anzeigen/Verbergen)

Ich grüble immer noch ein wenig über diese Frau Ua (die nicht schläft  :breitgrins:) und über mehrere Details nach. Werde das Buch wohl auch noch einmal lesen.

Ich werde jetzt noch Susan Sontags Nachwort lesen. Mal schauen, was sie zu dem Buch zu sagen hat.
In meinem Buch gibt es kein Nachwort, schade.

Viele Grüße
Katja
Gespeichert
Ich lese gerade: Eva Völler "Zeitenzauber - Die magische Gondel"

SLW 2012 Cover: 3/10 (gelesen 6/10)
SLW 2012 Brandaktuell: 4/5     Dick+dünn: 3/5 

kaluma

  • Leserin & Vorleserin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1388
  • Laxness-Fan
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #35 am: 18. November 2008, 01:40:01 »

Hallo Bettina,

danke für die Verlinkung der bisherigen Leserunden!  :sonne:
Sehr praktisch, dann muß ich nicht suchen und kann sie zu gegebener Zeit alle nachlesen.  :klatschen:

Dann werde ich mal so nach und nach die Laxness-Bücher lesen, die in unserer Bibliothek vorhanden sind, und mir für nächstes Jahr das "Fischkonzert" beschaffen... Vielleicht kommt ja tatsächlich wieder eine Leserunde zustande, würde mich sehr freuen.

Dann wäre er "von höherer Instanz" aus abberufen worden, oder?
Ja, so interpretiere ich das.

Mundi selber sagt ja am Ende des Gesprächs mit Sira Jon noch, er wolle aufstehen, auf den Gletscher gehen und bietet von sich aus an, Sira Jon etwas zu besorgen, wenn er Wünsche habe.
Ja, und zwar aus dem Ausland. Wer weiß was er mit "Ausland" meint, wo doch alles kosmisch miteinander verbunden ist...  :zwinker: :breitgrins:

Wobei ich die Stelle bei Tageslicht noch einmal lesen muss, weil ich jetzt in der Nachtaktion nicht sofort erkennen konnte, wo und wie er die Beendigung seiner Mission beschreibt.
Dass die Mission aus dem Schreiben des Sechsbänders besteht, kam doch erst später :grübel: oder?
Hm, wo das nun genau stand, weiß ich auch nicht mehr, aber genau das meinte ich eigentlich, die Veröffentlichung seiner Werke.

... Gerade hat sie schon wieder nach mir gerufen ... der vierte Einsatz in 60 min.
Oh je! Letzte Nacht muß wohl irgendwas in der Luft gelegen haben, denn auch bei uns ging es unruhig zu (um drei Uhr weckte meine Tochter mich, weil sie das halbe Gesicht voll Mückenstiche hatte...  :entsetzt:)

Für heute eine bessere Nacht wünscht   :schnarch:
Katja
Gespeichert
Ich lese gerade: Eva Völler "Zeitenzauber - Die magische Gondel"

SLW 2012 Cover: 3/10 (gelesen 6/10)
SLW 2012 Brandaktuell: 4/5     Dick+dünn: 3/5 

Bettina

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5382
    • Bleisatz
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #36 am: 21. November 2008, 19:35:12 »

Ich habe das Buch gerade beendet und bin am Ende unklüger als mittendrin :redface:
Das Werk muss erst einmal sacken - und ich habe nicht das Gefühl, dass das heute Abend noch klappt, sozusagen. Es ist verwirrend und am Ende muss man mehr zwischen den Zeilen lesen als zuvor. Oder kommt mir das nur so vor?

Es ist und bleibt ein Buch, das man nach einer gewissen Zeit noch einmal lesen muss.

Interessant fand ich das letzte Gespräch zwischen Sira Jon und Vebi. In den Augen von Jon gibt es keine guten oder schlechten Aufgaben, sondern nur schlechte oder gute Wege, Aufgaben zu erfüllen. Jetzt frage ich mich nur: Kam dieser Gedanke in diesem Buch bereits vor oder erinnert mich das an die Maxime eines Ordens (aber welchen?)?

Aus Ua werde ich am allerwenigsten schlau. Während alle andern Personen vielleicht skurril sind, so sind sie in sich eins. Jeder steht für irgend etwas bzw. hat ein Leben oder bleibt wie er ist. Ua aber ist zuviel, wenn ich das mal so sagen darf. Sie scheint mir eine weitaus stärkere Symbolfigur zu sein als die anderen. Kann da mal jemand für mich nachdenken :breitgrins:

Nach längerer Internetsuche (ich besitze leider kein isländisches Wörterbuch) habe ich dieses gefunden:
Zitat
Kristni-hald, n. keeping Christianity
(Quelle)
Vielen Dank für deine Mühe! Dann finde ich "Seelsorge" eigentlich einigermaßen passend übersetzt...

Im Nachwort von Susan Sontag findet sich die Bestätigung von dieser Übersetzung mit "Seelsorge". Wobei ich am Ende denke, Seelsorge ist hier nicht nur im christlichen Sinne zu verstehen, obwohl der Roman sich zunächst damit zu befassen scheint: Mit der (nicht vorhandenen) Seelsorge eines Pfarrers in seinem Sprengel. Eigentlich geht es ganz allgemein um die Sorge um bzw. das Sich befassen mit Seele, Lebensweg, Lebenszweck etc und da gibt es nicht nur eine Antwort.
Gespeichert
Ich lese mich rund um die Welt.

Bettina

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5382
    • Bleisatz
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #37 am: 23. November 2008, 22:05:29 »

Wieder einmal haben sich ein paar Details gesetzt.

Im 37. Kap. erfahren wir endlich, was sich in dem Sarg/Behältnis verbirgt, das vor Jahren auf den Gletscher geschafft worden war und einer der Gründe für den Besuch des Vebi war. Als ich es las, war ich einerseits sehr überrascht, aber andererseits dachte ich "Selbstverständlich - da musste es sein!" Über die Bedeutung des Fundes lässt sich lange spekulieren.

Ja, dabei bin ich auch, beim Spekulieren :zwinker: Das eine ist der Fisch an sich. Ein christliches Symbol, das für eine New Age-Geschichte benutzt wird, eher achtlos aufgetaut und am Ende von Vögeln weggeknabbert wird. Das andere sind die Schnellgefrierhäuser. Haben die damit ebenfalls zu tun? In diesen Häusern wird der Fischfang gefroren - nur: Die Häuser rentieren sich nicht und werden irgendwie am Leben erhalten.

Bei dem Gedanken schließt sich für mich dann ein Kreis, nämlich der hier:

... Teils könnte man es auch so sehen, daß eine Religion, die sich nicht weiterentwickelt und sich nicht hinterfragen läßt (und dazu tendiert ja die katholische Kirche) irgendwann zum Aberglauben wird - das ist meine persönliche Meinung. Und da sind wir auch wieder bei dem, was ich immer noch für das durchgehende Thema des Buches halte, nämlich die Entfremdung der Menschen von der christlichen Kirche.

Mir gefällt Deine Idee, dass ein zentrales Thema die Distanz zwischen Kirche und Realität ist.

Ich bin aber der Meinung, dass Laxness da keine konkreten Angaben macht.
Ich sehe derzeit eine Metapher, aber keine Erläuterung dazu.

Ich wundere mich z. B. über das Kleidungsstück "Broncho" (ich dachte das heißt Poncho?) und über Dinge wie Protomorie und Heteromorie, Dysexelixis und Diexelixis. Kann jemand von euch genug Latein, um mir das zu übersetzen? (hat das einen Sinn, oder ist es nur herumgealbert?)

Ich habe bisher keine Erklärung für diese Begriffe gefunden. Nur für Heterophorie (statt Heteromorie) - was laut Wikipedia ein latentes (verstecktes) Schielen, das nur unter Aufhebung des beidäugigen Sehens auftritt, ist. Ich sehe keinen Sinn in den Wörtern an sich, sondern in der Verwendung von möglichst komplizierten und intelligent wirkenden Begriffen, um zu beeindrucken. Damit kann man eine bestimmte Klientel "einfangen", weil sie ab einem bestimmten Niveau nicht mehr hinterfragt, sondern einfach jemand anderen als intelligent, weise, "allwissend" akzeptiert.

Broncho habe ich nur gefunden als:
Bronchobroncho - an unbroken or imperfectly broken mustang
bronc, bronco mustang - small hardy range horse of the western plains descended from horses brought by the Spanish
bucking bronco - a wild horse that is vicious and difficult or impossible to break in


Das ergibt für mich keinen Sinn. Daher vermute ich eher, dass jemand mit dem Wissen um den Poncho punkten will, aber das Wort falsch ausspricht oder sich falsch gemerkt hat. So, wie ungefähr die Witze laufen, in denen jemand gute Konservation machen will (statt guter Konversation). Bei einigen läuft das große Posen im Buch also schief, bei anderen funktioniert es.
Gespeichert
Ich lese mich rund um die Welt.

Bettina

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5382
    • Bleisatz
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #38 am: 25. November 2008, 14:19:00 »

Ich habe mir in den letzten Tagen Gedanken um eine Rezension gemacht - hier habe ich sie ins Forum gestellt.

Ich glaube, ich habe einige Passagen mehrfach durchgelesen und dann doch wieder verändert ;-)
Gespeichert
Ich lese mich rund um die Welt.

kaluma

  • Leserin & Vorleserin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1388
  • Laxness-Fan
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #39 am: 25. November 2008, 15:03:40 »

Hallo Bettina,

Ich habe das Buch gerade beendet und bin am Ende unklüger als mittendrin :redface:
...
Es ist und bleibt ein Buch, das man nach einer gewissen Zeit noch einmal lesen muss.
Geht mir ähnlich!

Interessant fand ich das letzte Gespräch zwischen Sira Jon und Vebi.
Das liest sich für mich fast so wie ein Glaubensbekenntnis Sira Jons (wenn man an den entsprechenden Stellen "Ua" durch "Gott" ersetzen würde).

Aus Ua werde ich am allerwenigsten schlau. Während alle andern Personen vielleicht skurril sind, so sind sie in sich eins. Jeder steht für irgend etwas bzw. hat ein Leben oder bleibt wie er ist. Ua aber ist zuviel, wenn ich das mal so sagen darf. Sie scheint mir eine weitaus stärkere Symbolfigur zu sein als die anderen. Kann da mal jemand für mich nachdenken :breitgrins:
Ich hoffte eigentlich, du machst das für mich.  :breitgrins:
Ua ist ungreifbar. Das Ewig-Weibliche, Unfassbare? Die Seele des Landes oder der Mythologie? Schlauere Gedanken als diese habe ich leider auch nicht.
Ich meine ja immer noch, daß man vielleicht in Mythen oder Sagas eine Erklärung findet. Ich kenne mich da aber nicht aus und habe auch nirgends etwas gefunden über "Frauen, die nicht schlafen und bis zur Hochzeit gestillt werden".
Aufgefallen ist mir noch, daß in "Atomstation" der Name der weiblichen Hauptperson auch mit U beginnt und mit a endet.

Das ergibt für mich keinen Sinn. Daher vermute ich eher, dass jemand mit dem Wissen um den Poncho punkten will, aber das Wort falsch ausspricht oder sich falsch gemerkt hat. So, wie ungefähr die Witze laufen, in denen jemand gute Konservation machen will (statt guter Konversation).
Ah, sowas wie die "Koniferen der Wissenschaft"!  :zwinker: :breitgrins:

Bei einigen läuft das große Posen im Buch also schief, bei anderen funktioniert es.
Diese Deutung finde ich sehr plausibel!  :klatschen:

Da mich das Weitergrübeln jetzt nicht schlauer macht und mir momentan Zeit und Konzentration fehlt, denke ich, ich werde das Buch erstmal ad acta legen und irgendwann später wieder lesen.
Jetzt werde ich deine Rezension lesen. Vielleicht schaffe ich es in den nächsten Tagen auch noch, eine zu schreiben. Auf jeden Fall war das Buch eins meiner Lesehighlights des Jahres.

Viele Grüße
Katja
« Letzte Änderung: 26. November 2008, 11:13:19 von kaluma »
Gespeichert
Ich lese gerade: Eva Völler "Zeitenzauber - Die magische Gondel"

SLW 2012 Cover: 3/10 (gelesen 6/10)
SLW 2012 Brandaktuell: 4/5     Dick+dünn: 3/5 

kaluma

  • Leserin & Vorleserin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1388
  • Laxness-Fan
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #40 am: 26. November 2008, 14:33:30 »

Bettinas Erklärung zur Verwendung nicht ganz korrekter Fremdwörter:
So, wie ungefähr die Witze laufen, in denen jemand gute Konservation machen will (statt guter Konversation). Bei einigen läuft das große Posen im Buch also schief, bei anderen funktioniert es.
ließen es bei mir auch bezüglich der anderen unerklärlichen Fremdwörter nochmal klingeln  :pling:,
... Protomorie und Heteromorie, Dysexelixis und Diexelixis...
und ich habe nochmal das Lexikon bemüht:
Heteromorphie gibt es bei Kristallen und in der Biologie: heteromoprh = verschieden gestaltet, andersförmig
Analog dazu Protomorphie: protomorph = die Urgestalt aufweisend.
Könnte passen.
Bei Wikipedia habe ich eine Liste griechischer Wortstämme in deutschen Fremdwörtern gefunden, für Latein gibt es das auch, sehr hilfreich, daraus könnte man sich dann auch zusammenbasteln, was ungefähr mit Dysexelixis und Diexelixis gemeint sein könnte.

Gestern hatte ich dann noch einen Lacher, als ich mal auf den Buchrücken meines Büchereiexemplars von "Seelsorge am Gletscher" schaute. Dort kleben doch manchmal diese Interessenkreis-Aufkleber. Die Stadtbibliothek ordnet das Buch unter "Natur und Heimat" ein. totlach
Darunter stellte ich mir bisher eigentlich etwas andersgeartete Themen vor...  :breitgrins:

Viele Grüße
Katja

Gespeichert
Ich lese gerade: Eva Völler "Zeitenzauber - Die magische Gondel"

SLW 2012 Cover: 3/10 (gelesen 6/10)
SLW 2012 Brandaktuell: 4/5     Dick+dünn: 3/5 

Bettina

  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Beiträge: 5382
    • Bleisatz
Re: Halldór Laxness - Am Gletscher
« Antwort #41 am: 26. November 2008, 15:09:41 »

Heteromorphie gibt es bei Kristallen und in der Biologie: heteromoprh = verschieden gestaltet, andersförmig
Analog dazu Protomorphie: protomorph = die Urgestalt aufweisend.
Könnte passen.
Peinlich, auf Heteromorphie hätte ich selber kommen müssen :redface: :lachen:

Gestern hatte ich dann noch einen Lacher, als ich mal auf den Buchrücken meines Büchereiexemplars von "Seelsorge am Gletscher" schaute. Dort kleben doch manchmal diese Interessenkreis-Aufkleber. Die Stadtbibliothek ordnet das Buch unter "Natur und Heimat" ein. totlach

Ein kreativer Ort, Deine Bib :zwinker:
Übrigens: Als ich den Fengshui-Detektiv von Nury Vittachi ausgeliehen hatte, fand ich den in der Sparte Esoterik. Auch nicht von schlechten Eltern.
Gespeichert
Ich lese mich rund um die Welt.