Ende 2011 habe ich noch ein wenig SuB-Pflege betrieben, indem ich einige Nobelpreisträger angelesen und aussortiert habe. Das heißt, bei den meisten habe ich ca. 50 Seiten bzw. rund ein Dutzend Gedichte gelesen, bevor das Buch vom SuB flog. Damit sie nicht einfach "verschwinden", folgt nun ein kleiner Sammeleintrag.
1916 - Verner von Heidenstam (Schweden) - Karl der Zwölfte und seine KriegerIch gestehe, ich habe nur wenige Alibi-Seiten gelesen, dank
Aldawens Rezi und Saltanahs Kommentar dazu. Aber die haben gereicht.
1917 - Henrik Pontoppidan (Dänemark) - Der Teufel am HerdAus dieser Sammlung mit fünf Erzählungen habe ich eine gelesen:
Das große Gespenst. Dank verstaubter Moralvorstellungen endet eine Liebesgeschichte als Tragödie. Da mir weder Inhalt, Erzählstil noch Aussage dieses Werkes zugesagt haben, erspare ich mir die anderen vier.
1939 - Frans Eemil Sillanpää (Finnland) - Sterben und AuferstehenBei der Lebensgeschichte des Jussi Toivola habe ich noch nicht mal lange genug durchgehalten, um die ersten fünfzig Seiten über Kindheit und Jugend zu beenden. Das liegt daran, dass ich die angepriesene Lebendigkeit vergeblich gesucht habe. Stattdessen kamen mir Begriffe wie mühsam und schleppend in den Sinn, außerdem sind mir die Formulierungen zu gestelzt.
1945 - Gabriela Mistral (Chile) - Motive des TöpfertonsMeine Notiz hierzu: verschwurbelt-pompös. Das sagt doch schon alles, oder?

Außerdem reizen mich die gewählten Themen nicht genug, um mich an Mistrals Stil zu gewöhnen. Ich begnüge mich also mit einer Auswahl und grübele noch etwas, wieso Mistral Rodins
Denker mit Todesangst in Verbindung bringt.
1965 - Michail Aleksandrowitsch Scholochow (Russland) - Sturm über der SteppeAus dieser Sammlung habe ich drei Erzählungen gelesen und bin mehr als bedient. Sprachlich eine Tortur, ohne jegliche Stimmung, dafür mit um so mehr fragwürdiger Handlung. Nein danke.
1966 - Samuel Josef Agnon (Israel) - Nur wie ein Gast zur NachtDas, was Agnon schreibt, ist für mich schlichtweg nicht nachvollziehbar, da er sehr detailliert, aber ohne Erklärungen auf die Ausübung des jüdischen Glaubens eingeht. Schade, denn der Blick auf seine Heimatstadt erschien durchaus vielversprechend.
1974 - Eyvind Johnson (Schweden) - Der Weg nach Glockenreich/ Harry Martinson (Schweden) - Zeit der UnruheVon Johnsons Roman habe ich die ersten Kapitel gelesen, aus der Kurzgeschichtensammlung von Martinson die titelgebende Erzählung. Die Werke beider Autoren mögen zu ihrer Entstehungszeit aktuell gewesen sein, sind aber keineswegs zeitlos. Und für Zeitzeugnisse leider viel zu nichtssagend und langweilig, als dass ich weiterlesen möchte.
1977 - Vicente Aleixandre (Spanien) - Gesicht hinter GlasSeine Gedichte beschäftigen sich mit dem Tod und dem Spannungsverhältnis zwischen Alter und Jugend, wobei letztere nicht gut wegkommt. Allerdings glaube ich nicht, dass diese Sammlung in einigen Jahrzehnten besser bei mir ankommen wird ...
1980 - Czeslaw Milosz (Polen) - Tal der IssaNett, aber ereignislos-langweilig. Der Roman beginnt wie ein angestaubter Reiseführer mit einem Blick auf Flora, Fauna und Landeskunde, und da
Aldawens Rezi mir keine Hoffnung auf mehr "Action" macht, bleibt es beim Beginn.
2000 - Gao Xingjian (China) - Der Berg der SeeleDer Wechsel zwischen Ich- und Du-Erzähler hat mich verwirrt, wenn nicht sogar genervt. Und inhaltlich herrschte leider Langeweile vor.
Viele Grüße
Breña