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Autor Thema: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange  (Gelesen 1279 mal)

nanu?!

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Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« am: 02. November 2008, 23:15:51 »

Klappentext:
Als Framboise mit Anfang fünfzig in ihren Heimatort zurückkehrt, wird ihr erneut bewusst, dass sie dort bereits als Kind eine Außenseiterin gewesen war. Doch sie will es jetzt noch einmal wissen: Mit den Rezepten aus dem Buch ihrer Mutter gewappnet, eröffnet sie in dem kleinen Ort ein Crêperie. Ihr Neffe Yannick gönnt ihr jedoch den Erfolg nicht und versucht, sie um die geheimen Rezepte zu erpressen. Da beschließt Framboise, die geschichte ihrer Kindheit zu erzählen - auch, um jenen dunklen Geschichten etwas entgegenzusetzen, die sich seit damals um das Leben ihrer Mutter ranken. Denn warum wurde sie des Mordes an den Deutschen  Tomas verdächtigt, mit dem sich die ganze Familie angefreundet hatte, damals im Krieg? Und warum weigern sich die Dorfbewohner bis heute, die Wahrheit zu erkennen?
Framboise wird nur zu bald klar, dass in dem kleinen französischen Dorf an der Loire Kleingeist und Missgunst ihr Unwesen treiben -



Framboise Dartigen möchte es nicht zugeben, aber ihr Herz hängt an dem alten Bauernhof ihrer Mutter. Also zieht sie zurück nach "Les Laveuses", ein idyllisches ruhiges Fleckchen Erde, an der Loire gelegen, einem Dorf in dem doch damals so viel passiert ist. Sie renoviert das alte Gemäuer in dem ein Brandt fast alles zerstörte und eröffnet dort ihre kleine Crêperie. Aber sie kehrt nicht als Framboise Dartigen zurück, sie nimmt den Nachnamen ihres verstorbenen Mannes an und stellt sich fortan als Francoise Simon vor. Damit niemand sie in Verbindung bringt mit der furchtbaren Sache und der Familie Dartigen.
Dann beginnt sie zu erzählen. Wie sie und ihre älteren Geschwister unter der gefühlskalte Mutter Mirabelle gelitten haben. Wie sie als neunjährige versuchte, ihrem Bruder ebenbürtig zu sein. Es war Krieg aber davon war in "Les Laveuses" nicht viel zu spüren. Die Dorfbewohner kamen gerade so zurecht. Alles schien mehr oder weniger in Ordnung. Bis der deutsche Soldat Tomas auftaucht.

Joanne Harris versteht es den Leser von der ersten Zeile an in ihrem Bann zu schlagen. Framboises Geschichte wird abwechselnd in der Vergangenheit, wo Boise neun Jahre alt ist, und in der Gegenwart, wo sie als ältere Frau mit ihren Verwandten zu kämpfen hat, erzählt. Und zwar erzählt Framboise selbst, die sogar ab und zu den Leser anspricht. Manchmal entschuldigt sie sich für ihre Taten die sie als junges Mädchen getan hat, oder fragt ob der Leser auch verstehe was sie meint. Aber sie versucht nicht ihr Leben und ihre Taten in ein besseres Licht zu rücken. Nein, schonungslos und ohne um den heißen Brei zu reden offenbart sie uns ihr Leben und erst am Ende versteht man warum sie das tut. Dabei war mir die ältere Framboise viel sympatischer als die jüngere, unberechenbarere.
Die Geschichte scheint so echt, lebendig, ohne Schnörkeleien oder großen Gefühlsduseleien. Wenn ich es nicht besser wüsste hätte ich denken können Framboise Dartigen hätte es wirklich gegeben.
Joanne Harris hat hier ein kleines Meisterwerk geschaffen. Wobei vor den Kulissen des zweiten Weltkrieges Orangen, eine alte Kladde und ein riesiger Hecht eine gewichtige Rolle spielen.

 5ratten                                   
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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #1 am: 03. November 2008, 10:25:08 »

Ah, jetzt weiß ich endlich wieder, warum mir "Les Laveuses" im "Wo seid Ihr gerade"-Thread so bekannt vorkam.

Das Buch hat mir auch sehr gut gefallen, ich fand es wunderbar atmosphärisch :herz:
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chil

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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #2 am: 04. November 2008, 20:53:26 »

Bisher kenne ich nur "Chocolat" und deine Rezension zu diesem Buch, dennoch frage ich mich, woher diese Affinität der Protagonisten zu Süßspeisen kommt. Weiß man das?
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nanu?!

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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #3 am: 04. November 2008, 23:00:19 »

Bisher kenne ich nur "Chocolat" und deine Rezension zu diesem Buch, dennoch frage ich mich, woher diese Affinität der Protagonisten zu Süßspeisen kommt. Weiß man das?

Chocolat habe ich noch nicht gelesen. Aber die einzige Süßspeise die hier genannt wird, sind Orangen. Und die haben einen ganz anderen (ein wenig diabolischen) Hintergrund.
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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #4 am: 05. November 2008, 10:47:41 »

Vielleicht ist Frau Harris einfach ein Schleckermäulchen ;)

Aber es gibt von ihr auch Bücher ohne Süßspeisen :breitgrins:
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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #5 am: 08. November 2008, 21:28:57 »

Naja, wenn die Hauptdarstellerin eine Crêperie eröffnet, zählen doch Crêpes auch zu Süßspeisen, oder? Ja, vielleicht ist sie einfach nur ein Süßjunkie - soll ja vorkommen *unschuldigschau* :breitgrins:
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nanu?!

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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #6 am: 09. November 2008, 22:47:54 »

Ich meinte mit den Orangen eine Süßspeise die wichtig ist für das Buch.

Aber es stimmt das ständig irgendwelche Leckereien beschrieben werden. Von eingelegten Sardinen bis selbst gemachten Likör ist so ziemlich alles vertreten.
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simmilu

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Antw:Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #7 am: 20. Februar 2010, 21:12:18 »

 

Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange

Klappentext :

Der Duft von Orangen und das Geheimnis französischer Kochkunst : Framboise, die in ihrem französischen Heimatdorf eien Creperie betreibt, war von jeher eine Außenseiterin. Als ihr Neffe sie umbringen will, beschließt sie, die wahre Geschichte ihrer Kindheit zu erzählen - in der Orangen eine nicht ganz harmlose Rolle spielen. Und taucht wieder ein in die Welt, in der sich die ländliche idylle an der Loire rasch als trügerisch erweist...

Meine Meinung :

Ich bin total begeistert von diesem Buch !!
Wie zuvor Chocolat, hat mich nun auch dieses Buch von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen. So, das ich es in einem Rutsch durch las, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Ich hab mich die ganze Zeit gefragt, wie Kinder so aufwachsen können. Oder wie man mit soviel Hass und Ignoranz umgeht.
Framboise eröffnet in ihrem alten Heimatdorf eine Creperie, in der sie Speisen, aus alten Familienrezepten, anbietet. Die Kladde in der die Rezepte stehen und die sie von ihrer Mutter geerbt hat, wird zum Streitobjekt zwischen ihrem Neffen und ihr.
Sie erzählt allerdings auch eine Geschichte, der Framboise nur langsam auf die Schliche kommt und nur mit Hilfe von ihrem alten Freund Paul, kann sie die Puzzelstücke zusammen setzen. Und nach und nach kommt eine schreckliche Geschichte zutage, mit der ein ganzes Dorf zu tun hat, in der es viele Schuldige gibt, für die allerdings nur eine Person büßen musste....
Wie gesagt : Tolle Geschichte, geht unter die Haut, unbedingt lesen !!

Ich gebe :   5ratten
« Letzte Änderung: 20. Februar 2010, 21:15:51 von simmilu »
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Ich lese gerade :




:lesewetter:

Susan

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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #8 am: 12. August 2010, 22:43:16 »

Hallo,
ich lese gerade im zweiten Anlauf "Five quarters of the orange" und auf dem SUB liegt frisch gekauft "Blckberry wine".
Beide Bücher gehören zu der "food trilogy" (Infos auf Harris Homepage).
Chocolat hatte ich vor ein paar Jahren auf Deutsch gesehen und ja, auch die DVD habe ich (und mag sie, wenn sie auch sehr "märchenhaft" gestaltet ist; für Neugierige: Der Film müsste auch auf youtube noch zu finden sein...).
"Five quarters" ist ja sehr, sehr anders als Chocolat, nichts zum Aufheitern.
Blckberry wine scheint in mehrfacher Hinsicht genau in der Mitte zu liegen.

Was ich toll fand:
Ich habe gerade das "Rebecca-Musical" (duMaurier-Roman-Vorlage) "entdeckt".
Darin gibt es nach einem Zitat aus dem duMaurier-Buch ein Lied Zeit in einer Flasche.
Das Konzept "Zeit in einer Flasche" stellt ja praktisch die Grundidee von "Blackberry wine" dar! :zwinker:

Interessant finde ich auch, dass alle Bücher in den gleichen Orten spielen (Les Laveuse, Lansquenet) und teilweise die gleichen Personen in allen ? auf jeden Fall "Chocolat" & "Blackberry wine" vorkommen.

Hat jemand schon mal alle Bücher dieser "Reihe" gelesen?
Gehörten die für Euch irgendwie zusammen?

Ich hatte große Schwierigkeiten mich in "Five quarters" rein zu finden; hatte das schon Weihnachten angefangen, aber nur ein par Seiten geschafft, da zu viele Handlungsstränge angefangen wurden und ich keinen roten Faden fand.

Ich hatte auch mal "Costliners"


angefangen, kam aber außer mit Chocolat und dem Nachfolger ("Himmlische Wunder") anscheinend sonst nur mit ihren Kochbüchern problemlos klar! :zwinker:

LG von
Susan
« Letzte Änderung: 12. August 2010, 22:45:36 von Susan »
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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #9 am: 13. August 2010, 09:01:28 »

Ich habe "Chocolat", "Himmlische Wunder" und "Fünf Viertel einer Orange gelesen". Die ersten beiden gehören ja zusammen, weil es um Vianne und Anouk geht, die "Orange" hat allerdings ein paar kleine Querverbindungen zu "Himmlische Wunder", das fand ich nett. "Blackberry Wine" kenne ich nicht.
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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #10 am: 13. August 2010, 16:02:40 »

Ich habe Chocolat und Blackberry Wine gelesen. Chocolat hat mir unglaublich gut gefallen, ein Buch zum Träumen. Blackberry Wine hingegen war das genaue Gegenteil - langweilig, trist - weshalb ich es nich zu Ende gelesen habe.
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mondy

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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #11 am: 15. Januar 2012, 19:18:49 »

Meine Meinung
Ich kann mich der Meinung von simmilu und nanu?! nur anschließen: Tolles Buch! Bücher, die im 2. Weltkrieg angesiedelt sind, zählen normalerweise nicht zu meinen Favoriten, aber dieses hier hat mich von der ersten Seite an mitgerissen. Der Schreibstil ist einfach wunderbar fließend und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, Orangen oder eingelegte Früchte zu riechen. Hungrig sollte man dieses Buch auf jeden Fall nicht lesen, immer wieder werden diverse Speisen und deren Zubereitung beschrieben und zwar in einer Intensität, dass einem das Wasser im Munde zusammenläuft.

Das Kochen nimmt aber eigentlich nur einen kleinen Teil der Handlung ein. Framboise, die Hauptperson, erzählt von ihrer Kindheit während des 2. Weltkrieges und gleichzeitig von ihren Problemen in der Gegenwart. Letztendlich hängt alles zusammen, aber über diese Zusammenhänge wird sich Framboise selbst erst während des Erzählens klar. Es entsteht eine Geschichte, die einen als Leser wirklich berührt, weil der Ausgang ab einem bestimmten Zeitpunkt einfach unvermeidlich ist ... und alles beginnt mit einer Orange. Das etwas Katastrophales passieren wird, weiß man als Leser schon sehr früh, aber es ist unglaublich spannend, die Einzelteile Stück für Stück zu sammeln.

Die Erzählerin Framboise war mir sehr sympathisch. Klar, die Gegner in der Gegenwart sind deutlich als solche gekennzeichnet, so dass man einfach Mitleid mit Framboise haben muss. Aber gerade während des Krieges geschehen Dinge, die man ohne das Wissen von Framboise ohne zu Zögern verurteilt hätte ... so aber überlegt man schon, wie das eigentlich alles passieren konnte.

Ehrlich gesagt kann ich meine Begeisterung nicht wirklich auf den Punkt bringen, ich bin gerade mit nichts, was ich hier schreibe, zufrieden. Also mach ichs kurz: Lesen!
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Wir lesen uns rund um die Welt: 18/30
100 beliebtesten Bücher der Deutschen: 53/100

:lesen: "Metro 2033" (Dmitry Glukhovsky)

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Re: Joanne Harris - Fünf Viertel einer Orange
« Antwort #12 am: 18. Januar 2012, 12:05:47 »


Hat jemand schon mal alle Bücher dieser "Reihe" gelesen?
Gehörten die für Euch irgendwie zusammen?


Von dieser Reihe (wusste gar nicht das die zusammen gehören) habe ich jetzt "Fünf Viertel einer Orange" und "Chocolat" gelesen. Ich fand jetzt nicht das die in irgendeiner Weise zusammen gehörten. Außer vielleicht das es in beiden irgendwie um Essen ging, was für den Verlauf der Geschichte aber unwichtig war. "Fünf Viertel einer Orange" hat mir im nachhinein aber viel besser gefallen. Bei "Chocolat" fand ich den Film besser (was vermutlich auch an Jonny Depp liegen kann).
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