Hallo zusammen,
das ist ja ein nettes Thema! Ich finde es interessant eure Kindheitserinnerungen zu lesen

.
Ich war wohl auch schon immer bücher-irre (

). Ich weiß noch, dass die Bücher meiner Eltern schon immer eine magische Anziehungskraft auf mich ausübten. Ich zog sie aus dem Regal oder ließ sie mir geben und konnte stundenlang darin herum blättern. Wohlbemerkt: Bücher ohne Bilder und lesen konnte ich noch nicht. Für mich war das eine ganz eigene, geheimnisvolle Welt, zu der ich noch keinen Zugang hatte und die mich faszinierte und anzog. Vielleicht lag es auch daran, dass Lesen für mich etwas Erwachsenes war. Darin, dass ich noch nicht selbstständig lesen konnte, wurden mir die Einschränkungen des Kindseins bewusst. Außerdem wirkte meine Mutter immer so selig und entspannt, wenn sie las. Das wollte ich auch können.
Meine Eltern lasen mir auch viel vor. Vor allem Märchen. Manche wollte ich wieder und wieder hören, sodass ich sie recht schnell nahezu komplett auswendig kannte. Das war schlimm für meine Oma. Denn schlief ich bei ihr, schleppte ich meine Bücher mit und nun sollte sie mir vorlesen. Meine Oma war aber immer früh schon müde und las dann eher nachlässig und ein bisschen unlustig. Da wurde mal ein Satz mit halbgeschlossenen Augen etwas verdreht oder sogar übersprungen - und ich merkte es jedes Mal. Dann korrigierte ich sie zunehmend ungehaltener und meine arme Oma verstand nicht warum sie mir vorlesen sollte, wenn ich doch eh schon alles besser wusste

.
Es gab ein Mädchen in unserer Nachbarschaft, die war einige Jahre älter als ich. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als sie plötzlich zur Schule ging und dann lesen konnte. Sie musste mir aus diesen Pixiebüchlein vorlesen. Natürlich klang das noch furchtbar – aber immerhin. Damit war mein Anreiz endgültig geweckt und ich konnte dann auch recht bald selbst lesen.
Von diesem Zeitpunkt an versuchte ich zunächst relativ unkontrolliert alles zu lesen, was mir in die Finger kam. Lexika, Gesundheitsbücher, Karl May usw.. In die Bibliothek ging ich auch sehr häufig.
Dann entwickelten sich bei mir Phasen. Zum Beispiel las ich mindestens ein Jahr lang ausschließlich Naturführer, bzw. Bücher über die einheimische Flora und Fauna. Dann lange Zeit Fachbücher über Pferde. Dann nur „Was ist was?“ Bücher, bis ich alle durch hatte usw.. So ähnlich ist es heute manchmal noch. Ab und zu habe ich z.B. eine reine Thrillerphase oder ich lese fast nur Gedichte.
So ordentlich wie viele hier war ich leider nie. Ich hatte kein System in meinen Büchern und spielte auch nicht Bibliothek. Das ist allerdings bis heute bedauernswert. Eigentlich wäre das nämlich auch jetzt noch eine gute Idee. Ich weiß gar nicht, wie viele Bücher mir im Laufe der Jahre abhanden gekommen sind, weil ich sie verliehen, aber nie wieder zurückbekommen habe.
Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten, selbst ausgesuchten Roman erinnern. Er hieß „Das Mitternachtspony“ und ich las ihn im Urlaub rasend schnell und sehr gefesselt. Ich schätze, dass ich damals 9 Jahre alt war, und das war eine echte Offenbarung. Eigentlich müsste ich das mal wieder lesen...


Schönes Buch. Aus der Erinnerung würde ich jetzt sagen:

Liebe Grüße
Tia