Hier ist dann gleich auch meine Meinung zu dem Buch:
Jo Nesbø steht schon länger auf meiner Liste der Autoren, von denen ich etwas lesen will, so dass ich sehr gespannt auf das Buch war. Normalerweise fange ich Reihen gerne mit dem ersten Buch an und „Schneemann“ ist ja mittlerweile der 7. Teil der Reihe um Kommissar Hole. Dies hat mich aber nicht weiter gestört. Ich kannte Hole zwar nicht, aber dem Autor ist es mit vielen kleinen Informationen wie nebenbei gut gelungen, mir die Person nahezubringen. Ich hatte schnell das Gefühl, den Kommissar länger zu kennen. Und dieser Kommissar ist mir auch schnell sympathisch geworden, wenn es auch wieder ein „Problem-Kommissar“ ist, wie wir schon einige kennen. Aber er ist irgendwie anders, nicht so schwarz, ohne dass ich sagen könnte, warum ich das empfinde, ich mag ihn irgendwie. Vielleicht liegt es an seinem Witz, der immer mal wieder zum Vorschein kommt, oder daran, dass ich noch nicht so viel von ihm und seinen Problemen gelesen habe. Vielleicht geht mir auch sein Alkoholproblem doch irgendwann auf die Nerven. Wir werden sehen.
„Schneemann“ ist seit längerem mal wieder ein Krimi, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat und den ich kaum aus der Hand legen konnten. Schon die ersten Seiten haben eine düstere und spannende Stimmung erzeugt, die das ganz Buch über anhielt. Gerade die Szenen, in denen der Täter aktiv war oder sich seine kommende Aktivität andeutete, habe ich teilweise mit angehaltenem Atem gelesen. Teilweise hat es mich ganz schön gegraust.

Jo Nesbø ist es wirklich gut gelungen, eine spannende und an die Nerven gehende Atmosphäre entstehen zu lassen. Wenn der erste Schnee fällt, werde ich sie bestimmt wieder spüren.
Gut gefallen hat mir auch die Krimihandlung und die gut gemachten Rückblicke auf vorherige Geschehnisse, deren bedrohliche Bedeutung sich mehr und mehr in die aktuelle Handlung einfügte und einige Rätsel aufgab. Wenn ich anfangs einmal damit durcheinanderkam, so lag das an mir, denn ein Blick auf das Datum in der Kapitelüberschrift wäre hilfreich gewesen.

Obwohl mir ja tatsächlich der wahre Täter gleich bei seinem Auftauchen verdächtig war

, habe ich ihn aufgrund der mir fehlenden Zusammenhänge erst mal wieder verdrängt und konnte so gut mitfiebern und mich von der ein oder anderen Wendung überraschen lassen. Manch falsche Fährte habe ich zwar gleich durchschaut, aber durch die Gefahr, die deshalb natürlich immer noch im Hintergrund lauerte und die möglichen Verbindungen, die diese Fährten mit den Taten und dem Täter haben könnten, entstand eine Nervenanspannung, die sich noch steigerte, als mir klar wurde, dass mein Anfangsverdacht wohl doch stimmte. Dadurch entstand ein Sog beim Lesen, der einen immer weiter und weiter blättern ließ bis zum spannenden Finale. Und auch wenn ich den Täter schon lange ahnte, wirklich erkannt habe ich ihn trotzdem nicht.

Ein toller spannender Krimi von Jo Nesbø, dessen Bücher jetzt alle auf meiner Wunschliste gelandet sind.
