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Autor Thema: Alan Bennett - Die souveräne Leserin  (Gelesen 5510 mal)

Aurian

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Re: Alan Bennett - Die souveräne Leserin
« Antwort #30 am: 19. November 2010, 13:29:08 »

Ich habe am WE das Buch gelesen. Habe mir das Buch ingesamt witziger vorgestellt, aber so manche Szenen waren schon drollig.
Habe mir mal die Arbeit gemacht und mir die genannten Autoren rausgeschrieben, vielleicht ist ja der ein oder andere Autor dabei, den man lesen könnte,.
Virgina Woolf würde mich interessieren oder aber Nancy Mitford.

Für Interessiert hier die Liste:
Danke, dass du die Liste hier eingestellt hast!  :bussi:

LG, Aurian
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tina

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Re: Alan Bennett - Die souveräne Leserin
« Antwort #31 am: 01. April 2011, 21:48:25 »

Alan Bennett – Die souveräne Leserin


OT: The uncommen Reader
OA: 2007
120 Seiten
ISBN: 978-3803112545

Kurzbeschreibung:

Wer hätte gedacht, dass eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur so gut zusammenpassen? Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma'am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus - und kommt auf den Geschmack.(Quelle: Amazon)

Eigene Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um eine äußerst vergnügliche Lektüre. Protagonistin ist die Queen höchstpersönlich und sie wird äußerst liebenswürdig und sehr menschlich dargestellt. Die Geschichte zeigt am Beispiel einer uns allen bekannten Persönlichkeit, dass Literatur etwas ist, für das es sich lohnt seine Zeit zu opfern, wobei opfern natürlich der völlig falsche Ausdruck ist. Sich die Zeit leisten, sie sich gönnen das sind wohl angebrachtere Ausdrücke. Auch wenn man noch so beschäftigt ist und noch so viele Verpflichtungen hat, wie zum Beispiel die Königin von England, so hat man doch immer die Möglichkeit sich die Zeit zum Lesen zu nehmen. Literatur ist jedem zugänglich, unabhängig von Einkommen und gesellschaftlichem Stand und es ist eine Bereicherung für das eigene Leben. Man kann sich selbst und andere in den Büchern wiederfinden, findet Parallelen zum eigenen Leben und wird doch des Öfteren beim Lesen eines Buches dazu angeregt über das eigene Leben sehr viel bewusster nachzudenken.  Dieses Buch ist eine Hommage an die Literatur jedweden Genres. Ich war nach dieser Lektüre sehr froh über die Tatsachen, dass ich zum Glück nie Rechenschaft darüber ablegen muss, warum ich schon wieder lese.
Interessant wäre es gewesen zu erfahren, was die wahre Queen von diesem Buch hält.

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Isadora

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Re: Alan Bennett - Die souveräne Leserin
« Antwort #32 am: 07. Dezember 2011, 01:27:38 »

Bin eigentlich durch die Hörbuch-Rezension hier gelandet und das Buch ist sofort auf meinem Wunschzettel gelandet - klingt sehr vielversprechend! Ich wollte nur anmerken, dass ich - wo ich sonst gerne mal über Übersetzer motze - es hier besonders gelungen finde, wie das britische "The Uncommon Reader" (im doppelten Sinne von "ungewöhnlich" und nicht zu den "Commons", also den Bürgerlichen gehörend) zu "Die souveräne Leserin" (also im Sinne von "der Sache gewachsen" und dem politischen Souverän) wurde. Das sind schon Feinheiten, da freue ich mich immer, wenn es jemand schafft, das von einer Sprache in die andere zu transponieren, obwohl hier ja gar nicht wortwörtlich übersetzt wurde.  :smile:
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Ophelia

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Re: Alan Bennett - Die souveräne Leserin
« Antwort #33 am: 07. Dezember 2011, 08:34:51 »

Das Buch habe ich mir zu Weihnachten gewünscht, mal sehen, ob ich es auswickeln darf. Unabhängig davon werde ich es aber eh noch lesen, da ich die Idee sehr hübsch finde.  :smile:
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Ophelia

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Re: Alan Bennett - Die souveräne Leserin
« Antwort #34 am: 26. Dezember 2011, 13:06:47 »

Was für ein amüsantes Buch!
Die Queen gerät durch ihre frechen Hunde an einen Bücherwagen der städtischen Bibliothek und leiht aus Höflichkeit ein Buch aus. Doch erst mit der zweiten oder dritten Lektüre wird sie hineingesogen in die Lesesucht, die uns hier im Forum so wohlbekannt ist. Bald schon ist sie nur noch mit einem Buch vor der Nase vorzufinden, ihr repräsentativer Alltag wird ihr immer mehr zu Last, weil sie merkt, wie wenig Zeit sie eigentlich für sich selbst hat. Das ist ihr vorher aber nie aufgefallen, da sie sich als Queen keine Hobbies und Vorlieben leisten kann. Und sie bereut zutiefst, dass sie beinahe 80 Jahre alt werden musste, um die wunderbare Welt der Literatur für sich zu entdecken. Der homosexuelle rothaarige Koch Norman, der die Queen mit neuen Leseideen versorgt, steigt bald auf zu ihrem persönlichen Buchassistenten, was niemandem zu gefallen scheint, ist Norman doch "vom anderen Ufer" und außerdem ein "hässlicher Karottenkopf". Doch die Queen schert sich wenig um die Meinung anderer. Es erstaunt sie nur sehr, auf wie wenig Gegenliebe ihre neue Lieblingsbeschäftigung stößt. Man behandelt sie, als würde sie langsam an Alzheimer erkranken - es ist das Alter, munkelt man am Hofe. Doch die Queen hat sich nie geistig fitter und ausgefüllter gefühlt, seitdem sie liest.

Ein wirklich sehr britisches, kurzweiliges Büchlein, das einem den einen oder anderen Schmunzler entlockt. Natürlich ist alles sehr überspitzt dargestellt und ich bezweifle, dass ihre Diener und Berater ihr jemals mit so takt- und respektlosen Worten begegnen würden, wie sie es hier tun, nichtsdestotrotz ist dieses Buch ein wahres Lesevergnügen mit einem überraschenden, aber passenden Ende.

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Kiala

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Re: Alan Bennett - Die souveräne Leserin
« Antwort #35 am: 05. Januar 2012, 17:27:21 »

Hm. So ganz kann ich den Satz  aus der Amazonbeschreibung „..für den Leser bleibt kein Auge trocken.“ nicht unterschreiben.
Schreiend komisch ist „Die souveräne Leserin“ in meinen Augen nicht, sondern der Humor kommt auf wesentlich dezenteren Pfoten daher.
Heiter und ironisch erzählt Alan Bennett von der Queen, die das Lesen für sich entdeckt und damit bei keinem rechte Freude hervorruft.
Dabei bleibt der Erzählstil eher distanziert und kühl. Als Leser kann man sich so nicht wirklich emotional auf die Geschehnisse einlassen, andererseits passt der zurückhaltende Ton genau zur Queen, wie sie beschrieben wird.

Nicht wirklich ganz nachvollziehbar war für mich die Reaktion des Umfelds der Queen, die mir doch deutlich zu Einseitig in ihrer Negativität war.
Natürlich macht gerade diese den größten Teil des Humors aus, aber ich kann und will nicht glauben, dass wirklich der gesamte Hofstaat und die gesamte versammelte englische Hochpolitik solche Bücherhasser sein sollen.
Etwas weniger Einseitigkeit hätte hier gut getan.

Viel Freude hatte ich als die Queen nach und nach das Lesen entdeckt, aber zum Ende hin fand ich ihre Entwicklung leider eher enttäuschend. Ich bin jedenfalls nicht der Meinung, dass das Schreiben die natürliche und logische Weiternetwicklung eines Lesers ist. Irgendwie wurde in meinen Augen das Lesen so sogar in meinen Augen herabgewürdigt.
Und das hat das Lesen nun wirklich nicht verdient.
Die letzte Szene hat mit allerdings wieder so gut gefallen, dass ich das Buch doch noch versöhnt aus der Hand legen konnte.

 3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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Bluebell

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Re: Alan Bennett - Die souveräne Leserin
« Antwort #36 am: 02. April 2012, 23:10:08 »



Ich habe das Buch auch auf Englisch gelesen, weil ich irgendwie schon den Verdacht hatte, dass es mir für eine Übersetzung einfach too British sein würde.  :breitgrins:

Der Humor kam sehr gut bei mir an - wie erwartet keine brüllenden Schenkelklopfer, sondern typisches englisches Understatement zum Schmunzeln.

Manche Stellen waren origineller, andere weniger originell, aber im Großen und Ganzen scheint Alan Bennett schon ein feiner Beobachter und ein begabter Skizzierer zu sein. Wie von meinen Vorpostern bereits erwähnt wurde, findet sich der durchschnittliche Literaturschocker im bibliophilen Werdegang der Queen sicher oft genug wieder. Dafür, dass das Buch so dünn ist, stößt man außerdem auf überraschend viele kluge Bemerkungen, die sowohl im jeweiligen Kontext als auch als herausgelöste Zitate bestimmt gut funktionieren.

Was mich aber tatsächlich am meisten interessieren würde, wäre (wie tina schon geschrieben hat) die Meinung der realen Elizabeth II. Irgendwie wünscht man sich, dass sie sehr ähnlich wie die fiktive Queen tickt, aber es würde mich auch nicht wundern (wenn auch ein bisschen traurig stimmen), wenn sie ganz und gar not amused wäre. Immerhin wirft der Autor ein, wenn auch immer respektvolles, so doch nicht nur schmeichelhaftes Licht auf die britische Monarchin und ich frage mich, wie souverän  :zwinker: sie auf so manche durch das Buch transportierte Kritik (manchmal sind es auch eher "Denkvorschläge") reagieren würde.
Aus irgendeinem Grund bin ich mir jedenfalls fast sicher, dass sie das Buch schon gelesen hat.  :smile:

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"Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."