Hm. So ganz kann ich den Satz aus der Amazonbeschreibung „..für den Leser bleibt kein Auge trocken.“ nicht unterschreiben.
Schreiend komisch ist „Die souveräne Leserin“ in meinen Augen nicht, sondern der Humor kommt auf wesentlich dezenteren Pfoten daher.
Heiter und ironisch erzählt Alan Bennett von der Queen, die das Lesen für sich entdeckt und damit bei keinem rechte Freude hervorruft.
Dabei bleibt der Erzählstil eher distanziert und kühl. Als Leser kann man sich so nicht wirklich emotional auf die Geschehnisse einlassen, andererseits passt der zurückhaltende Ton genau zur Queen, wie sie beschrieben wird.
Nicht wirklich ganz nachvollziehbar war für mich die Reaktion des Umfelds der Queen, die mir doch deutlich zu Einseitig in ihrer Negativität war.
Natürlich macht gerade diese den größten Teil des Humors aus, aber ich kann und will nicht glauben, dass wirklich der gesamte Hofstaat und die gesamte versammelte englische Hochpolitik solche Bücherhasser sein sollen.
Etwas weniger Einseitigkeit hätte hier gut getan.
Viel Freude hatte ich als die Queen nach und nach das Lesen entdeckt, aber zum Ende hin fand ich ihre Entwicklung leider eher enttäuschend. Ich bin jedenfalls nicht der Meinung, dass das Schreiben die natürliche und logische Weiternetwicklung eines Lesers ist. Irgendwie wurde in meinen Augen das Lesen so sogar in meinen Augen herabgewürdigt.
Und das hat das Lesen nun wirklich nicht verdient.
Die letzte Szene hat mit allerdings wieder so gut gefallen, dass ich das Buch doch noch versöhnt aus der Hand legen konnte.
