Ich habe Literaturschock im Buckingham Palace zwar noch nicht empfohlen, aber das Bennett-Buch empfehle ich an dieser Stelle gerne weiter:
Meine EindrückeDer Bücherbus im Buckingham Palace lässt das strenge Hofprotokoll aus den Fugen geraten: Zwar ist die erste Lektüre der Queen ein Griff daneben und trockene Kost, aber bereits die weitaus bessere zweite sorgt dafür, dass die Queen eine treue Bibliotheksnutzerin wird. Ihr zur Seite steht ein Küchenjunge, der sich dank seiner Tipps und auch in Ermangelung anderer Gleichgesinnter plötzlich in steter Nähe zur Queen bewegen darf. Dem royalen Gatten ist's gleichgültig; weniger Gefallen findet der Privatsekretär an der neuen Beschäftigung seiner Dienstherrin. Sie wird chronisch unpünktlich und übersieht z. B. immer wieder, dass sie Kleidungsstücke mehrfach trägt.
Es stellt sich heraus, dass die Queen sicher wenig Erfahrung mit Belletristik hat, dafür aber mit deren Autoren. Der einen hat sie einen Orden verliehen, einen anderen bei Banketten mit royalen Smalltalk Anerkennung gezollt. Verbunden mit dem neuen Hobby beginnt die Queen, sich Gedanken über ihre Mitmenschen zu machen und immer wieder vom strengen Hofprotokoll abzuweichen. Zeit für's Personal, der Queen die Vorlieben ganz intrigant madig zu machen.
Ganze 115 Seiten hat Bennetts Werk, aber es ist gespickt mit Witz und Charme und mit ganz und gar britischem Humor (bestes Beispiel dafür ist der Überraschungseffekt am Ende). Fast jeder Seite gelingt es, micht zum Schmunzeln zu bringen und überall stecken kleine, aber feine Gedanken über die Literatur, die das Zeug zum Aphorismus haben. Ein perfektes Geschenk für den begeisterte Leser, wäre da nicht die Gefahr, dass der das schon längst besitzen könnte

