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Autor Thema: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen  (Gelesen 3983 mal)

Valentine

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #30 am: 15. Dezember 2011, 11:52:45 »

Ich mochte zwar beide Hosseinis gerne, aber die Kritikpunkte kann ich schon nachvollziehen, besonders bei den "Sonnen".
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Kirsten

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #31 am: 15. Dezember 2011, 12:58:38 »

Hallo!

Mir hat sowohl Der Drachenläufer als auch Tausend strahlende Sonnen gut gefallen. Trotzdem kann ich diese Aussage von dir nachvollziehen:

Natürlich will man von Büchern emotional angeregt werden, das stimmt schon. Aber ich persönlich finde nicht, dass diese Schockeffekte allein wirklich tiefe Emotion erzeugen können. Dafür müssten sie aus der Tiefe der Figuren oder der Handlung kommen, aber da ist einfach keine.

Ich kann mich erinnern, dass ich besonders bei Tausend strahlende Sonnen teilweise sprachlos war. Aber  trotz aller Betroffenheit hat die Geschichte keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen, wie ich jetzt nach einiger Zeit merke. Das mag durchaus an der von Dir erwähnten mangelnden Tiefe liegen. Die brauche ich schon dazu. Ansonsten berührt mich ein Buch aus der Handlung heraus, aber später sind die Gefühle weg. Wobei ich nicht ausschließen möchte dass es mir beim zweiten Lesen noch einmal so geht.

Liebe Grüße
Kirsten

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Ein Kind ist ein Buch, aus dem wir lesen und in das wir schreiben sollten.

Tammy1982

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #32 am: 18. Dezember 2011, 12:03:00 »

Hallo Ihr Lieben,

ich war sowohl von Der Drachenläufer, als auch von Tausend strahlende Sonnen begeistert und kann das auch heute noch genau so sagen.

Natürlich will man von Büchern emotional angeregt werden, das stimmt schon. Aber ich persönlich finde nicht, dass diese Schockeffekte allein wirklich tiefe Emotion erzeugen können. Dafür müssten sie aus der Tiefe der Figuren oder der Handlung kommen, aber da ist einfach keine. Ich bin ja ein großer Verfechter von "Show, don't tell" und Hosseini gehört zu den Autoren, die das so gar nicht beherrschen. Wenn ein Autor das wirklich kann, dann braucht er keine Schockeffekte, dann empfindet man automatisch mit seinen Figuren. Oder zumindest bin ich so gestrickt, bei anderen mag das sicher anders sein.

Dass mit den Schockeffekten stimmt schon, jedoch finde ich, dass gerade dieser distanzierte Ton von Hossini, den er die ganze Zeit an den Tag legt, diese "Schock-Szenen" bei mir so richtig eingebrannt hat. Überhaupt das Schicksal der beiden Hauptfiguren hat mich gerade durch diese Distanz, die der Autor an den Tag legt, viel mehr mitgenommen, als wenn er den Figuren näher gekommen wäre. Ist schwer zu beschreiben, aber ich kann auch gut verstehen, dass gerade dieser Abstand, den der Autor aufbaut, gar nicht gefallen kann.

Spannend und man kann wieder sehen, wie verschieden die Geschmäcker doch sind!  :breitgrins: :zwinker:

Liebe Grüße
Tammy  :winken:
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Ophelia

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #33 am: 04. Januar 2012, 21:12:46 »

Ich bin gerade etwas über der Hälfte und kann ehrlich gesagt eure zahlreichen hochlobenden Worte nicht ganz nachvollziehen. Meiner Meinung nach schreibt Hosseini ziemlich emotionslos und distanziert, mich berührt das ganze Geschehen irgendwie kaum. Auch finde ich, dass man merkt, dass es ein Mann geschrieben hat, so wenig, wie er in die Psyche einer Frau einzudringen vermag (zumindest literarisch^^). Ich werde es aber auf alle Fälle weiterlesen (ist ja ein SLW-Buch) und dann eine abschließende Meinung schreiben, wenn ich mir im Klaren darüber bin, was genau ich an dem Buch komisch finde, denn etwas ist da noch.  :gruebel:
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Ophelia

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Re: Khaled Hosseini - Tausend strahlende Sonnen
« Antwort #34 am: 06. Januar 2012, 12:08:33 »

Auch nach Ende der Lektüre kann ich zu keinem viel positiveren Fazit kommen. Im Großen und Ganzen stimme ich @Pandora zu, die meine Kritikpunkte schon wunderbar in Worte gefasst hat.

Was mich sehr gestört hat: Ich empfand Hosseinis Schreibstil als sehr distanziert und größtenteils emotionslos. Es wird ein Frauendrama vor der Kulisse politischer und religiöser Umwälzungen und Kriege im Land erzählt. Doch wirkt die Erzählweise sehr bemüht, sehr angestrengt. Man merkt es einfach, dass dies von einem Mann geschrieben wurde. Er dringt nicht sehr tief in die Seelen seiner Charaktere ein und vermag ihre Denk- und Handlungsweisen nicht immer plausibel darzustellen. Die beiden Protagonistinnen Laila und Mariam ähneln sich meiner Meinung nach zu sehr, ab und an habe ich sie miteinander verwechselt.

Der Plot wirkt arg konstruiert und vorausschaubar. Ich hätte was drauf gewettet, dass eine der Frauen
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. Wenn schon Frauenschicksale, dann bitte ohne ständig auf die Tränendrüse zu drücken, und ohne diese dümmliche Schwarz-Weiß-Malerei. Die sogenannten "Schockeffekte" (verstümmelte Leichen) sind sehr ungeschickt in die Geschichte eingeworfen, so als ob der Autor sich darum bemüht, nach vermeintlich positiv-emotionalen Szenen wieder etwas Gewalt einzustreuen, damit der Leser auch nicht vergisst, dass die Handlung in einem Kriegsgebiet spielt. Ebenso kurz, oberflächlich und "nebenbei" erfährt der Leser von den verschiedenen Machtwechseln, von der Machtergreifung der Taliban und vom 11. September. Er versäumt es allzu oft, die Reaktionen, die das auf die Protagonisten haben muss, plausibel und realistisch darzustellen. Das Ende ging mir auch nicht sehr nahe, da ich schon etwas geahnt habe, was passieren wird, und es ist natürlich recht kitschig.

Ich bin ja ein großer Verfechter von "Show, don't tell" und Hosseini gehört zu den Autoren, die das so gar nicht beherrschen.
Das trifft es genau! Hosseini schreibt zwar, dies und das ist passiert, aber er entwickelt keine weiteren Gedankengänge dazu, geschweige denn, dass er durch seine Charaktere eine indirekte Wertung zu dem Geschehen abgibt.

Ich muss dazu sagen, dass ich dieses Buch von mir selbst aus nie gekauft/ gelesen hätte, aber da es ein Geschenk war, dachte ich: einen Versuch ist es wert. Es fällt nämlich thematisch auch gar nicht in mein Beuteschema. Dennoch habe ich versucht, ohne Erwartungshaltung an das Buch heranzugehen. An einigen Stellen war es durchaus interessant zu lesen, vor allem zu Beginn, aber Weltliteratur ist dies nicht. Hosseini hätte eine einzigartige Geschichte daraus machen können, die sich von anderen abhebt. Doch angesichts der holprigen und ungeschickten Erzählweise und der viel zu flachen Entwicklung von Charakteren und Hintergründen vergebe ich nur

2ratten:marypipeshalbeprivatmaus:




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