Auch nach Ende der Lektüre kann ich zu keinem viel positiveren Fazit kommen. Im Großen und Ganzen stimme ich @Pandora zu, die meine Kritikpunkte schon wunderbar in Worte gefasst hat.
Was mich sehr gestört hat: Ich empfand Hosseinis Schreibstil als sehr distanziert und größtenteils emotionslos. Es wird ein Frauendrama vor der Kulisse politischer und religiöser Umwälzungen und Kriege im Land erzählt. Doch wirkt die Erzählweise sehr bemüht, sehr angestrengt. Man merkt es einfach, dass dies von einem Mann geschrieben wurde. Er dringt nicht sehr tief in die Seelen seiner Charaktere ein und vermag ihre Denk- und Handlungsweisen nicht immer plausibel darzustellen. Die beiden Protagonistinnen Laila und Mariam ähneln sich meiner Meinung nach zu sehr, ab und an habe ich sie miteinander verwechselt.
Der Plot wirkt arg konstruiert und vorausschaubar. Ich hätte was drauf gewettet, dass eine der Frauen
ihren Mann Raschid tötet. Ebenso klar war, das Tarik noch am Leben ist.

. Wenn schon Frauenschicksale, dann bitte ohne ständig auf die Tränendrüse zu drücken, und ohne diese dümmliche Schwarz-Weiß-Malerei. Die sogenannten "Schockeffekte" (verstümmelte Leichen) sind sehr ungeschickt in die Geschichte eingeworfen, so als ob der Autor sich darum bemüht, nach vermeintlich positiv-emotionalen Szenen wieder etwas Gewalt einzustreuen, damit der Leser auch nicht vergisst, dass die Handlung in einem Kriegsgebiet spielt. Ebenso kurz, oberflächlich und "nebenbei" erfährt der Leser von den verschiedenen Machtwechseln, von der Machtergreifung der Taliban und vom 11. September. Er versäumt es allzu oft, die Reaktionen, die das auf die Protagonisten haben
muss, plausibel und realistisch darzustellen. Das Ende ging mir auch nicht sehr nahe, da ich schon etwas geahnt habe, was passieren wird, und es ist natürlich recht kitschig.
Ich bin ja ein großer Verfechter von "Show, don't tell" und Hosseini gehört zu den Autoren, die das so gar nicht beherrschen.
Das trifft es genau! Hosseini schreibt zwar, dies und das ist passiert, aber er entwickelt keine weiteren Gedankengänge dazu, geschweige denn, dass er durch seine Charaktere eine indirekte Wertung zu dem Geschehen abgibt.
Ich muss dazu sagen, dass ich dieses Buch von mir selbst aus nie gekauft/ gelesen hätte, aber da es ein Geschenk war, dachte ich: einen Versuch ist es wert. Es fällt nämlich thematisch auch gar nicht in mein Beuteschema. Dennoch habe ich versucht, ohne Erwartungshaltung an das Buch heranzugehen. An einigen Stellen war es durchaus interessant zu lesen, vor allem zu Beginn, aber Weltliteratur ist dies nicht. Hosseini hätte eine einzigartige Geschichte daraus machen können, die sich von anderen abhebt. Doch angesichts der holprigen und ungeschickten Erzählweise und der viel zu flachen Entwicklung von Charakteren und Hintergründen vergebe ich nur

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