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Autor Thema: Nick Hornby - A Long Way Down  (Gelesen 6577 mal)

chil

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Re: Nick Hornby - A Long Way Down
« Antwort #45 am: 29. September 2008, 23:26:27 »

Die Meinungen hier zu diesem Buch sind ziemlich durchwachsen. Ich finde sowas ja immer herrlich. Das erinnert mich immer wieder daran, dass erst Vielfalt interessant wird.  :winken:

Niechen

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Re: Nick Hornby - A Long Way Down
« Antwort #46 am: 12. Oktober 2008, 16:06:15 »

Hui, das Buch habe ich auch vor einiger Zeit gelesen. ;)

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, denn ich finde, dass das Thema Selbstmord in diesem Buch auf besondere Art und Weise behandelt wurde. Man hat nicht das Gefühl, dass es besonders melancholisch wirken wollte, es kam direkt aus dem Leben.
Die Charaktere waren für mich alle sehr interessant und vor allem auch unterschiedlich, wobei ich mich leider mit keinem besonders identifizieren konnte.

Dennoch denke ich, dass das Thema sehr sensibel behandelt wurde, so dass niemand das Gefühl hat, dieses Thema wurde aufs Korn genommen.

Die Sprache hat mir auch sehr gut gefallen, wobei ich erwähnen muss, dass ich es auf Englisch gelesen habe, weil ich mich auch verbessern wollte im Englischen. :smile:

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Nirika

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Re: Nick Hornby - A Long Way Down
« Antwort #47 am: 12. Oktober 2008, 23:22:20 »

Hallo!

Ich erinnere mich, dass ich das Buch am Anfang ganz gut fand und mich dann zunehmend fragte, warum ich das lese. Ich hatte das Gefühl im Kreis herumzugehen ohne das was passiert.

Liebe Grüße

Nirika
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» Hast du denn Verstand?« fragte Krähenschreck.
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(L.F. Baum; Der Zauberer von Oz)

Erendis

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Antw:Nick Hornby - A Long Way Down
« Antwort #48 am: 23. August 2009, 00:10:28 »

Meine Meinung:

Ich las dieses Buch im Zuge des SLW 2009 und bin recht angetan, wenn auch nicht restlos begeistert.

Vier sehr unterschiedliche Charaktere treffen sich auf einem Hochhausdach mit dem Vorhaben, an dieser Silvesternacht ihr Leben zu beenden. Doch der Zufall ihres Aufeinandertreffens hält sie von genau dieser Verzweiflungstat ab.

Schon zu Beginn erfährt man die individuellen Beweggründe für den Selbstmordversuch und erhält damit schon einmal einen guten Einblick in das Leben der Figuren. Die Charaktere werden liebevoll entwickelt und allesamt haben sie ihre Eigenarten und Macken, welche sie erst richtig liebenswert machen. Die vier sind grundverschieden - und so findet wohl jeder geneigte Leser eine Person, mit der er sich identifizieren kann.

Da ist die recht konservative Maureen, die einen behinderten Sohn - den sie trotz allem sehr liebt - zu pflegen hat und aus diesem Grund vereinsamt ist. Es fällt ihr sehr schwer, sich wieder in die Gesellschaft einzufinden, welche sie (mit Ausnahme der Kirche) in der Vergangenheit gemieden hat. Noch schwerer fällt es ihr, wieder auf einem eigenen Leben zu bestehen und zu begreifen, dass sie trotz ihres Sohnen auch ein Recht auf ein eigenes Leben hat. Maureen ist sehr liebenswert und weiß im Laufe der Geschichte so manches Mal zu überraschen. Sie macht im Laufe der Geschichte meiner Meinung nach die größte Entwicklung durch und ist somit eine sehr interessante Figur.

Zudem gibt es Martin, den Showmaster, welcher sich in Verruf gebracht hat, indem er mit einer 15-Jährigen schlief. Nicht nur, dass er eine Gefängnisstrafe verbüßen musste - nein, er ist auch noch dem Spott und der Verachtung der Öffentlichkeit ausgesetzt, worunter er sehr leidet. Martin wurde mir im Verlauf des Buches nicht wirklich symphatisch - auch er hat sich zwar entwickelt, doch ich empfand ihn das gesamte Buch hindurch als "Stinkstiefel".  :smile: Auch konnte ich manche seiner Handlungen einfach nicht nachvollziehen - an mehreren Stellen des Buches hätte ich ihm am liebsten mal so richtig die Meinung gegeigt. Nun ja, das tun ja auch andere Charaktere zur Genüge...

JJ empfand ich als den ruhenden Pol des Quartetts - er leidet unter der Auflösung seiner Band, in der er den Sinn des Lebens sah - und unter der Trennung von seiner Freundin. JJ war mein Liebling in dem Buch - ein Musiker mit Leib und Seele und außerdem sehr gutmütig, auch wenn er genauso gerne Kraftausdrücke verwendet wie Jess und Martin. JJ irrt ziemlich perspektivlos durch sein Leben und muss sich mit Gelegenheitsjobs durchschlagen, so dass er keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Im Vergleich zu den anderen Charakteren erscheinen seine Gründe für den Selbstmordversuch vielleicht zunächst recht trivial, doch beim genaueren Nachdenken darüber kam ich auch ganz schnell zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall ist, dass seine Gründe doch schwer wiegen. JJ's Abschnitte im Buch haben mich immer am nachdenklichsten gestimmt, deshalb habe ich ihn auch zu meinem Favoriten auserkoren (auch wegen seiner Vorliebe für Bücher, auch wenn er nicht immer zu verstehen scheint, was er da liest  :zwinker:).

Die Vierte im Bunde ist Jess. Sie hat eine sehr aufbrausende Natur, was teilweise etwas anstrengend war, aber als ich nach und nach ihre Vorgeschichte und ihre familiären Umstände kennen lernte, entwickelte ich auch ein gewisses Verständnis für sie. Jess erschien mir teilweise etwas naiv und ich hätte sie nicht selten am liebsten mal kräftig durchgeschüttelt, so unnachvollziehbar und impulsiv erschienen mir ihre Handlungen. Trotzdem ist sie im Grunde kein schlechter Mensch und macht auch während des Buches eine recht interessante - wenn auch subtile - Entwicklung durch.

Gut fand ich, dass alle vier Charaktere ihre Geschichte aus der Perspektive eines Ich-Erzählers schildern und dabei ihren ureigenen "Schreibstil" verwenden. Das bringt dem Leser die Charaktere schnell näher und unterstreicht ihre Persönlichkeit.
Die Kraftausdrücke störten mich persönlich nicht und sie schienen mir auch sehr realistisch - schließlich benutzt doch wirklich die Mehrheit der Menschen ab und zu mal einen solchen Ausdruck (ich übrigens auch  :breitgrins:). Und bei jungen, aufbrausenden Menschen wie Jess kommen diese natürlich inflationär zum Einsatz.

Ein kleiner Mangel war nur, dass das Buch meinem Empfinden nach manchmal ein wenig vor sich hin plätscherte und Längen aufwies, insbesondere zum Ende hin. Da kamen dann auch mal Nebenhandlungen vor, die meiner Meinung nach nicht unbedingt nötig gewesen wären.
Alles in allem hatte ich jedoch viel Spaß mit dem Buch, habe über den spritzigen Humor des Buches geschmunzelt und war auch an der einen oder anderen Stelle berührt und betroffen.

Das Buch ist für mich eine schöne Liebeserklärung an das Leben, das trotz all seiner Härten und Schwierigkeiten doch immer wieder schöne Dinge für die Menschen bereithält. Eine nette Leseerfahrung, die von mir

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erhält.

Sorry, dass diese Rezension nun eher zu einer kleinen "Charakterstudie" geworden ist...  :zwinker:
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LG,
Erendis

:lesen: Cormac McCarthy - The Road
:lesen: Wolfram Fleischhauer - Die Verschwörung der Engel

SLW 2010: 6/10
Weltreise: 0/31

Worse than not realizing the dreams of your youth, would be to have been young and never dreamed at all.
—Jean Genet

Doris

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Antw:Nick Hornby - A Long Way Down
« Antwort #49 am: 16. Januar 2010, 22:52:41 »

In einer Silvesternacht treffen sich zufällig vier völlig unterschiedliche Menschen mit dem Vorhaben, in den Tod zu springen, auf einem Hochhaus in London. Da keiner von ihnen den Anfang machen möchte, beschließen sie spontan, der jungen Jess aus ihrem Dilemma zu helfen, was sie alle vorerst von ihrem Vorhaben abbringt und ihr Schicksal in ungeplante Richtungen führt.

Hornby nimmt sich eines sensiblen Themas an und verpackt es in eine auf den ersten Blick humorvolle Geschichte. Da er die Handlung abwechselnd von den vier Protagonisten erzählen lässt, bekommt man aufschlussreiche Einblicke in die Gefühlswelt der vier. Ihre Beweggründe sind ganz unterschiedlicher Natur, aber nicht in allen Fällen liegen sie klar auf der Hand, sondern stehen zwischen den Zeilen und offenbaren sich erst im späteren Verlauf der Handlung.

Die interessanteste und vielschichtigste Figur war für mich Jess, auch wenn sie eher negativ und pessimistisch erscheint. Sie ist zwar sehr offen und schildert ihre Gedanken und Gefühle in jugendlicher Unbekümmertheit, doch erst mit der Zeit erkennt man, dass viel mehr in ihre Persönlichkeit steckt, als auf den ersten Blick wahrnehmbar ist. Trotz ihres jugendlichen Alters ist sie die treibende Kraft innerhalb der Gruppe, vielleicht ist sie es auch deshalb, weil sie noch nicht alle Illusionen verloren hat. 

Die Geschichte kommt mit wenigen Schauplätzen und Handlungen aus, alle wesentlichen Fortschritte werden gedanklich oder in Gesprächen erzielt, durch die sich die Gruppe selbst therapiert. Durch die sehr einfache Ausdrucksweise und die Schwächen, die die vier offenlegen, wirkt das Geschehen sehr real, auch wenn im Hinterkopf immer der Gedanke bleibt, dass solch ein Zusammentreffen von mehreren Lebensmüden doch sehr abstrus ist.

Ich habe die englische Ausgabe gelesen, die wegen Jess‘ zahlreichen umgangssprachlichen Ausdrücken teilweise schwer zu verstehen war. Hoffentlich sind mir nicht zu viele kleine Spitzfindigkeiten entgangen, die den Reiz dieses Romans ausmachen. In der Leserunde sind wir noch etwas mehr ins Detail gegangen.

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Es ist nicht wenig Zeit, was wir haben,
sondern es ist viel, was wir nicht nützen.
Lucius Annaeus Seneca

Horusina

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Re: Nick Hornby - A Long Way Down
« Antwort #50 am: 13. April 2010, 19:53:06 »

Hallo,

angelockt von euren begeisterten Rezensionen, dem nichtsaussagendem Cover und dem interessanten Klappentext, griff ich vorigen Monat auch zu diesem Buch.
Zu Anfang lernt man Maureen, Martin und Jess kennen, während JJ erst etwas später hinzu kommt. Gleich zu Beginn befinden sich die Charaktere auf dem Hochhaus und erzählen von ihren jeweiligen Beweggründen, einen Selbstmord zu begehen. Gefallen hat mir dabei besonders Hornbys Humor, der immer wieder auftauchte, ohne die Geschichte ins Lächerliche zu ziehen. Das gesamte erste Buch über war ich gefesselt von der Geschichte und den Geweggründen der Protagonisten.

Dann allerdings begann die Geschichte sich nicht mehr auf dem Hochhaus abzuspielen, sondern in den jeweiligen Behausungen der Charaktere. Ab dem Zeitpunkt ging die Geschichte nicht mehr vorwärts. Die ewigen Probleme von Martin und Co. waren bekannt und so gab es für den Leser nicht mehr viel neues zu entdecken. Auch Hornbys Humor, nahm (leider) ab. Leider konnten sich die Charaktere nicht mehr richtig weiter entwickeln. Ich hatte das Gefühl, sie würden ewig auf der gleichen Stelle treten. Sehr Schade, denn ich könnte mir denken, aus Martins Vergangenheit und JJs Träumen von Musik hätte sich noch viel mehr rausholen lassen können. Auch Jess Situation war ja nicht unlösbar, wobei glaube ich bis zum Schluss nicht geklärt worden ist, was es mit ihrem Ex-Freund auf sich hatte.

Nun ja, ich bin ein wenig enttäuscht:

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gurgi

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Re: Nick Hornby - A Long Way Down
« Antwort #51 am: 17. Juli 2010, 18:09:07 »

Ich habe das Buch letzte Woche auf Englisch gelesen.

Das Thema fand ich sehr interessant und ich finde es wurde sehr gut umgesetzt. Das Buch ist nicht zu ernst und doch auch nicht lächerlich. Am interessantesten fand ich die vier Personen. Ihre unterschiedlichen Gründe um Suizid zu begehen und wie sie einander helfen wollen.
Leider bin ich auch der Meinung, dass es die Story gegen das Ende hin immer weniger hergibt. Das finde ich sehr schade, denn der Anfang fand ich wirklich gelungen.
Dennoch hat es mir Freude gemacht, dieses Buch zu lesen.
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