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Autor Thema: John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge  (Gelesen 1276 mal)

bröckchen

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John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge
« am: 06. September 2008, 12:01:27 »

Ich beziehe mich hier auf die englische Ausgabe, aber das sollte dem Inhalt nicht schaden :zwinker:

The Book of lost things


-Once upon a time- for that is how all stories should begin- there was a boy who lost his mother.-
(Chap.I; Of all that was found and all that was lost)


Inhalt
Nach dem Tod seiner Mutter sind Bücher Davids einzige Trostquelle. Als sich sein Vater neu verliebt und mit dieser Frau ein Kind zeugt, kommt sich David immer überflüssiger vor.
Zu dieser Zeit häufen sich auch die seltsamen Ereignisse: die Bücher beginnen zu flüstern, jemand Fremdes verschafft sich Zugang zu Davids Zimmer und eines Nachts hört er die Stimme seiner Mutter.
David  macht sich auf sie zu suchen und betritt ein Land, in dem Märchen Realität sind…

Rezension
Ein Junge, der Bücher über alles liebt, sich ganze Nachmittage in ihren Geschichten vertiefen kann, keine Freunde hat und irgendwann in eine „märchenhafte“ Welt gerät…das kommt euch irgendwie bekannt vor?
In der Tat ist Connollys Geschichte ein buntes Potpourri an bekannten Märchen, Mythen und Geschichten. Und trotzdem ein eigenständiger Roman:
Geleitet von der Eifersucht, Wut und Trauer begibt David sich in eine Welt, in der er nicht nur auf Fabelwesen und Märchengestalten trifft, sondern sich auch seinen Ängsten stellen muss. Doch wer hier an Märchen für Kinder denkt, irrt. Oft geht es recht brutal zu, es fliesst Blut, es wird geköpft und verfolgt. Doch trotz allem besticht die Geschichte durch Situationskomik und Wortwitz. So erfährt der Leser mehr über Schneewittchens wahren Charakter und auch die 7 Zwerge haben es faustdick hinter den Ohren.
Einziges Manko:
Der Schluss nach dem Schluss. Die Geschichte wäre auch gut ohne diese Aussicht ausgekommen, die ein wenig wie in Hast zusammengezimmert wirkt.
Im Anhang finden sich noch ein Interview mit dem Autor und sämtliche erwähnten Fabelwesen und Märchen, samt Inhaltsangabe.

Zur englischen Ausgabe:
Recht einfaches Englisch, leicht zu verstehen und für Anfänger geeignet.

Alles in allem 4ratten
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Blindfisch

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Re: John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge
« Antwort #1 am: 06. September 2008, 12:16:48 »

Also, das klingt sehr reizvoll. Dieses Buch kommt direkt auf meine Wunschlist...
Gott sei Dank hab ich in einem Monat Geburtstag...mal sehen ob alle meine Wünsche in Erfüllung gehen.  :breitgrins:

Zurück zum Buch. Da bin ich wirklich gespannt.
Dieses Forum bringt mich noch in ernste Schwierigkeiten  :herz:

-Blindfisch-  :kaffee:
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*Sternenstauner*

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Re: John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge
« Antwort #2 am: 06. September 2008, 21:44:01 »

Vielen lieben Dank für die Rezi, bröckchen! :knuddel: Das klingt ja schon mehr nach fantastisch als historisch, müsste also genau in mein Schema passen. Dann werde ich mir das Buch wohl mal bestellen. Im Übrigen auch in der englischen Ausgabe.

Liebe Grüße,
**stauner
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bröckchen

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Re: John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge
« Antwort #3 am: 07. September 2008, 09:05:37 »

@*Sternenstauner*: gerne! Es ist in der Tat eigentlich hauptsächlich phantastisch. Es spielt nur kurz in der Jetzt-Zeit, alles andere ist Fantasie...:zwinker:
Übrigens: es gibt noch ne schönere englische Ausgabe. Stöber mal bei Amazon...

bröckchen
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*Sternenstauner*

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Re: John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge
« Antwort #4 am: 07. September 2008, 12:33:36 »

Ich hab's auf diese Ausgabe abgesehen. :winken:

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mondy

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Antw:John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge
« Antwort #5 am: 17. August 2009, 23:38:18 »



Inhalt
Nach dem Tod seiner Mutter hat David immer wieder Aussetzer, in denen er in eine andere Welt eintaucht. Beim Erwachen danach hat er aber keine klaren Erinnerungen an seine Visionen. Als sein Vater eine neue Frau kennenlernt und mit ihr ein Kind zeugt, verstärken sich diese Anfälle. Eines Nachts hört er die Rufe seiner toten Mutter ... er folgt ihnen und findet sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Eine düstere Welt voller Gefahren: Loups (halb Mensch, halb Wolf), schleimspritzende Riesenwürmer, böse Zauberinnen, etc. . Doch David findet auch Freunde ... doch können sie ihm helfen, zurück in seine Welt zu finden? Und was hat es mit dem krummen Mann auf sich, der David überall hin verfolgt?

Meine Meinung
Hinter diesem traumhaften Cover (in "echt" sieht es noch viel besser aus!) verbirgt sich ein Märchen für Erwachsene. John Connolly verarbeitet hier viele bekannte Volksmärchen (z.B. Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen, ...) zu einer fantastischen Geschichte. Dabei ist er nicht zimperlich und lässt auch mal ordentlich Blut spritzen ... gewöhnungsbedürftig, aber irgendwie passend. Ich hatte den Eindruck, als würden hier die "entschärften" Volksmärchen so erzählt, wie sie wirklich passiert sind. Sehr absurd, der Gedankengang, aber so habe ich beim Lesen empfunden.  :gruebel:
Trotz vieler brutaler Stellen musste ich auch manchmal schmunzeln. Schneewittchen und die sieben Zwerge sind einfach super getroffen: Kommunistische Zwerge, die gegen die Ausbeutung der Arbeiter protestieren, und ein fett gefressenes, tyrannisches Schneewittchen ...  :breitgrins:
Allerdings ist die Handlung sehr vorhersehbar. Wer gewinnt einen fast aussichtslosen Kampf? David. Wer besiegt eine Zauberin, an der hunderte mutige Ritter gescheitert sind? David. Wer ... naja, ihr wisst schon! Letztendlich unterstreichen diese Handlungsverläufe aber den Märchencharakter: in Märchen siegt auch immer das Gute und der Ablauf ist immer ähnlich.
Insgesamt hat mir das Buch aber richtig gut gefallen, die Wesen und Landschaften sind einfallsreich gestaltet und diese märchenhaften Elemente sind das Tüpfelchen auf dem I. Allerdings muss man ein dickes Fell haben, was Gewaltszenen anbelangt, denn detailierte Beschreibungen von Grausamkeiten sind in fast jedem Kapitel zu finden.
Von mir gibt es:

4ratten und die Sicherheit, dass ich von diesem Autor noch mehr lesen werde!  :zwinker:
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HoldenCaulfield

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Re: John Connolly - Das Buch der verlorenen Dinge
« Antwort #6 am: 25. September 2010, 12:32:28 »

Ich habe das Buch auf englisch gelesen und fand man konnte es gut verstehen! Ich hatte jedenfalls keine Probleme der Handlung zu folgen.




Inhalt:
Der zwölfjährige David sitzt in seinem Zimmer und weint um seine Mutter, voller Wut und alleine. Die Bücher sind seine einzigen Freunde. Aber in letzter Zeit fingen sie in der Dunkelheit an zu flüstern. Als er die Geschichten liest die seine tote Mutter so sehr liebte, die Märchen und Mythen merkt er das die Welt der Fantasie und die wirkliche Welt immer mehr miteinander verschmelzen...

Meine Meinung:
Die Stimmung des Romans ist von Anfang sehr düster und zum Teil auch traurig. Da zu Beginn ein trauriges Ereignis die ganze Handlung erst einleitet ist das auch nicht weiter verwunderlich.
Zu Beginn hat man den Eindruck das Buch wäre eher ein Kinderbuch aber im Verlauf der Handlung verflüchtigt sich dieser. Denn es gibt immer wieder sehr brutale Handlungstränge, die für ein Kinderbuch dann doch etwas zu krass beschrieben sind.  Was mir gut gefallen hat sind die vielen Märchen und Sagenbezüge die in die Handlung einfließen. Meist werden sie als Geschichten in der Welt eingebaut die David betritt. Diese Märchen werden alle ins Negative um gedeutet, man hat das Gefühl in eine Welt getreten zu sein die keine Hoffnung hat. Irgendwie könnte man Parallelen zu Davids Gemütslage ziehen. Und man stellt sich die Frage: Träumt er nur oder ist doch alles real?
Allerdings habe ich an einigen Stellen den Eindruck dass der Autor sehr starke Schwarzweißbilder malt. Wer hässlich ist oder eine Fabelkreatur (bis auf ein paar kleine Ausnahmen) ist böse und wer ein Mensch ist  automatisch gut. Hier fehlte mir das es auch Grautöne gibt. Zudem fand ich  dass der Autor etwas hetzt, er bringt in fast jedem Kapitel neue Figuren ein auf die David trifft. Dadurch wirkt die Erzählung an manchen Stellen etwas Episodenhaft und wird nur von David noch zusammengehalten. Der Geschichte hätten dadurch bisher durchaus hi und da ein paar Seiten mehr gut getan. Etwas über 300 (ich glaub 350 oder so, genau hab ich es nicht im Kopf) sind halt doch wenig um eine finde ich durchaus komplexe Geschichte zu schreiben.

David mag ich allerdings, gerade seine Gefühle in Bezug auf seine neue Situation kann man sehr gut verstehen. Es bleibt jedenfalls sehr düster und schaurig, alles in allem finde ich es für ein Kinderbuch etwas zu brutal an einigen Stellen, aber durch das Interview des Autors das meiner Ausgabe hintenangestellt ist wurde habe ich auch erfahren das der Autor selbst auch nicht findet das es für Kinder geschrieben wurde. Viel Mehr ist es ein Buch über einen Jungen der seine Jugend langsam verlässt. Man erinnert sich vielleicht beim Lesen an eigene Ängste und Gefühle in diesem Alter. Ich finde zum Teil stimmt das durchaus. So ergibt auch die Schwarzweiß Teilung eher einen Sinn, denn man lernt ja auch erst mit der Zeit die Grauen Nuancen auszumachen. Aber mit der Teilung Gut gegen Böse fängt dieser Prozess erst richtig an.
Am Ende war ich dann doch noch traurig, irgendwie hätte ich mir da ein kleines bissl mehr Hoffnung gewünscht. Alles in allem hat mir vor allem der Ton der Geschichte gefallen, ich mag ja melancholisches sehr gerne.

Am Ende   meiner Ausgabe sind noch die Märchen und Sagengestalten angehängt , die Märchen selbst ... na ja die kennt man finde ich eben schon, aber interessant waren die Kommentare im Vorfeld. Der Autor hat dem jeweiligen Märchen die Textstelle aus dem Roman vorangestellt sodass man sie noch einmal im Kontext lesen konnte und dann noch ein paar Hintergründe dazu geschrieben, zum Beispiel auch ob die Gebrüder Grimm daran etwas verändert haben etc. Das fand ich sehr interessant und informativ, zu dem konnte man manches Mal auch den Bezug zur eigentlichen Handlung besser verstehen.
Ich finde The book of Lost things ist eine schöne Geschichte die zwar nicht unbedingt mit neuen Ideen aufwartet aber einfach schön erzählt ist. Mir hat es gut gefallen!

3ratten :marypipeshalbeprivatmaus:
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Seltsam im Nebel zu wandern.... H.Hesse

"[...] wir sind hier alle verrückt. Ich bin verrückt, du bist verrückt" *L.Carroll*

Mein Interview mit Gail Carriger :elch:
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