Ich habe das Buch auf englisch gelesen und fand man konnte es gut verstehen! Ich hatte jedenfalls keine Probleme der Handlung zu folgen.

Inhalt: Der zwölfjährige David sitzt in seinem Zimmer und weint um seine Mutter, voller Wut und alleine. Die Bücher sind seine einzigen Freunde. Aber in letzter Zeit fingen sie in der Dunkelheit an zu flüstern. Als er die Geschichten liest die seine tote Mutter so sehr liebte, die Märchen und Mythen merkt er das die Welt der Fantasie und die wirkliche Welt immer mehr miteinander verschmelzen...
Meine Meinung: Die Stimmung des Romans ist von Anfang sehr düster und zum Teil auch traurig. Da zu Beginn ein trauriges Ereignis die ganze Handlung erst einleitet ist das auch nicht weiter verwunderlich.
Zu Beginn hat man den Eindruck das Buch wäre eher ein Kinderbuch aber im Verlauf der Handlung verflüchtigt sich dieser. Denn es gibt immer wieder sehr brutale Handlungstränge, die für ein Kinderbuch dann doch etwas zu krass beschrieben sind. Was mir gut gefallen hat sind die vielen Märchen und Sagenbezüge die in die Handlung einfließen. Meist werden sie als Geschichten in der Welt eingebaut die David betritt. Diese Märchen werden alle ins Negative um gedeutet, man hat das Gefühl in eine Welt getreten zu sein die keine Hoffnung hat. Irgendwie könnte man Parallelen zu Davids Gemütslage ziehen. Und man stellt sich die Frage: Träumt er nur oder ist doch alles real?
Allerdings habe ich an einigen Stellen den Eindruck dass der Autor sehr starke Schwarzweißbilder malt. Wer hässlich ist oder eine Fabelkreatur (bis auf ein paar kleine Ausnahmen) ist böse und wer ein Mensch ist automatisch gut. Hier fehlte mir das es auch Grautöne gibt. Zudem fand ich dass der Autor etwas hetzt, er bringt in fast jedem Kapitel neue Figuren ein auf die David trifft. Dadurch wirkt die Erzählung an manchen Stellen etwas Episodenhaft und wird nur von David noch zusammengehalten. Der Geschichte hätten dadurch bisher durchaus hi und da ein paar Seiten mehr gut getan. Etwas über 300 (ich glaub 350 oder so, genau hab ich es nicht im Kopf) sind halt doch wenig um eine finde ich durchaus komplexe Geschichte zu schreiben.
David mag ich allerdings, gerade seine Gefühle in Bezug auf seine neue Situation kann man sehr gut verstehen. Es bleibt jedenfalls sehr düster und schaurig, alles in allem finde ich es für ein Kinderbuch etwas zu brutal an einigen Stellen, aber durch das Interview des Autors das meiner Ausgabe hintenangestellt ist wurde habe ich auch erfahren das der Autor selbst auch nicht findet das es für Kinder geschrieben wurde. Viel Mehr ist es ein Buch über einen Jungen der seine Jugend langsam verlässt. Man erinnert sich vielleicht beim Lesen an eigene Ängste und Gefühle in diesem Alter. Ich finde zum Teil stimmt das durchaus. So ergibt auch die Schwarzweiß Teilung eher einen Sinn, denn man lernt ja auch erst mit der Zeit die Grauen Nuancen auszumachen. Aber mit der Teilung Gut gegen Böse fängt dieser Prozess erst richtig an.
Am Ende war ich dann doch noch traurig, irgendwie hätte ich mir da ein kleines bissl mehr Hoffnung gewünscht. Alles in allem hat mir vor allem der Ton der Geschichte gefallen, ich mag ja melancholisches sehr gerne.
Am Ende meiner Ausgabe sind noch die Märchen und Sagengestalten angehängt , die Märchen selbst ... na ja die kennt man finde ich eben schon, aber interessant waren die Kommentare im Vorfeld. Der Autor hat dem jeweiligen Märchen die Textstelle aus dem Roman vorangestellt sodass man sie noch einmal im Kontext lesen konnte und dann noch ein paar Hintergründe dazu geschrieben, zum Beispiel auch ob die Gebrüder Grimm daran etwas verändert haben etc. Das fand ich sehr interessant und informativ, zu dem konnte man manches Mal auch den Bezug zur eigentlichen Handlung besser verstehen.
Ich finde The book of Lost things ist eine schöne Geschichte die zwar nicht unbedingt mit neuen Ideen aufwartet aber einfach schön erzählt ist. Mir hat es gut gefallen!