Da ich immer gesagt habe, ich lotse euch durch die Trilogie (ohne den Spass am Selberentdecken zu verderben - hoffe ich), spiele ich hier mal den Leuchtturm und kläre mal ein paar Dinge. Wenns zu viel der Erklärungen werden, könnt ihr mir mit einem "Klappe, Alfa!" gerne Einhalt gebieten...
Qwghlm hielt ich erst für völlig frei erfunden von Eliza, als jedoch Jack mit ihr in der dazugehörigen Sprache redete, nahm ich an, es würde sich eventuell um eine Region in Wales handeln.
Ich wiederum mache mir Gedanken, warum Jack sozusagen entmannt wurde. Es passt nicht zu dem Erscheinungsbild dieser Figur, die sonst stark, mutig und erfahren rüberkommt.
Ich finde es total faszinierend, welche Gedankengänge ihr beim Lesen habt. Ich habe die zwei Beispiele oben mal rausgepickt, um das zu illustrieren. Ich für meinen Teil habe beim ersten Mal lesen so ziemlich alles für bare Münze genommen, was die Protagonisten erzählt haben. (Was nicht die schlechteste Taktik war...)
Am meisten Mühe hatte ich mit Drakes Himmelfahrt und dass ausgerechnet der König persönlich ihn in die Luft gejagt haben soll. War mir zu dick aufgetragen. Aber bei vertieftem Nachdenken kam ich zum Schluss: Wieso eigentlich nicht? Der König "wohnt" ja in London und wenns brennt, kann er schon mal persönlich einschreiten...
Sowieso: Vieles wird euch im Verlauf der Trilogie noch unwahrscheinlich (wenn auch nicht grundsätzlich unmöglich [ausser zwei Szenen, die hier natürlich nicht verraten werden]) erscheinen. Aber das Leben ist manchmal verrückter als jede Fantasie eines Science-Fiction-Autors und drum nahm ich manchmal eine grosszügige Haltung ein. Hat sich für mich gelohnt. Mein Tipp: Ihr dürft dem Autor trauen und glauben, was ihr lest. Die Story ist zu reichhaltig*, um noch grossartig falsche Fährten für den Leser zu legen... (Die falschen Fährten legen sich die Protagonisten untereinander. Und meistens weiss man, dass da grade intrigiert und gelogen wird.)
Mit einem Schmunzeln habe ich gelesen, dass Jack im Bergwerk anprangert, dass die Arbeiter durch Maschinen ersetzt werden. Es ist schon verwunderlich, dass sich jemand wie er, der keiner geregelten Tätigkeit nachgeht, sich Gedanken darüber macht, wie die Bergleute das aufnehmen.
Ich hatte auch das "Problem", Jack zu unterschätzen. Da er über keinerlei Schulbildung verfügt und sich als Landstreicher durchschlägt, hielt ich ihn lange für durchschnittlich intelligent - was nicht zuletzt an seiner derben/einfachen Ausdrucksweise lag. Tatsächlich muss er ein sehr helles Köpfchen sein. Allerdings versteckt er das gern. (Evtl Selbstschutz, da Intelligenz bei den Landstreicherkollegen wahrscheinlich nicht gut ankommt.) Er verfügt auch über Sozialkompetenz und Empathie - auch wenn ihn das Leben auf der Strasse gelehrt hat, das besser nicht zu heftig auszuleben. Wer überleben will, muss auf den eigenen Vorteil schauen. Zudem hat er noch das Handicap der Syphillis, die ihn langsam in den Wahnsinn treibt und ihn (in Kombination mit dem "Alb der Perversion") manchmal idiotische Dinge tun lässt. Davon wirds noch Kostproben geben

Lieber Gruss
Alfa Romea
*Beispiel Band 3: Da denkt man, jetzt sei es Zeit, alle Fäden zu verknüpfen und die Geschichte langsam zum Ende zu führen - da kommen plötzlich ganz neue Charaktere ins Spiel, es gibt neue Geschichten und man fragt sich, wie das am Ende um Himmels Willen alles aufgehen soll.