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Autor Thema: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien  (Gelesen 2600 mal)

K.May

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Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« am: 27. August 2008, 11:32:16 »

Hallo!

Ich finde es ja super, daß meine Idee fortgeführt wurde. Danke, Blue(?) und den anderen Threadstartern! :klatschen: :smile:

Diese Woche würde ich gerne mal mit Italien weitermachen. Aus dem Land in dem "die Zitronen blühen" kenne ich leider nur Andrea Camileri und den Nicolai M. .

Was könntet ihr mir den so für Empfehlungen geben? (außer Kochbüchern  :zwinker: )


Danke
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Konfuzius
 

Valentine

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #1 am: 27. August 2008, 11:37:12 »

Sehr stark ist Italien auf meiner Leselandkarte leider auch nicht vertreten, aber ein sehr schönes Buch kam mir gleich in den Sinn: "Das periodische System" von Primo Levi. Habe ich auch schon mal irgendwo in den Tiefen des Forums rezensiert.



Vor einigen Jahren habe ich "Familienlexikon" von Natalia Ginzburg gelesen, Erinnerungen an das Leben in Italien zur Zeit des Faschismus. Hat mich nicht wahnsinnig begeistert, aber schlecht war es auch nicht. (Ich hatte allerdings eine viel schönere leinengebundene Ausgabe - das aktuelle TB finde ich ziemlich hässlich.)

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Holunderbeere

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #2 am: 27. August 2008, 12:10:45 »

Ein ganz toller italienischer Autor ist bzw. war Luigi Malerba, zB "König Ohneschuh" (seine Version der Odyssee) oder "Die nackten Masken".



Von Dacia Maraini habe ich den Band "Mein Mann" (Erzählungen) sehr gern gelesen. Abgründig, humorvoll und bissig.



Bei mir subbt zudem noch "Das Umkehrspiel" von Antonio Tabucchi.



Nicht zu vergessen natürlich Umberto Eco, zB "Die Insel des vorigen Tages".



Oder Alessandro Barrico, wenn man den "leicht" verträumten Tonfall mag. Das Berühmteste von ihm ist wohl "Seide".



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Bettina

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #3 am: 27. August 2008, 12:26:32 »

Was! Bei unserer umfangreichen Liste hatten wir Italien noch gar nicht dabei? In der Tat! Na dann wollen wir mal - gut, dass Du die Lücke entdeckt hast :smile:

In Sachen Krimi fallen mir sofort Andrea Camilleri und Nino Filasto ein.
Camilleri schickt Commissario Montalbano ins Rennen und Filasto den Anwalt Corrado Scalzi.

Die Camilleri-Serie beginnt mit Die Form des Wassers. Die Scalzi-Serie startet mit Alptraum mit Signora

     

Weniger bekannt aber deshalb nicht minder wert, ausprobiert zu werden, sind meiner Meinung nach

Margherita Oggero Der Tod kommt nur einmal sowie Claudio Paglieri, der in Kein Espresso für Commissario Luciani seinen asketischen Ermittler das erste Mal ins Rennen schickt.

     

Von Carlo Lucarelli habe ich den Kinder- oder Jugendkrimi Mafia alla Chinese gelesen, der mir auch als Erwachsener recht gut gefiel, und sein Buch Autostrada subbt bei mir noch (dieses aber auf dem Erwachsenen-Brett sozusagen).

In Sachen Italien fallen mir auch noch die Britin Magdalen Nabb ein, die ihre Krimis in Florenz spielen ließ und natürlich in ihrem Fahrwasser Donna Leon, die sich in Venedig breit macht. Beide wohnen bzw. wohnten jeweils auch in diesen Städten.

Über Umberto Eco mögen sich andere auslassen; ich habe den Namen der Rose vor so langer Zeit gelesen, dass ich da zu keiner reifen Bemerkung mehr fähig bin.
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yanni

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #4 am: 27. August 2008, 12:57:37 »

Neben den teilweise schon genannten Werken von Dante, Boccaccio und den Ecos tummeln sich auf meinem SUB noch diverse andere.

Die Nostradamus-Trilogie von Valerio Evangelisti.
Das etruskische Ritual und Das Totenorakel von Valerio M. Manfredi.
Stilles Chaos von Sandro Veronesi
Als der Signorina Tecla Manzi das Herz Jesu abhanden kam von Andrea Vitali.
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Valentine

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #5 am: 27. August 2008, 13:32:01 »

Wie konnte ich bloß Baricco vergessen? :entsetzt:

Neben "Seide" :herz: fand ich auch "Novecento" wunderschön, und auch "Land aus Glas" war nicht schlecht.

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melu

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #6 am: 27. August 2008, 14:33:42 »

Viel ist ja schon gesagt worden :-) mir fällt noch Fruttero & Lucentini ein, ein Autorenduo



Ein Erfahrungsbericht, der seinerzeit Furore gemacht hat, war
"Ich wollte Hosen" (Volevo I Pantaloni) von Lara Cardella



Aktuelle unterhaltsame Bücher über Italien sind zB



"Quattro Stagioni" von Stefan Ulrich

oder

"Maria, ihm schmeckts nicht" und folgende
von Jan Weiler





Bin gespannt, was sich in diesem Thread noch entwickelt!!  :winken:
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Wer zu lange in sich geht, kommt auf der anderen Seite wieder heraus.

melu

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #7 am: 27. August 2008, 14:35:32 »

Tabucchi soll auch toll sein, vor allem ein Buch mit einem Engel, mir fällt aber gerade der Titel nicht ein :-)
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kat

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #8 am: 27. August 2008, 15:29:56 »

Juhu, Italien!!! :klatschen:

Tabucchi soll auch toll sein, vor allem ein Buch mit einem Engel, mir fällt aber gerade der Titel nicht ein :-)

JA, Tabucchi ist toll! Das Engel-Buch ist wohl Der schwarze Engel:
Ich hab Das Umkehrspiel gelesen und Erklärt Pereira wartet noch auf meinem Sub


Der beste Italiener ist und bleibt aber für mich Italo Svevo. Vor allem Zeno Cosini  , aber auch die anderen Romane und Erzählungen.

Wer sich übrigens für die Triester Literatur interessiert, dem sei Claudio Magris, Angelo Ara: Triest. Eine literarische Hauptstadt in Mitteleuropa  ans Herz gelegt.
Magris schreibt auch ganz gute Romane, ich kenne Die Welt en gros und en detail 


Auch empfehlenswert: Alberto Moravia, z.B. Römische Erzählungen  und Die Verachtung  (aus dem Jean-Luc Godard einen für mich fürchterlichen Film gemacht hat.)
Die Römerin  subt bei mir noch. Das stand jahrelang auf dem Index der katholischen Kirche - also sicher ein interessantes Buch :breitgrins:


Ahja, dann haben wir noch den Nobelpreisträger Luigi Pirandello: z.B.Mattia Pascal  , ein großartiger Roman über Identität und Freiheit, und wahrscheinlich das bekannteste von ihm:Sechs Personen suchen einen Autor 


Weiters ist Pier Paolo Pasolininoch erwähnenswert: Vita Violenta  , Ragazzi di Vita  : sehr arge Schilderungen über das harte Leben der römischen Vorstadt-Jugend.


Und wurde Giuseppe Tomasi di Lampedusa schon genannt?: Der Leopard 
 
 :sonne: :sonne: :sonne:, kat

edit: ein bisschen Ordnung
« Letzte Änderung: 27. August 2008, 15:33:58 von kat »
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Mrs.Dalloway

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #9 am: 27. August 2008, 15:33:00 »

Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Liebessonette von Francesco Petrarca!

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Saltanah

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #10 am: 27. August 2008, 17:37:03 »

Italien? Da gibt es bei mir schon einiges, allerdings habt ihr die meisten Autoren, die sich in meinen Regalen finden, schon genannt. An weiteren habe ich zu bieten:

Giovanni Guareschis wunderbare Geschichten um Don Camillo und Peppone, kennt ihr wahrscheinlich alle aus den Verfilmungen mit Fernandel. Die Bücher sind mindestens ebenso gut. Außerdem habe ich mich vor Jahrzehnten köstlich über Carlotta und die Liebe amüsiert. Wirklich nichts anspruchsvolles aber wahnsinnig witzig und immer gut zur Stimmungsaufheiterung. Nur scheint mir irgendwer das Buch geklaut zu haben :grmpf: .
 

Ahja, dann haben wir noch den Nobelpreisträger Luigi Pirandello
Außerdem gibt es auch die Nobelpreisträgerin von 1926 Grazia Deledda, deren Die Maske des Priesters ich vor zu vielen Jahren gelesen habe, als dass ich noch etwas kluges dazu sagen könnte.


Der Himmel ist rot von Giuseppe Berto handelt von den Überlebensversuchen italienischer Jugendlicher in einer völlig zerbombten Stadt. Brutal und bitter habe ich es in Erinnerung. Vor ca. 25 Jahren im Regal meiner Tante entdeckt, habe ich es mir vor Jahren selbst gekauft und warte seitdem auf eine passende Gelegenheit zur Wieholek ("Reread").


Primo Levi wurde zwar schon genannt, aber ich möchte doch noch auf sein Werk Ist das ein Mensch aufmerksam machen, indem er von seiner Zeit in Auschwitz berichtet.


Ein anderer Levi, nämlich Carlo Levi subbt noch. Christus kam nur bis Eboli ist ein so die Fantasie anreizender Titel, dass ich mir das buch kaufen musste, auch ohne etwas über den Inhalt zu wissen.


In der Abteilung Krimi/Thriller habe ich noch Niccolò Ammaniti zu bieten, dessen Thriller Ich habe keine Angst ich wahnsinnig spannend fand.


Von Elsa Morante habe ich noch nichts gelesen. Es subben bei mir La Storia und Arturos Insel.
 

Schließlich "halbsubbt" (d. h., es ist halb gelesen) auch noch Christoph Kolumbus Bordbuch, das Tagebuch, das er während der Entdeckungsfahrt nach Amerika geschrieben hat.
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melu

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #11 am: 27. August 2008, 17:42:05 »

Ihr seid der Hit  :smile: mein Wunschzettel wächst schon wieder massiv... grad Italien... *seufz*
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Aldawen

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #12 am: 27. August 2008, 18:03:19 »

Aus der älteren Abteilung sind sicher noch zu nennen:

  • Dante Alighieri: Die göttliche Komödie
  • Giovanni Boccaccio: Dekamerone
  • Giambattista Basile: Das Märchen der Märchen. Das Pentamerone

Dann darf auf keinen Fall Elsa Morante fehlen, von ihr subben bei mir die beiden Romane Lüge und Zauberei sowie Arturos Insel. Auch noch zu nennen ist ein weiterer Italo, nämlich Italo Calvino. Sein Wenn ein Reisender in einer Winternacht war zwar nicht mein Fall, aber Der geteilte Visconte findet sich noch in meinem Regal.

Und noch zwei Bücher, die ich schon gelesen habe und die mir beide gut bzw. sehr gut gefallen haben:

  • Gavino Ledda: Padre Padrone
  • Lorenzo Marini: Der Tulpenmaler

Schönen Gruß,
Aldawen
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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #13 am: 27. August 2008, 18:24:11 »

Ich hab auch noch jemanden:

Liaty Pisani

die Spionage-Krimis schreibt. Leider sind meine Erinnerungen an dieses Buch kaum noch vorhanden, aber weiteres subt noch.


von Susanna Tamaro kenne ich leider noch nichts:



Dann noch italienische Jugendfantasy, der 1. Teil subt zwar noch aber meine Cousine hat alle 3 verschlungen:
Licia Troisi - Die Drachenkämpferin - Im Land des Windes




Ziemliche Wellen geschlagen im Sachbuchbereich:
Roberto Saviano: Gomorrha


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dubh

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Re: Literatur in "fremden" Ländern- Teil 18: Italien
« Antwort #14 am: 27. August 2008, 19:39:01 »

Hallo zusammen,

"Bella Italia" in Buchform... ein schönes (literarisches) Reiseland!

Curzio Malaparte (1898-1957) zählt sicher zu den modernen Klassikern und für mich zu den absoluten Leseempfehlungen:

"Kaputt" (TB-Ausgabe bei Fischer) ist aus Reportagen entstanden, die Malaparte von den Fronten des II. Weltkriegs für eine große Tageszeitung schrieb. Ein düsterer Roman über die Schrecken von faschistischer und nationalsozialistischer Herrschaft.

"Die Haut" (TB-Ausgabe bei Fischer) beschreibt die Zurückeroberung Neapels durch Partisanen und die Alliierten im Jahr 1943. Doch während der Kämpfe breitet sich der Pest-Virus unter den Befreiern aus...


Absolute Lieblingskrimis für mich hat Carlo Lucarelli mit seiner DeLuca-Reihe verfasst - leider sind die drei Bände ("Freie Hand für DeLuca"/ "Der rote Sonntag"/ "Der trübe Sommer") nicht mehr regulär im Handel, dafür aber andere Bücher des Autors. Vor allem die Zeit der DeLuca-Reihe hat mich sehr interessiert: alle Fälle spielten zur Zeit des II. Weltkrieges und der Schwarzhemden.

Ein echtes Highlight ist für mich auch Andrea De Carlo - gesellschaftskritisch und stets am Zahn der Zeit.
Beispielsweise "Wenn der Wind dreht":

Eine Debütantin (zumindest in Deutschland) ist Mariolina Venezia.

"Tausend Jahre, die ich hier bin" ist ein ungewöhnliches Buch mit vielen alten Geschichten aus dem tiefsten Süditalien, eine Familiensaga mit ungewöhnlichem Personal wie Briganten...

Etwas bekannter dürfte Francesca Marciano da schon sein: ihr Roman "Casa rossa" spielt in den 1970ern, weitestgehend in Apulien. Es geht um zwei unterschiedliche Schwestern, um Geheimnisse, Liebe und ein bißchen um die Brigate Rosse.


Ein wirklicher Klassiker dürfte auch Niccolò Machiavelli mit seinem 1532 verfassten "Il Principe"/ "Der Fürst" sein. Allerdings wohl eher ein Sachbuch mit seinen Theorien zu einer Staatsmacht ohne ethische Prinzipien.


Sein quasi Namensvetter Loriano Macchiavelli schmort noch auf meinem SuB mit dem Krimi "Unter den Mauern von Bologna"
ebenso wie Bruno Morchio mit "Wölfe in Genua" . Beides Krimi-Vertreter.

Andrea Camilleri würde ich so gerne nochmal erwähnen, weil ihn viele nur wegen seiner Krimis kennen. Er schreibt aber auch phantastische andere Romane wie beispielsweise  "Die Pension Eva"


So, das war´s erstmal.

Liebe Grüße
dubh
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