Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Ulrich Wickert - Der nützliche Freund  (Gelesen 3193 mal)

Yklamyley

  • Bücherjägerin
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 1078
Re: Ulrich Wickert - Der nützliche Freund
« Antwort #15 am: 27. August 2008, 12:45:39 »

Mir ging es da eigentlich wie Samia! Ich bin jetzt, im Nachhinein, über die vielen schlechten Kritiken erstaunt, denen ich nach der Leseprobe noch 100% zugestimmt habe...  :breitgrins: Ich fand es nach ca 100 Seiten richtig spannend...
Der Stoff mag ja gut recherchiert sein, aber die Umsetzung hat mir leider gar nicht gefallen. Die Personen wirken hölzern und unpersönlich und der Schreibstil ist alles andere als flüssig.
Das empfand ich überhaupt nicht so. Es ist nicht schlechter geschrieben als die Krimis, die ich zum Vergleich heranziehen kann. Es ist, so gebe ich zu, nicht mein Genre, und wirklich viele Krimis/Thriller hab' ich auch noch nicht gelesen. Mankell hab' ich versucht und P. D. James (beide in deutscher Übersetzung) sowie Agatha Christie (im Original) (sonst fällt mir nur die Knickerbockerbande ein -> die sind allerdings toll!!!!) und zumindest die beiden erstgenannten haben mir noch weniger gefallen, als dieses Werk Wickerts. Und zumindest der Richter Jacques kam mir überhaupt nicht unpersönlich vor...
Abzüge mache ich, weil ich auch ständig das Gefühl hatte, eine Übersetzung aus dem Französischen in der Hand zu halten (obwohl, vielleicht zeigt das, dass Wickert das französische Lebensgefühl wirklich gut beschreibt?? ) und weil ich eben doch viel bessere Bücher (wenn auch nicht viele bessere Krimis  :breitgrins:) gelesen habe; darum  3ratten
PS: Außerdem hab' ich jetzt richtig Lust nachzusehen, wie gut es denn wirklich recherchiert ist!  :breitgrins:
Gespeichert
:leser:

SLW 11: 8/10 (Seychella)
SLW 12: 1/10
TAMKA - Wettbewerb 12: 0/5
Booker - Prize - Liste: 7/44
Wichtelliste: 6/10
Ungarns Komitate: 4/19
Zufallsliste Take 2: 2/5
Cult Authors: 3/141
Cult Novels: 0/54

Auch ungelebtes Leben
geht zu Ende

- Erich Fried

Laurie

  • Gast
Ulrich Wickert - Der nützliche Freund
« Antwort #16 am: 01. Oktober 2008, 12:58:19 »

Meine Meinung/Rezension:
Hin und her gerissen
Dies war mein erstes Buch von Ulrich Wickert. Ich möchte nicht sagen, daß es mein Letztes war, aber etwas Abstand zu Politik und Wirtschaftskriminalität kann ich jetzt gut gebrauchen. Ich bin nicht sehr interessiert am politischen Geschehen und schon gar nicht an den Machenschaften in der Politik und Wirtschaft, und deshalb habe ich mir mit dem Lesen ein bischen schwer getan. Aber was Herrn Wickert dabei wirklich gut gelungen ist, sind diese immer wieder auftauchenden kurzen Zusammenfassungen des aktuellen Ermittlungsstandes durch die Akteure und somit war ich beim Lesen nicht komplett verwirrt.
Die Geschichte an sich verlief teilweise etwas schleppend und manchmal wurden einfach zu viele Nebensächlichkeiten erzählt (z.B. die Kollegin die in einer Jazzband singt). Auch das Ende kam zu abrupt und war etwas unbefriedigend in der Auflösung.
Was mir sehr gut gefallen hat, waren die detaillierten Beschreibungen und Informationen, die man beim Lesen über Paris erfahren hat. Da wäre ein kleiner Stadtplan im Buch nicht schlecht gewesen. Die Begeisterung von Richter Ricou als er über sein Viertel in Paris spricht versetzt den Leser direkt an den Ort des Geschehens - man kann die Croissants förmlich riechen.
Manche Leser mögen die Menge an Informationen als störend oder unpassend empfinden. Doch ich glaube, daß Herr Wickert ein großer Fan von Paris ist und er sein Wissen und seine Begeisterung über diese Stadt mit dem Leser teilen möchte. Und das ist ihm richtig gut gelungen.
Gespeichert