Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

E-Mail: Passwort:

Autor Thema: Nicole C. Vosseler - Südwinde  (Gelesen 2785 mal)

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Antw:Nicole C. Vosseler - Südwinde
« Antwort #30 am: 28. Januar 2010, 15:07:50 »

Ich habe es  nun auch geschafft, mein Fazit zu schreiben:

Klappentext
1764 geht in einem Orkan in der Südsee das britische Handelsschiff Seagull unter. Einzige Überlebende ist Brittany Addison, die junge Tochter des Kapitäns. Sie kann sich auf einer Seemannskiste an die Gestade Tahitis retten. Dort wächst sie unter der Obhut der Medizinfrau Ratanea auf und wird deren Nachfolgerin. Bis sie nach sechs Jahren Inseldasein zum ersten Mal wieder Landsleute sieht: James Cooks Endeavour legt auf der Insel an. Auch wenn der berühmte Forscher Cook noch nie eine Frau auf seinem  Schiff zugelassen hat, muss er Brittany an Bord nehmen. Sie wird Mitglied einer abenteuerlichen Expedition. Dabei muss sie nicht nur beweisen, dass sie als Frau allen Gefahren der Südsee gewachsen ist. . . .

Meine Meinung
Die Geschichte beginnt gleich dramatisch mit dem Untergang des Schiffes und der Rettung des zwölfjährigen Mädchens.  Sieben Jahre später treffen wir Brittany wieder, die in der Gemeinschaft von Eingeborenen auf  Tahiti ein neues Leben führt, das durch die Ankunft der Engländer aus dem Gleichgewicht gebracht wird, denn endlich ergibt sich für sie eine nicht mehr erwartete Möglichkeit, nach Hause zu kommen. Schnell, für meinen Geschmack etwas zu überstürzt, wenn man bedenkt, was für einen Wendepunkt in ihrem Leben dieses Zusammentreffen bedeutet,  verliebt sie sich in den ersten Offizier Hicks.  Damit beginnen die zwischenmenschlichen Missverständnisse und Fehlinterpretationen, die für eine beginnende Liebe in Romanen oft typisch sind und einen doch auf ein Happy-End einstimmen. Begehren, Eifersüchteleien und Intrigen anderer männlicher Mitfahrer kommen dazu und bieten eine emotionale Liebesgeschichte, die sich durch das ganze Buch zieht. Doch es kommt nicht ganz wie erwartet und oft gelesen, denn die Realität schlägt erbarmungslos zu und auch, wenn es zwischendrin die ein oder andere übertrieben wirkende Wendung gab, muss man sich doch auf dramatische Geschehnisse vorbereiten.

Die Liebesgeschichte nimmt aber nicht den ganzen Raum ein, sondern  ist eingeflochten in eine abenteuerliche und entbehrungsreiche Entdeckungsreise, die uns zusammen mit James Cook auf die Suche nach neuen Inseln und Kontinenten führt. Spannend,  und nach meinem  Empfinden recht realistisch, werden die Schwierigkeiten auf See und an Land der verschiedenen Inseln/Kontinente geschildert. Nicht nur mit Eingeborenen und holländischen Gouverneuren ist zu kämpfen, sondern auch mit Unwettern, Krankheiten und Tod. Dass außer Brittany alle Personen historisch belegt sind, macht die Geschichte noch spannender.

Die Autorin schreibt in einem flüssigen und emotionalen Stil und bringt einem die Personen damit sehr schnell sehr nah.  Es fiel sehr leicht, sie zu mögen, aber auch, sie zu verabscheuen. Um so schwerer war es dann auch zu verkraften, wenn man sich von dem ein oder anderen lieb gewonnenen Menschen trennen musste.  Detailreiche Schilderungen lassen die jeweilige Umgebung deutlich vor den Augen  entstehen, wobei dies bei der Beschreibung des von Ungeziefer bevölkerten Brotes nicht unbedingt von Vorteil war.  :entsetzt:  :breitgrins: Die eingeschobenen Tagebuch- und Logbuchaufzeichnungen waren eine interessante Ergänzung zur Handlung.

Das Buch hat mich gut unterhalten. Es war sehr spannend , dramatisch und emotional und bot damit ein paar schöne Lesestunden, wenn auch das Ende noch ein paar weitere Seiten hätte vertragen können, um meine Neugier und bestenfalls meine Wünsche zu befriedigen.  :zwinker:

 4ratten

Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Miramis

  • Querbeetleserin
  • Mitglied
  • Online Online
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 3637
Antw:Nicole C. Vosseler - Südwinde
« Antwort #31 am: 13. Februar 2010, 14:16:49 »

Meine Meinung:

Da ich leider diese interessante Lesediskussion zwischen Aldawen und Heimfinderin verpasst habe  :wand:, musste ich das Buch mutterseelenalleine lesen und hatte doch mit einigen Problemchen zu kämpfen.

Da wäre zum einen der Schreibstil, der mir vor allem am Anfang etwas holperig vorkam; verschachtelte Sätze, bei denen ich am Ende nicht mehr wusste, wie sie eigentlich begonnen hatten, erschwerten mir die ersten Kapitel. Im Laufe des Schreibprozesses scheint die Autorin sich aber "eingeschrieben" zu haben und es lief für mich flüssiger, so dass ich wieder versöhnt war.

Inhaltsmäßig ist "Südwinde" ein schöner Schmöker, in dem Liebe und Abenteuer nicht zu kurz kommen. Die Hauptfigur Brittany befindet sich an Bord der Endeavour von James Cook, als einzige Frau unter vielen Männern. Klar, dass es da Verehrer in allen Kategorien gibt, mit denen Brittany sich in ganz unterschiedlicher Art und Weise auseinandersetzen muss. Dabei liegt ihre wahre Bestimmung in ihrer Fähigkeit als Heilerin und Krankenpflegerin, was sich innerhalb der Handlung mehr und mehr herauskristallisiert. Trotzdem, so richtig nahe war mir Brittany als Figur nie, ich hatte immer eine gewissen Distanz zu ihr und auch zu den anderen Protagonisten - vielleicht lag es an den vielen Perspektiven, die sich permanent abwechselten, was bei einem einzigen durchgehenden Handlungsstrang ja nicht unbedingt verkehrt ist.

Der Einblick in das Leben auf hoher See und in die Entdeckerlust der Männer, die sich weitab von ihrer Heimat in unbekannte Gefilde wagen, hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibung der exotischen Inselwelt und das vage Wissen um einen unbekannten Kontinent, den es noch zu entdecken gilt, gibt dem Roman eine wunderbare Bühne, und die bangen Stunden auf hoher See, in denen die Besatzung gegen Stürme und Untiefen kämpft, bringen eine gute Portion Nervenkitzel. Aber auch der Kampf gegen tropische Krankheiten nimmt einen breiten Raum ein und zeigt uns Brittany in ihrem Element.

Insgesamt gesehen bietet der Roman gute Unterhaltung, wie es sich für einen Seefahrts-Liebes-Schmöker gehört, auch wenn der Leser ein paar Längen verkraften muss. Für ein paar schöne Stunden auf dem Sofa bestens geeignet - aber so richtig mitreissen konnte die Geschichte mich nicht. Daher bleibt es bei

 3ratten

Viele liebe Grüße
Miramis

Gespeichert
:lesen: Kai Meyer - Die Gebannte

Aldawen

  • Msomaji mkubwa
  • Administrator
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 11654
Re: Nicole C. Vosseler - Südwinde
« Antwort #32 am: 25. Januar 2011, 11:47:40 »

Falls jemand nach der Lektüre dieses Buches größeres Interesse an dem Priester Tupia entwickelt, dann könnte dieses Buch hilfreich sein:

Joan Druett: Tupaia. Captain Cook's Polynesian Navigator

Schönen Gruß
Aldawen
Gespeichert
Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika

Heimfinderin

  • Beim Lesen Unansprechbare
  • Mitglied
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Weiblich
  • Beiträge: 2698
Re: Nicole C. Vosseler - Südwinde
« Antwort #33 am: 25. Januar 2011, 22:07:19 »

 Puh, das ist ja ganz schön teuer! Hast du es gelesen? Und wie ich gesehen habe, gibt es von der Autorin noch mehr maritime Bücher. Kennst du die?
Gespeichert
LIEBE GRÜßE
HEIMFINDERIN

Aldawen

  • Msomaji mkubwa
  • Administrator
  • *
  • Offline Offline
  • Beiträge: 11654
Re: Nicole C. Vosseler - Südwinde
« Antwort #34 am: 25. Januar 2011, 22:18:38 »

Nein, ich hab's nicht gelesen und kenne auch nichts von ihr. Ich habe nur heute eine Rezi dazu überflogen und mußte sofort an dieses Buch hier denken.
Gespeichert
Kinywa ni jumba la maneno.
Der Mund ist der Palast der Worte. – Sprichwort aus Ostafrika