Ich habe es nun auch geschafft, mein Fazit zu schreiben:
Klappentext1764 geht in einem Orkan in der Südsee das britische Handelsschiff
Seagull unter. Einzige Überlebende ist Brittany Addison, die junge Tochter des Kapitäns. Sie kann sich auf einer Seemannskiste an die Gestade Tahitis retten. Dort wächst sie unter der Obhut der Medizinfrau Ratanea auf und wird deren Nachfolgerin. Bis sie nach sechs Jahren Inseldasein zum ersten Mal wieder Landsleute sieht: James Cooks
Endeavour legt auf der Insel an. Auch wenn der berühmte Forscher Cook noch nie eine Frau auf seinem Schiff zugelassen hat, muss er Brittany an Bord nehmen. Sie wird Mitglied einer abenteuerlichen Expedition. Dabei muss sie nicht nur beweisen, dass sie als Frau allen Gefahren der Südsee gewachsen ist. . . .
Meine MeinungDie Geschichte beginnt gleich dramatisch mit dem Untergang des Schiffes und der Rettung des zwölfjährigen Mädchens. Sieben Jahre später treffen wir Brittany wieder, die in der Gemeinschaft von Eingeborenen auf Tahiti ein neues Leben führt, das durch die Ankunft der Engländer aus dem Gleichgewicht gebracht wird, denn endlich ergibt sich für sie eine nicht mehr erwartete Möglichkeit, nach Hause zu kommen. Schnell, für meinen Geschmack etwas zu überstürzt, wenn man bedenkt, was für einen Wendepunkt in ihrem Leben dieses Zusammentreffen bedeutet, verliebt sie sich in den ersten Offizier Hicks. Damit beginnen die zwischenmenschlichen Missverständnisse und Fehlinterpretationen, die für eine beginnende Liebe in Romanen oft typisch sind und einen doch auf ein Happy-End einstimmen. Begehren, Eifersüchteleien und Intrigen anderer männlicher Mitfahrer kommen dazu und bieten eine emotionale Liebesgeschichte, die sich durch das ganze Buch zieht. Doch es kommt nicht ganz wie erwartet und oft gelesen, denn die Realität schlägt erbarmungslos zu und auch, wenn es zwischendrin die ein oder andere übertrieben wirkende Wendung gab, muss man sich doch auf dramatische Geschehnisse vorbereiten.
Die Liebesgeschichte nimmt aber nicht den ganzen Raum ein, sondern ist eingeflochten in eine abenteuerliche und entbehrungsreiche Entdeckungsreise, die uns zusammen mit James Cook auf die Suche nach neuen Inseln und Kontinenten führt. Spannend, und nach meinem Empfinden recht realistisch, werden die Schwierigkeiten auf See und an Land der verschiedenen Inseln/Kontinente geschildert. Nicht nur mit Eingeborenen und holländischen Gouverneuren ist zu kämpfen, sondern auch mit Unwettern, Krankheiten und Tod. Dass außer Brittany alle Personen historisch belegt sind, macht die Geschichte noch spannender.
Die Autorin schreibt in einem flüssigen und emotionalen Stil und bringt einem die Personen damit sehr schnell sehr nah. Es fiel sehr leicht, sie zu mögen, aber auch, sie zu verabscheuen. Um so schwerer war es dann auch zu verkraften, wenn man sich von dem ein oder anderen lieb gewonnenen Menschen trennen musste. Detailreiche Schilderungen lassen die jeweilige Umgebung deutlich vor den Augen entstehen, wobei dies bei der Beschreibung des von Ungeziefer bevölkerten Brotes nicht unbedingt von Vorteil war.

Die eingeschobenen Tagebuch- und Logbuchaufzeichnungen waren eine interessante Ergänzung zur Handlung.
Das Buch hat mich gut unterhalten. Es war sehr spannend , dramatisch und emotional und bot damit ein paar schöne Lesestunden, wenn auch das Ende noch ein paar weitere Seiten hätte vertragen können, um meine Neugier und bestenfalls meine Wünsche zu befriedigen.
