
Inhalt: Der angejahrte Abenteuerer Roger Robin zieht im Auftrag der alten Lady Dorothy Stainton nach Afrika, um dort den legendären Friedhof der Elefanten am See Uobogo zu plündern. Schon die Anreise verläuft nicht nach Plan, weil er zwar einen vereinbarten Treffpunkt am Rande des Sumpfes erreicht und dort tatsächlich ein Trupp Afrikaner unter Leitung eines Haussa auf ihn wartet, aber er wird gleich zu Beginn der Safari nachts unbemerkt von den Trägern bestohlen und bleibt allein in der Wildnis zurück. Einige Ndorobos, auf die er zufällig trifft, bringen ihn aber zum See. Auf dem Weg dorthin und am See selbst hat er mehrfach Gelegenheit, die erstaunlichen Kräfte der jungen Zauberin Yala zu bewundern. Am See angekommen beschließt er, sich der Ausplünderung zu widersetzen. Als einige Wochen später Lady Dorothy mit zwei Dutzend Bewaffneten und hundert Trägern auftaucht, beginnt der Kampf um den Friedhof.
Meine Meinung: Wenn dieses Buch, das schon 1939 erschienen ist, inzwischen völlig vergriffen wäre, würde ich mir diese Rezi sparen, aber die letzte (bei amazon gelistete) Auflage stammt noch von 2002 und daher scheint es mir angeraten, einige Worte zu verlieren. Zunächst einmal: Hier werden wieder die Geographie und damit zusammenhängend die Völkerschaften lustig durcheinander gewürfelt. Von der grundsätzlichen Positionierung dieses fiktiven Sees Uobogo her bin ich bereit, Ndorobos in der Nähe zu akzeptieren und zur Not auch Kiswahili-Sprecher (obwohl ich da angesichts der Zeit, in der es spielen müßte, ein Fragezeichen machen würde). Aber was Haussas in größerer Zahl dort zu suchen haben, bleibt das Geheimnis des Autors, genauso wie das Zusammentreffen so ziemlich aller afrikanischen Landschaftsformen auf engstem Raum.
Dann war auch die Story ausgesprochen schwach. „Abenteuerer wird von Frau auf die Reise geschickt“ ist schon kein besonders origineller Aufhänger für einen Abenteuerroman. Und die „innere Wandlung“ des Protagonisten kann man glauben oder auch nicht, die Auslöser werden jedenfalls nicht klar. Und schon gar nicht werden sie interessanter dadurch, daß sich der Autor in seiner Wortwahl pausenlos wiederholt und auch ansonsten einen ausgesprochen schwachen Stil pflegt.
Sicher noch dem Zeitgeist geschuldet, darum aber heute trotzdem nicht mehr entschuldbar, ist schließlich und endlich das Menschenbild. Im finalen Kampf um den Friedhof plagen den guten Roger erhebliche Gewissensbisse. Zwar muß man ihm zugutehalten, daß er auch die afrikanischen Bediensteten von Lady Dorothy nicht einfach niederschießt, aber seine Gedanken kreisen vor allem darum, daß er doch vor den Augen der Afrikaner nicht eine
weiße Frau (und die Hautfarbe wird geradezu unangenehm betont) ermorden könne – auch wenn dies eine größere Katastrophe verhindert hätte, wie er sehr wohl erkennt, denn die Lady ist angesichts des vielen Elfenbeins einfach nicht mehr zurechnungsfähig. Auch darüber hinaus werden hinreichend Klischees über „die Afrikaner“ bedient. In dieser Beziehung ist das Buch definitiv rassistisch und hat heute eigentlich nichts mehr in einem Verlagsprogramm zu suchen.
Einzig für die Figur der Yala, aus der man viel mehr hätte machen können, gebe ich

Schönen Gruß,
Aldawen